Meißen
Sah heute in Meißen auf der Mole des Winterhafens mehrere Schmetterlinge, Kohlweißlinge, Kleine Füchse und einen Admiral. Die sonnten sich gleich mir auf den Steinen. In der Luft überhaupt viele kleine Insekten, die mir mit Vorliebe mitten ins Gesicht flogen. Auf mein Haupthaar legten sich derweil schwebende Spinnenfäden.
Aber ich will gar nicht klagen. Das einzige was wirklich stört, ist der dauernde Verkehrslärm. Wie müssen die Städte sich früher angehört haben? Hufe- und Wagengeklapper, das Rumoren der Handwerker in ihren Werkstätten, das Rufen der Händler auf den Marktplätzen, das Schnaufen einer Dampfmaschine, ab und zu klopft eine Hausfrau einen Teppich aus oder ihren Mann, wenn er besoffen heimkommt (Ein älterer, aber leicht besoffener Herr – ha!). Was weiß denn ich, es verklärt sich ja alles, wenn es eine Weile her ist. Denke aber doch, der Lärm war menschlicher.
Wie wird die Stadt sich in ein paar Jahrzehnten anhören, faucht und rauscht sie immer noch? Will ich gar nicht wissen. Ich hoffe viel leiser als heute.

