Archive for September 19th, 2006
Alles nur geträumt…
Seit einigen Nächten träume ich wirre Sachen. Früh habe ich fast alles vergessen aber einige Details fallen mir im Laufe des Tages wieder ein.
Der eine Traum spielt in großen Häusern - das heißt ich glaube immer im selben - die mal wie große Lagerhallen oder Kühlhäuser (ohne kalt zu sein) sind, dann wieder verwinckelt mit einzelnen kleineren Wohneinheiten (?), die seitlich abgehen. Es könnte auch eine Schule sein, so eine aus der wilhelminischen Zeit oder eine Art Festung. Vielleicht auch ein Bunker unter der Erde. Alles ist schummrig beleuchtet, sehr hohe Räume und nirgends Fenster. Ich laufe herum und schaue in verschiedene Räume, manchmal (selten) treffe ich Leute, die so aussehen als wüssten sie mehr als ich. Als wüssten sie Bescheid, sie schauen mich komisch an. Beunruhigend und beklemmend. Irgendwann klettere ich durch eine Luke oder (doch) Fenster, komme aber nur in eine weitere Kammer…
Der zweite Traum ist ganz anders. Ein Polizist oder ein Reporter führt mich an einen kleinen Fluss. Eine Frau sei tot. Das Wasser ist ganz klar. Ich kann im Wasser ein kleines Auto erkennen, ein Kran versucht es herauszuziehen. Dann liegt noch ein Teil eines Flugzeuges, die Nase, im Wasser. Wir steigen hinein und waten herum, die Frau ist nicht zu finden. Dann sehe ich ihre Kleider im Wasser. Aber sie sind nicht durcheinander gespült und im Wasser verteilt, wie zu erwarten, sondern so, als ob der Körper noch darin wäre, als ob er die Kleider noch ausfüllen würde nur unsichtbar wäre. Plötzlich fühle ich mich unwohl, als ob mich gleich etwas an den Beinen packen könnte…
Elder statesman vs. heutige Politkasper
Gestern Abend zufällig bei Beckmann hängengeblieben. Das passiert mir in der Regel nicht, ich kann diese Plaudertaschen mit ihren sogenannten Talkshows nicht vertragen. Aber gestern bin ich aus Trägheit kurz dabei geblieben, das lag am ersten Gast - Hans-Jochen Vogel. Mit ihm verbinde ich keine konkreten Erinnerungen, wie etwa mit Hans-Dietrich Genscher. Trotzdem, wenn man diesem alten Mann zuhört, stellt sich Respekt und Achtung wie von selbst ein.
Diese Menschen, waren noch Politiker, die diese Bezeichnung auch verdienten, bei allen Fehlern, die sie sicher auch begangen haben. Der immense Niveauverlust der heutigen lächerlichen Politdarsteller im Vergleich zu diesen wahren elder statesman könnte himmelschreiender gar nicht sein. Beliebigkeit, Korruption, Lüge; parteiübergreifend ist heute nur aufgeblasenes Pack ohne jede Substanz zu erkennen, keiner von denen bleibt zu Recht länger im Gedächtnis haften. Was für ein kolossaler Abstieg der politischen Kaste innerhalb von fünfzehn Jahren.

