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Tod am Morgen

mit 7 Kommentaren

Heute nach reichlich vier Wochen der erste Todesfall. Ich hätte mir die Leiche gerne mal angesehen, hatte aber mit den noch Lebenden zu tun. So ein alter, kranker Mensch bleibt jedenfalls ein Ärgernis, selbst wenn er nur stirbt. Er stört den Betrieb auf nicht unerhebliche Weise damit. Frechheit!

In ein paar Tagen wird ein weiterer Mensch sterben, das ist absehbar. Wenn die Blätter fallen, hat der Undertaker Hochkonjunktur. Dann steht der alte Mensch wenigstens einmal noch im Mittelpunkt, auch ein Trost. Man wird bescheiden.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

30. Oktober 2007 um 20:11

Veröffentlicht in Beruf

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7 Antworten

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  1. Hallo Bardamu,
    meinst Du das ironisch oder sonst irgendwie sarkastisch?
    Wenn Du nicht
    alt werden willst, musst Du Dich jung aufhängengen.
    Ich wünsche Dir mehr Mitgefühl.
    30.10.2007 Gruss zentao

    zentao

    30. Oktober 2007 um 20:47

  2. Mit Ironie oder Sarkasmus ist immer zu rechnen.

    Bardamu

    31. Oktober 2007 um 10:55

  3. Während meiner einjährigen Arbeit in einem Altenpflegeheim habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, daß der Tod eines Bewohners die Mitarbeiterinnen 1. nervt und 2. wundert. 1. konnte ich dabei noch irgendwie verstehen, da tatsächlich eine Menge nicht aufschiebbare Arbeit anfällt und bei den Lebenden Unruhe und Angst entsteht. Nicht begreifen konnte ich, daß gegenüber den Alten immer so getan wurde, als sei der Tod etwas, was ihnen gar nicht passieren kann. Ich möchte im Alter nicht so behandelt werden. Aber ein Pflegeheim, dessen Bewohner ernst genommen werden, ist wohl eine schöne Illusion.

    Claudia

    1. November 2007 um 06:19


  4. Aber ein Pflegeheim, dessen Bewohner ernst genommen werden, ist wohl eine schöne Illusion.

    Das glaube ich auch. Dabei geht es nicht mal um ausgefallene Dinge. Sie einfach als vollwertige erwachsene Menschen zu behandeln und nicht wie kleine dumme Kinder, das wär schon was.

    Bardamu

    1. November 2007 um 13:26

  5. Weil das alles so ist, gibt es Hospize. Da wird das Sterben angenommen, mal lässt sich mehr Zeit und die Bewohner werden angenehm und normal behandelt und nicht als lästiges Stillife-Objekt, um das hastig herumgeputzt werden muss.

    Wenn ich mir je einbilde, in Einrichtungen wie Pflegeheimen zu arbeiten, dann kommt nur ein Hospiz dafür in Frage. Weil das meiner Einstellung entspricht, in solchen „Heimen“, wie du Bardamu es gerade schilderst, würde ich aus Selbstschutz sofort kündigen. Das ist ja so kalt, da geht einem die Gänsehaut auf und nimmer weg.

    Für Hospize kann man spenden.

    Vroni

    1. November 2007 um 13:36

  6. Hospiz ist eine gute Sache. Nur eben noch recht neu und viel zu dünn gesät. Außerdem stört mich etwas der unterschwellige Ansatz in der öffentlichen Diskussion, zum 1a-Sterben sind die Hospize da, wers bis dort hin nicht mehr packt, hat eben Pech gehabt.

    Ich finde das Menschen, die in einem Alten- oder Pflegeheim ihre Heimat gefunden haben, auch ruhig in ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung sterben sollten. Ein würdevolles Ende eines Menschen sollte auch da möglich sein. Das muss unbedingt das Ziel sein.

    Bardamu

    1. November 2007 um 19:33


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