Habe mir endlich die “Anmerkungen zu Hitler” von Sebastian Haffner bestellt. Eine längst überfällige Handlung. Habe mal irgendwo gelesen, dass Raimund Pretzel sein Pseudonym einerseits aus Verehrung von Johann Sebastian Bach und andererseits aus Liebe zu Mozarts Haffner-Sinfonie aus eben jenen Teilen zusammensetzte. Würde ich zu (Möchtegern-)Intellektuellen-Parties eingeladen, könnte ich das mal anbringen. Sieht aber eher schlecht aus.

Komme derweil mit “Die Pest” gut voran, kann bis jetzt keine nennenswerten Längen feststellen. Gefällt mir bisher besser als “Der Fremde“, was mir auch schon zusagte, ist insgesamt reifer und runder. Es gibt übrigens eine kleine Anspielung am Anfang des Romans auf die Begebenheit, die in “Der Fremde” geschildert wird. Ein Mann erschießt am Strand anscheinend ohne jeden plausiblen Grund einen Araber.

Zum aktuellen Buch: Die Pest als Metapher für das Böse, den Zusammenbruch der bürgerlichen Ordnung und den Krieg, vor diesem Hintergrund die unterschiedlichen Verhaltens- und Handlungsweisen der Menschen. Wieder einmal frage ich mich, was hätte ich getan und kann keine Antwort finden. Ich kann nur hoffen, sollte ich einmal in eine derartige Situation geraten, nicht vollkommen menschlich zu versagen.



6 Responses to “Buch- und Lektüresplitter”  

  1. 1 an.na

    Ich lade Dich mal irgendwann ein, falls es eine Intellektuellenparty gibt. Bis dahin hast Du noch genug Zeit, Dir weitere Anekdötchen anzulesen, mit denen du brillieren kannst. Pretzel ist natürlich kein schöner Name … Ich bin mir momentan auch gar nicht so sicher, ob Haffner in Intellektuellenkreisen überhaupt eine Rolle spielt. Vielleicht würdest Du Dich damit nur blamieren? Ich meine, solange Du nicht Hegels Logik aus dem Stegreif erläutern kannst, ist es eh schwierig …

  2. 2 an.na

    Jippieh, ein Orthographiefehler!

  3. 3 Bardamu

    Ich kann mich auch ohne Pretzel blamieren. Gar kein Problem.

    Auf Parties mache ich prinzipiell eine schlechte Figur, schweige frech alle Leute an, spreche dem Alkohol zu, um überhaupt etwas zu tun. Dann kommt ein kurzes Zeitfenster, da bin ich brillant (Alkohol!) und dann geht es rasch dem Ende zu.

    Das mit dem Orthographiefehler ist doch ein Test, nicht wahr?

  4. 4 Claudia

    Zu Haffner: wesentlich klarer und schlüssiger finde ich “Homo Hitler. Psychogramm des deutschen Diktators” von Manfred Koch-Hillebrecht, Siedler Verlag 1999. Wenn Du mal sehr viel Zeit hast - mit Anmerkungen und Schlagwortregister sind es 511 Seiten.

  5. 5 an.na

    Nein, es war ein gedachter Fehler. Intuitiv habe ich es richtig geschrieben, dann aber gedacht, es sei falsch gewesen:

    http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/stehgreif.shtml

    Wie auch immer, ich habe einen Fehler gemacht ;)

  6. 6 Bardamu

    @ Claudia
    Ich habe vor längerer Zeit die Hitler-Biografie von Joachim Fest gelesen und fand sie sehr gut (die Speer-Biografie von Fest hinterließ dagegen einen zwiespältigen Eindruck).

    Die “Anmerkungen” sind mir vom Hörensagen und -lesen als glänzendes Essay bekannt. Ich möchte sie schon lange lesen. Nun ist es endlich soweit. (Sind ja nicht mal 200 Seiten.)

    @ an.na
    Stegreif war auch das einzige Wort (fast hätte ich “einzigste” geschrieben), welches ich aus einem ersten Impuls heraus als etwas zu leicht befunden hätte.

    Ich vergebe dir jedenfalls großmütig deinen unechten ersten und echten zweiten Fehler und hoffe, du kannst mit deiner Schande leben. ;o)

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