Eine Art Tagebuch…

Beobachtungen ¦ Fotos ¦ Notizen

Sieh zu und lerne!

with 2 comments

Ein feiner Artikel des Freitag, der es auf den Punkt bringt: Spieß umgedreht. Die Lokführergewerkschaft gibt ein Lehrstück. Es wird Zeit, dass auch ein klein wenig Verunsicherung von unten nach oben transferiert wird. Nur weil lange keine Gefahr bestand und ihr da oben eure neoliberalen Späßchen weitgehend ungestört gespielt habt, heißt das nicht, dass es ewig so weiter gehen muss.

Man glaubt eurer Propaganda nicht mehr. Das ist schon ein wichtiger Schritt:

Der inszenierte mediale Aufschrei, dass ungezogene Lokführer “ein ganzes Land lahm legen”, fand nicht die Resonanz wie erwartet. Klammheimlich sind vielleicht nicht alle zwangsflexibilisierten Individuen so tief traurig darüber, wenn die Mobilität für den Billig-Job ein wenig still gestellt wird. Wo die Normalität nachgerade unerträglich ist, wünscht man sich gelegentlich eine Art Erdbeben. Auch die Anklage, dass womöglich der “Aufschwung” kaputt gestreikt wurde, riss kaum jemanden vom Hocker. Welcher Aufschwung? Bei den allermeisten ist da nichts angekommen.

Es muss sich nur genug Wut akkumulieren, dann geht auch was im Lande. Leider dauert in Deutschland alles etwas länger. Wenn’s denn nur gut würde.

Written by Ferdinand Bardamu

24. November 2007 um 13:58

Posted in Politik, Wirtschaft, Zitate

2 Responses to 'Sieh zu und lerne!'

Subscribe to comments with RSS or TrackBack to 'Sieh zu und lerne!'.

  1. Wenn man geradeheraus fragt: Wollen Sie, daß das Streikrecht abgeschafft wird? werden die meisten entsetzt nein sagen - und hinzufügen: Aber es muß doch nicht direkt weh tun!
    Doch Leute, muß es. Ein Streik, der nicht wehtut, wäre sinnlos, denn er hätte keine Konsequenzen. Aber das mach mal einem wohlsituierten Sesselpupser klar, der noch nie mehr als zwei Hirnzellen an das Grundgesetz verschwendet hat, wenn es nicht gerade um seine eigenen Rechte ging…

    Claudia

    24 Nov 07 at 20:31

  2. Alles, was Bewegung ins Land bringt, ist willkommen. Die großen Gewerkschaften… Nunja, man hat den Eindruck, die sind schon viel zu sehr verstrickt ins System. Das ist kein wirkliche Interessenvertretung mehr. Was die unter Arbeitskampf verstehen, macht nun weiß Gott keinem Arbeitgeber Angst.

    Bardamu

    25 Nov 07 at 18:46

Leave a Reply