Das Eigentliche
Las kürzlich “Schloss Gripsholm” im sechsten und letzten Band der Tucholsky Sammelausgabe. So hübsch melancholisch. Danach eine Auswahl von 1930 bis 1932. Die späten Werke sind von unüberhörbarer Resignation und Enttäuschung geprägt. “Leere” (Lesen!) von 1930 gefällt mir besonders.
Ab September bin ich in der Psychiatrie. Wahrscheinlich hielt man es für angebracht. Das kam ganz unverhofft, man fragte mich nicht. Hoffentlich komme ich nicht gleich in die geschlossene Abteilung. Jaja, politisch korrekt und euphemistisch “beschützt” genannt – auch so ein Witz. Hauptsache die Sprache gibt sich humanistisch, der Rest ist nicht so wichtig. Von dort jedenfalls hörte ich schon so manche wunderliche Geschichte. Mal schauen…
Man soll sich keine Illusionen machen – auf keinem Gebiet.


Wie jetzt.
Als Pfleger oder als Insasse.
Vroni
4. August 2008 um 10:42
Zum Insassen reichen meine Defizite nicht, deshalb versuche ich es erstmal als Pfleger.
Bardamu
4. August 2008 um 12:15
“Zum Insassen reichen meine Defizite nicht,…”
Echt zu nix zu gebrauchen.
^^
Vroni
4. August 2008 um 15:03
Wird schon werden.
Bardamu
4. August 2008 um 18:33
Darf ich Dir einige meiner Defizite zukommen lassen? Vielleicht wirds dann was mit der Zukunft als Insasse, und ich könnte auf sie – also die Defizite – leichten Herzens verzichten.
Claudia
4. August 2008 um 18:55
Manche haben keine Defitzite, sie haben zu viel von allem:
Wahrnehmung, Empfindung, Innenleben.
Daher halten sie die Welt nicht aus.
Vroni
4. August 2008 um 21:41
Kurzkommentar 2008-08-05…
• Atomausstieg nicht verhandelbar – Roth gegen Schwarz-Grün
• Housing Slump Hits Northern Ireland Economy Harder Than Bombs
• Steuerfahndung ermittelt gegen Toll Collect
• Das Eigentliche
• Air Berlin …
Duckhome
4. August 2008 um 22:02
Man muss seine “Defizite” als Ausdruck seiner facettenreichen Persönlichkeit lieben lernen oder wenigstens akzeptieren, sich jedenfalls nicht dagegen übermäßig wehren. Aalglatte Strömlinge, die gut funktionieren, gibt es wie Sand am Meer und sie sind tödlich langweilig. In klaren Momenten ahnen sie das vielleicht sogar selbst.
Wobei ich hier mit “Defiziten” nicht gesundheitliche Einschränkungen meine, die ein selbständiges Leben unmöglich machen, sondern mehr so dieses allgemeine Unbehagen der modernen Gesellschaft und sozialen und politischen Entwicklungen gegenüber. Das ist ja mehr ein Ausdruck eines wachen sich der Verblödungsmaschinerie wehrenden Geiste als ein wirkliches Defizit.
Bardamu
5. August 2008 um 09:31
Ein Defizit ist, wenn etwas fehlt. Latenisch deficere, ausgehen, verschwinden.
Ein Unbehagen ist doch kein Defizit, es ist im Gegenteil eine zusätzliche Wahrnehmung, die andere nicht haben.
Dass ein Unbehagen kein sehr lustiges Gefühl ist, stattgegeben, aber es ist kein De-fizit.
Es sind zusätzliche Antennen.
Vroni
5. August 2008 um 12:10
[...] Im September komme ich doch nicht in die Psychiatrie, noch nicht. Im Moment scheint mir das auch gar nicht nötig. Die Bewohner der anderen Stationen [...]
Am Rande « Eine Art Tagebuch…
21. August 2008 um 09:59