Kleines Glück im stillen Winkel
Am Morgen das Auto in der Werkstatt abgegeben. Da viel Zeit mitzubringen ist, wie der Monteur mir versichert, mache ich ein kleine Runde. Hinter der Werkstatt geht es den Hang hinauf. Ganz oben am Hang liegt eine der kleinen noch nicht ganz fertiggestellten Retortensiedlungen, wo sich das kleine Familienglück so konzentriert, dass es kaum auszuhalten ist.
Kleine neue Einfamilienhäuschen mit grauen, braunen und roten Dächern, einige mit Solaranlagen und Sonnenkollektoren bestückt. Jede Menge Carports, es geht heut nicht mehr ohne. Akkurat angelegte Gärtchen vor den kleinen Häusern, Gartenzwerge sehe ich und antike Statuen aus dem Baumarkt. In einigen Gärtchen wird gewerkelt, Pflaster gelegt oder der Rasen gemäht. Spielzeughaufen und emsige Omas bei der Enkeldressur in anderen. Man beäugt mich misstrauisch. Ich grüße freundlich, das machts auch nicht besser. Einer hat in seinem Grundstück eine Sachsenfahne aufgezogen. Schnell weiter.
Ganz oben am Hang gibt es eine kleine Aussichtsplattform. Auf der anderen Seite des Tales liegt Pesterwitz, die Kirche sticht markant hervor. Weiter rechts unten im Tal dampft eine Ziegelei. Ganz im Osten liegt der Windberg. Kindergeschrei weht von einer Schule oder Kindergarten herüber. Männer schachten eine Grube aus, ein neues Häuschen soll entstehen. Ich mache mich langsam auf den Rückweg.

