Eine Art Tagebuch…

Beobachtungen ¦ Fotos ¦ Notizen

Archiv für September 2007

Kiefernnadeln

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Geschrieben von Ferdinand Bardamu

30. September 2007 um 20:01

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Zwei Blüten, ein Blatt

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Geschrieben von Ferdinand Bardamu

29. September 2007 um 19:03

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Kurz notiert: Ersatzwichtigkeiten

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Kurz notiert:

Und was nützt das Recht auf Meinungsfreiheit, fragt er, wenn Millionen Menschen keine Meinung haben, weil sie in einer „Welt von Ersatzwichtigkeiten“ leben, vollauf beschäftigt mit Kaufen, Verbrauchen, Wegwerfen, Neukaufen …

Jurek Becker, Märchen aus der Hölle, Sächsische Zeitung, Kulturteil 29./30. Sept. 2007

Ergänzen möchte man noch: Wenn man den Menschen das Geld so verknappt, dass sie mit der Befriedigung elementarer Bedürfnisse, wie Wohnen und Gesundheit, nahezu ihre gesamte Energie verbrauchen, dann bleibt für kritisches Hinterfragen der gesellschaftlichen Zustände weder Zeit noch Kraft. Cui bono?

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

29. September 2007 um 09:52

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Kurz notiert: Niederlagen

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Kurz notiert:

[...] warum in aller Welt er unbedingt über seine Niederlagen Auskunft geben wolle. „Weil sie mich weitergebracht haben, weit mehr als alles, was mir geglückt ist“ [...]

Konstantin Wecker auf eine Frage von Dieter Hildebrandt, Sprossen der Niederlage, Sächsische Zeitung, Kulturteil, 29./30. Sept. 2007

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

29. September 2007 um 09:51

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Ringelpietz mit Anfassen

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Für einen introvertierten Menschen mit geringem Interesse an sozialem Kontakt, der sich schnell durch andere Menschen belästigt und bedrängt fühlt und dann mit kühlem Hochmut und Sarkasmus reagiert, wenn das nicht reicht auch mit Aggression, ist es eine Herausforderung sich einem Feld zuzuwenden, bei dem er gezwungen ist aus seiner Burg herauskommen zu müssen.

Genaugenommen ist es ja nicht mal die Angst vor der Emotionalität der anderen oder der eigenen Gefühlswelt, es ist die Angst vor dem Kontrollverlust. Für einen Kontrollfreak das Schlimmste, was er sich vorstellen kann. Er muss immer wenigstens ein Auge offen und eine Hand am Colt liegen haben – im übertragenen Sinne. Er ist misstrauisch, immer. Sich emotional ausliefern, das ist ihm unvorstellbar.

Die Welt da draußen ist böse und voller Gefahren, ist er überzeugt. Er muss permanent abwehrbereit sein, darf niemals eine Schwäche zeigen. Sein Fluchtinstinkt ist sehr ausgeprägt, fühlt er sich bedrängt und kann nicht flüchten (auch nicht mit Worten), wird er böse.

Nun macht er eine merkwürdige Erfahrung, die nicht in sein Weltbild zu passen scheint. Er kommt aus seiner Burg heraus, ohne Colt, nur einfach so. Er kommt heraus und nichts passiert, keiner greift ihn an. Wie kann das sein? Zaghaft schöpft er Hoffnung (er traut sich gar nicht es sich einzugestehen, das klingt so positiv). Etwas später glaubt er wieder fest an die Ausnahme, die nur die Regel bestätigt. Aber für einen Moment war er unsicher geworden. Vielleicht ist ja doch alles ganz anders als so lange geglaubt.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

28. September 2007 um 20:26

Manische Suche

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Hinsehen, lernen, der Sache auf den Grund gehen, sich nicht abschrecken lassen, trotz allem. Das Leben sezieren, auf der Suche nach dem Kern, dem Wesentlichen. Man muss sich mit dem Menschen befassen, mit dem Schmutz, der Krankheit, dem Alter, dem Tod, um den Sinn der Existenz zu ergründen. Wo sollte man sonst suchen?

Um zu sehen, was am Ende übrigbleibt als Konzentrat eines Lebens, muss man sich die Alten anschauen. Wenn die ganze Jugend, die Frische, der Esprit, die wilden Ideen, die Arroganz verdampft ist, erkennt man dann das wahre Wesen?

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

26. September 2007 um 20:10

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Evergreen

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Kurz notiert:

Aufgabe mit imaginären Größen:
1 sozialdemokratische Partei hat in 8 Jahren 0 Erfolge. In wieviel Jahren merkt sie, dass ihre Taktik verfehlt ist?

Kurt Tucholsky, Rechenaufgaben, 1926

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

26. September 2007 um 18:35

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#23

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Glutroter Himmel
die Sonne steigt aus dem Dunst -
Nacht liegt im Sterben

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

25. September 2007 um 19:29

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Aésculus

mit 6 Kommentaren

An Kastanienbäumen vorbeigekommen, die nur so mit reifen Früchten um sich warfen. Am Boden rollten sie herum, man konnte gar nicht mehr richtig laufen. Und nirgends Kinder, die sie auflesen. Sammeln Kinder heute keine Kastanien mehr?

Wir haben früher Kastanien und Eicheln gesammelt und mit in die Schule genommen. Wenn genügend beisammen waren, holte die dann irgendein Förster ab, für die Fütterung der Tiere im Winterwald (wurde uns gesagt). Dafür gab es einen kleinen Obolus für die Klassenkasse.

Auch – das hat mir weniger gefallen – wurden wir Kinder genötigt aus den Kastanien, Eicheln und Streichhölzern kleine Männchen und Igel zu basteln. Ich bin kein großer Bastler geworden.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

24. September 2007 um 20:15

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In Maxen

mit 3 Kommentaren

Maxen ist bekannt geworden durch die Schlacht am 20. November 1759, als der preußische General von Finck mit etwa 14.000 Mann ebenda nach verlorenem Gefecht in Gefangenschaft geriet. Nach diesem Malheur der Preußen heißt heute noch eine kleine Anhöhe in der Nähe von Maxen: Finckenfang.

Maxen ist nicht groß hat aber wie üblich eine Kirche und einen Friedhof. Beides habe ich mir angesehen. Die Kirche ist äußerlich schön restauriert und natürlich, wie sich das gehört: abgeschlossen. An der Kirche auf einer Bank habe ich mich gesonnt, wenn ich schon nicht reinkonnte. Benutzt wird die Kirche wohl aber doch manchmal, für die Geschäfte, die an solchen Orten üblich sind. Vor der verschlossenen Türe lagen noch Blütenblätter, die man sicher kleine Kinder gezwungen hatte zu streuen, weil die Alten heirateten.

Auch gibt es eine Luthereiche vor der Kirche, wie sich das gehört. Luthereichen und Bismarckdenkmäler, von diesem Geschäft haben vor hundert Jahren unzählige Gärtnereien und Baufirmen den Großteil ihres Jahresumsatzes erzeugt, bin ich mir sicher. Luthereichen sind mir lieber, haben auch mehr die DDR-Zeit überstanden.

Ein unspektakuläres Barockschlösschen gibt es auch. Es heißt es sei in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Ich habe es gar nicht erst versucht. Auf dem Weg aus dem Ort hinaus kam ich an einem Gnadenhof für Katzen vorbei, wo ich mich sehr mit einer großen Langhaarigen befreundete. Dieser Gnadenhof ist das älteste Tierheim Deutschlands, weiß Wikipedia, gegründet bereits 1839 von Friederike Serre. Im Garten stehen kleine Häuschen für die Katzen, die überall herumlaufen können.

Vom Hochplateau, auf dem Maxen liegt, hat man einen weiten Blick ins Land. Man kann im Osten bis weit in die Sächsischen Schweiz sehen, man erkennt den Lilienstein und die Festung Königstein. Das Hochplateau fällt im Osten zum Müglitztal ab mit seinen bewaldeten Hängen. Dort habe ich lange auf einer Bank in der Sonne gesessen und habe ins Tal hinunter gesehen. Der Wind rauschte hinter mir in einem kleinen Wäldchen und ich war mir sicher: Du bist Orplid mein Land. Ich kann und werde niemals hier weggehen.

Am westlichen Ortsrand von Maxen befinden sich alte Marmorsteinbrüche aus einem davon wurde eine Bühne gemacht: Die Naturbühne Maxen. Ganz in der Nähe liegt ein gut erhaltener Kalkofen von 1856, da wurde aus dem Marmor Kalk gebrannt. Den Kalkofen kann man besteigen und von oben hat man nun einen schönen Blick nach Westen.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

23. September 2007 um 22:32

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