Ein Stöckchen aus Verlegenheit. Da ich ja ohnehin gern Zitate bringe, hier mal eins nach Anweisung:

  1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat)
  2. Öffne das Buch auf Seite 123
  3. Finde den fünften Satz
  4. Poste die nächsten drei Sätze
  5. Wirf dein Stöckchen an fünf weitere Blogger

Nun denn:

Daß er sie zerstörte - das war sein zweiter großer Fehler nach dem ersten, seine deutsche Europapolitik mit seinem Antisemitismus zu belasten. Um zu verstehen, warum er sie zerstörte - und zwar zweimal -, müssen wir seine Politik im Herbst 1938 und im Sommer 1940 ein wenig unter die Lupe nehmen. Dabei ergibt sich, daß er die Chance, die sich ihm zweimal bot, beide Male entweder nicht sah oder bewußt wegwarf - ein zweimaliger Unterlassungsfehler, der ebenso schwer wiegt wie die mehr augenfälligen Fehler des Jahres 1941, als er Rußland angriff und Amerika den Krieg erklärte.

Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler, 1978



6 Responses to “Hurra - ein Stöckchen”  

  1. 1 an.na

    Worum geht’s? Was zerstörte er?

  2. 2 Bardamu

    In diesem Abschnitt geht es um die Fehler Hitlers, wie er auf dem Gipfel der Macht 1938 nach dem Anschluss Österreichs und des Münchner Abkommens bzw. nach dem erfolgreichen Frankreichfeldzug 1940 seine Erfolge durch den Überfall auf Russland und die Herausforderung von Amerika verspielte.

    Hier die vorherigen Sätze:

    Deutschland hatte Hitler, und von Hitler hing es ab - was immer die soziologische Schule der Geschichtsschreibung dazu sagen mag -, ob aus dieser Situation ein geeintes und gestärktes, wenn auch zunächst deutsch beherrschtes Europa hervorging oder das, was tatsächlich daraus hervorgegangen ist. “Ich war Europas letzte Chance”, hat Hitler in den Bormanndiktaten vom Februar 1945 gesagt; in gewissem Sinne mit Recht. Nur hätte er hinzufügen müssen: “Und ich zerstörte sie.”

  3. 3 jana

    immer dieser gruppenzwang :)

  4. 4 an.na

    gestern gab es übrigens bei der zeit wiedermal einen artikel über celine:

    http://www.zeit.de/online/2008/06/vergessene-autoren-05

  5. 5 Bardamu

    @ an.na
    Danke für die Verlinkung des Artikels. Man hat, glaube ich, langfristig nur die Wahl zwischen Insasse in der Psychiatrie werden oder deren Leiter.

    Die “Reise ans Ende der Nacht” ist das Buch, welches mich am stärksten beeindruckt hat. Geradezu Pflichtlektüre für alle zornigen jungen Männer.

  1. 1 Der rote Faden

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