Die UFCO und ein Roman meiner Jugend
Die Erwähnung der United Fruit Company und ihres unrühmlichen Wirkens in Lateinamerika ruft bei mir immer einen (Abenteuer-)Roman in Erinnerung, den ich als Halbwüchsiger mehrfach las: “Das grüne Ungeheuer” (in späteren Auflagen in “Der grüne Papst” umbenannt) von Wolfgang Schreyer. Soweit ich weiß ist dieses Buch heute vergriffen, ich konnte nur in verschiedenen antiquarischen Online-Shops eine Spur von ihm finden.
Als ich im sehr empfehlenswerten Blog “USA Erklärt” den jüngsten Beitrag über “Die United Fruit Company” las, musste ich mir mein Exemplar von “Der grüne Papst” gleich aus dem Schrank kramen, ein wenig darin herumblättern und lesen:
Einen jungen Mann hat es nach dem 2. Weltkrieg in die Südstaaten der USA verschlagen, dort trifft er zufällig einen Bekannten wieder, mit dem er kurz nach dem Krieg verschiedene Schiebergeschäfte in Deutschland erledigte. Dieser Bekannte zieht ihn nun in eine merkwürdige und für den Protagonisten anfangs undurchschaubare Geschichte hinein. In den durch die UFCO maßgeblich unterstützen Staatsstreich in Guatemala 1954.
In dem Roman kommt alles vor, was mich als Pubertierenden schon interessierte: Geschichte, Verschwörung, Politik, schöne Frauen, Waffen (ich bitte um Nachsicht), ein verwirrter Mensch, der sich treiben lässt und sich dann doch nach Erweckung für das Richtige entscheidet. Es ist vielleicht keine große Literatur aber das Buch ist sehr spannend erzählt und auch die geschichtlichen Hintergründe sind weitgehend korrekt wiedergegeben.
Vielleicht sollte man sich hin und wieder, zum Beispiel, wenn man eine Banane isst, ins Gedächtnis zurückrufen, dass die Firma Chiquita nichts anderes als die alte United Fruit Company ist. Auch wenn sie heute sicher darauf nicht mehr so gerne angesprochen wird.

