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Am Schloss Nickern

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Habe mir heute einen Spaziergang verordnet aus Verdauungsgründen und um Kopf und Lunge auszulüften. Also deshalb heute zum Nickerner Schloss begeben. Aus Dösigkeit aber zu spät abgebogen, so dass ich am Bach, von dem ich glaube, dass es der Geberbach war, zum Schloss zurücklaufen musste. Der Bach hatte an den Rändern schon eine hübsche Eisschicht angesetzt, in der Mitte floss das Wasser dafür zu schnell. Nur an manchen Stellen war der Bach oberflächlich ganz zugefroren. An den Abruchkanten konnte man die Eisstärke abschätzen - ca. 4 cm würde ich sagen.

Oberhalb des Schlosses hat man ein Bachareal hübsch renaturiert mit kleinen Mäandern und natürlicher Uferbefestigung. Das freut mich immer obwohl ich damit beruflich gar nichts mehr zu tun habe. Als ich am Ufer stand, wieselte irgendwas durch das hohe Gras davon. Eine Maus vielleicht. Eine Menge Amseln fraß an den verbliebenen Äpfeln der auf der Wiese stehenden Bäume herum. Die von der Sonne nicht erreichten Bereiche in dem kleinen Tälchen hatten noch eine dicke Reifschicht. Es war kalt im Tälchen.

Das Schloss selbst ist keine spektakuläre Erscheinung. Ein kleines Landschlösschen mit Ende des 19. Jahrhunderts angebautem Turm. Der Putz war zum Teil großflächig entfernt, man möchte wohl renovieren. Aufgefallen sind mir oben unter der Traufe angebrachte Nisthilfen auf der Süd- oder Südwestseite des Schlosses, wahrscheinlich für Fledermäuse.

An einem dem Schloss vorgelagerten Gebäude - hübsch rekonstruiert - ist mir eine in der Wand eingelassene Sandsteintafel aufgefallen. Aus der Inschrift werde ich nicht recht schlau, für lange Rumrätseleien habe ich keine Geduld. Nur die Jahreszahl “1613″ und das Wort “Befehl” ist klar erkennbar. Schön jedenfalls, dass so was erhalten bleibt und nicht von den Eigentümern wegsaniert wird.

Später war ich noch an dem kleinen Stausee, über den nun die Autobahnbrücke führt, die Stelzen stehen mitten im Stausee. Staussee ist wirklich übertrieben Stauteich passt besser. Abgelassen war er auch noch. Bin gleich wieder umgedreht, kalt war mir und für einen Verdauungs- und Auslüftungsrundgang (Kopf+Lunge) reichte es nun auch.

Written by Ferdinand Bardamu

26. Dezember 2007 um 19:59

Posted in Ausflug

6 Responses to 'Am Schloss Nickern'

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  1. MEIN ANFANG MIT
    TEL VND ENT BEFEHL
    ICH GOT IN SEINE HEN
    D 1613 HK GF

    also: MEIN ANFANG MITTEL UND END / BEFEHL ICH GOT IN SEINE HEND

    Ob HK GF für einen Namen steht oder vielleicht eine religiöse Formel oder noch etwas anderes, weiß ich nicht. - Die Ns sind spiegelverkehrt; das U wird als V geschrieben; in dem Wort “SEINE” ist eine Ligatur des NE.

    Ich liebe es, alte Inschriften zu entziffern!

    Claudia

    26 Dez 07 at 21:39

  2. Oh, noch etwas fällt mir auf: die Jahreszahl ist 613 - d.h. natürlich ist 1613 gemeint; das erste Zeichen ist das d von HEND, und offenbar hat man die Jahreszahl auf diese Art abgekürzt (wie man heute ‘07 schreibt, und jeder weiß, daß nicht 1607 gemeint ist).

    Claudia

    27 Dez 07 at 14:19

  3. Danke dir für’s entschlüsseln und erklären. Vielleicht finde ich noch etwas über die Geschichte des Gebäudes. Es hat sicher mit dem Schloss zu tun. Dann klärt sich vielleicht auch das HK und GF.

    Ich werde die Augen in Zukunft offen halten, es gibt bestimmt noch mehr alte Inschriften hier in der Gegend, die ich dir vorlegen kann. ;o)

    Bardamu

    27 Dez 07 at 19:13

  4. Wohlan, jetzt kann sich hier mal ein “Schlösschen” selbst zu Wort melden, obwohl das ja schon die erste Unwahrheit ist, denn eigentlich bin ich ja “nur” ein Gutshof. Zum Schloß wurde ich ert durch den Gutherrn Winkler, der mir 1873 den Schloßturm schenkte. Aber einfach nur ein “Guthaus” bin ich trotzdem nicht, da ich auf den Grundmauern einer Wasseburg stehe, die 1349 ermals erwähnt wird, aber glaubt mir, noch um einiges älter ist. Und wie weit die Geschichte Nickerns noch zurück reicht, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,360246,00.html
    Die gut sichtbaren Nistkästen werden übrigens von Mauerseglern bewohnt, die Fledermäuse wohnen etwas weiter hinten. Auf keinen Fall solltet ihr im Sommer die Turmfalken übersehen, die, wie es sich gehört, im Turm wohnen. Na ja, als das Dach noch uralt und winddurchlässig war, fanden alle darinnen platz.
    Aber jetzt mal zu meinem Nachbarn, heute Böseneckerhof genannt. Er ist eigentlich mal einer der kleineren Nickerner Höfe des alten slawichen Rundlings gewesen. Direkt im Anschluß Richtung Schloß begann früher der Gutshof mit Mühle und Remiese mit einem schönen Tor. In die andere Richtung folgten noch drei andere große Höfe, über die Kreuzung hinweg stand der Gatshof und an der Kreuzung zur Fritz-Meinhardt-Str. der Handwerkerhof, übrigens für lange zeit die erste “Werkstatt” auf der alten Handelsroute nach Böhmen. Das Gut hatte außerdem noch eine sehr alte und berühmte Brauerei und natürlich eine große Landwirtschaft und Viehzucht, einen Park, einen Altan und o weiter. Da springt schon auch mal ein “Schloßturm” bei raus… na ja, all das wurde 1945 bei den Bombenangriffen zerstört und übrig geblieben sind ein einsames “Schloß” und ein paar alte Häuser.
    Stop, das stimmt so auch nicht, denn manchmal kommen sogar Spaziergänger bis hier hinaus und wenn die wüßten, das wir hier im Schloß schon seit geraumer Zeit alles sammeln, was dem westlich-goldenen Sanierungwahn zum opfer fällt, dann ließen sich noch mehr alte Haustafeln entziffern und Geschichten entdecken…
    Immer Donnerstags zwischen sechs und acht kommt mein lieber Freund Richard Funke um unser kleine Museum zu pflegen und ich öffne meine Türen.
    Dann seid Ihr alle herzlich willkommen, denn auch unscheinbare, kleine Landschlösschen brauchen manchmal ein wenig Abwechslung.
    Gute Nacht!

    Albi

    9 Jan 08 at 1:34

  5. P. _.

    Die _cheiß _ - Ta_te an die_em neumodi_chen gerät fuktionert nich!

    _orry

    Albi

    9 Jan 08 at 1:37

  6. Nur keine Aufregung. Man kann ganz ohne jene reptilartig gebogene Letter tippen, wenn man nur aufrichtig will. Nur wenn die Bedienung des E auch unmöglich wird, kann Tippen echte Probleme bereiten.

    Claudia

    9 Jan 08 at 20:28

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