Archiv für September 21st, 2007
Ich zweifle dauernd
Kurz notiert:
Ich zweifle dauernd. Und fürchte, anderen zu schaden durch meine Irrtümer: in der Liebe, in der Zugewandtheit zu anderen, in allen Bezügen, der Arbeit, im Schreiben, bei der Suche nach dem richtigen Wort, der richtigen Geste, der richtigen Berührung. Es ist das, was ich immer schon das Schwerste beim Schreiben fand: das Gefühl zu haben, mir ein Urteil erlauben zu können. Vermutlich bin ich deswegen so langsam. Nicht nur im Schreiben. Sondern schon im Beobachten. Fühle ich mich deswegen sicherer in meinen Urteilen? Eigentlich nicht.
Carolin Emcke, Stumme Gewalt (ZEITmagazin LEBEN)

