Günter de Bruyn, Zum Thema: Lesen
Ein Fundstück aus meinem aktuellen Buch “Frauendienst” Erzählungen und Aufsätze von Güter de Bruyn. Seinen Gedanken zu Büchern und zum Lesen, kann ich nur zustimmen. Ohne Büchern wäre ich aufgeschmissen, nur das Lesen hält mich davon ab, mein Leben zeitweise für vollkommen nutzlos und vergeudet zu halten.
Günter de Bruyn, Zum Thema: Lesen:
“Vielleicht ist viel Lesen, auch das schlechter Literatur, nötig, um Überblick und Maßstab zu finden. Sicher bin ich, daß ich nie das Gefühl verlieren werde, für mich Wichtiges zu lesen versäumt zu haben. Ich lese, um zu sehen, was die anderen schreiben, um meine und vergangene Zeiten besser kennenzulernen, aus Interesse für bestimmte Themen und formale Eigenarten, im Grunde aber bin ich immer nur auf der Suche nach den wenigen Büchern, die wahre Erlebnisse für mich werden können, die mir lebendige Erfahrung vermitteln, denen zu begegnen so nachhaltig ist wie die Begegnung mit Menschen, und die dann weiter wirken, in meine Arbeit hinein. So etwas ist möglich, über zeitlichen und räumlichen Abstand hinweg, unbeeinflußt vom Urteil der Kritiker und Historiker.”


Was am Ende soviel heißt, dass dir ein Hobby fehlt, was dich ausfüllt und nur durch das Lesen ergänzt wird?
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1 Sep 06 at 15:14
Das Lesen ist mein Hobby und gleichzeitig viel mehr. Das Wort “Hobby” in diesem Zusammenhang gefällt mir nicht sehr. Das klingt so nach Zeittotschlagen und Ablenkung von der inneren Ödnis. Obwohl das Lesen wohl auch ein wenig davon hat.
Viel lieber möchte ich von einem inneren Bedürfnis nach dem Lesen sprechen. Das Lesen ermöglicht mir Grenzen zu überschreiten - räumliche und zeitliche, wie de Bruyn da oben schreibt - aber in meinem Falle auch ganz persönliche Beschränktheiten; ich muss nicht in die Welt gehen, ich hole die Welt zu mir.
Bardamu
1 Sep 06 at 19:35