Archive for August 29th, 2006
“Die Aula” von Hermann Kant
Ich muss sagen, dieses Buch hinterlässt einen eigenartigen Eindruck bei mir. Im Grunde bin ich enttäuscht und halte diese Buch für überbewertet. Es ist nicht die Art des Episodenromans, der überwiegend in der Rückschau erzählt, die mich stört. Das finde ich im Gegenteil ganz erfrischend, obwohl auch die Gefahr besteht, den Faden zu verlieren.
Es gibt gut erzählte, humorvolle Episoden, wie die Szene im Zug auf der Rückfahrt von Hamburg oder die Schilderung der Schriftstellersitzung. Andere Szenen erscheinen mir sehr zäh. Es scheint mir, als ob Kant die Auswüchse in der Frühzeit der DDR zum einen milde kritisiert, um sie auf der anderen Seite aber auch trotzig als Kinderkrankheiten eines neuen Systems abzutun. Das Thema Republikflucht wird zwar immer wieder berührt aber das Abhauen wird als persönliches Scheitern der jeweiligen Menschen dargestellt, die eben noch nicht so weit waren das epochemachende Neue zu begreifen.
Es ist ein Buch in der DDR geschrieben und erschienen über die Anfänge der DDR, das sollte man natürlich bei der Auseinandersetzung mit diesem Roman nicht vergessen. Für mich folgendes Fazit: In Teilen gelungen und mit Einschränkungen auch heute noch lesbar.
Der alte Koffer
Als ich heute Morgen gegen halb Zwei „Die Aula“ von Hermann Kant beendet hatte, leider mein Gratisbuch der SPIEGEL-Edition aber noch nicht bei mir angekommen ist und ich mittlerweile auch bezweifle, dass es das noch wird, ich aber im Moment auch keine Taler für Bücher mehr übrig habe, aber auch ein Bibliotheksbesuch aus gewissen Gründen mir derzeit nicht geeignet scheint, dem Lesehunger abzuhelfen, der Lektürenotstand also als vor der Tür stehend angesehen werden musste, fiel mir der alte Pappkoffer mit dem kaputten Schloss ein, der seit langer Zeit auf dem Dachboden steht.
Aus diesem Koffer entnahm ich nun heute Morgen:
- Günter de Bruyn, Frauendienst, Erzählungen und Aufsätze
- Christa Wolf, Der geteilte Himmel
- Anna Seghers, Überfahrt, Eine Liebesgeschichte

