Archiv für Dezember 2008
Waldgießkannen
Jahresendworte
Mein neues Stativ wurde mir bereits heute von einer mürrischen Postbotin gebracht. Der unbedingt notwendige Kugelkopf reist natürlich erst später an, das heißt in ein paar Tagen. Ich freue mich trotzdem. Kann ich mein 15 Jahre altes Klapperstativ endlich in Rente schicken.
Seit Tagen etwas erkältet. Ein besonders unwürdiges Krankheitsbild für einen Mann. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Man schämt sich fast ein bisschen.
Heute Nachmittag auf dem Heidefriedhof in Dresden gewesen. Kurzer Rundgang, dann aber wegen Kälte und beginnender Dunkelheit abgebrochen. Ein paar Aufnahmen gemacht. Dabei die Binsenweisheit bestätigt gefunden, ein Stativ beugt nicht nur der Verwacklungsunschärfe vor, sondern kommt der ganzen Bildkomposition zu Gute. Man nimmt sich viel mehr Zeit.
Nun zündeln die Honks schon wieder mit ihren Knallern. Eine zu überprüfende Beobachtung: Verwendung von Kapuzen-T-Shirts lässt immer auf einen niedrigen IQ schließen.
Versuchte Kaltstellung
Fuhr gestern auf der Autobahn Richtung Osten, hundert Meter vor mir zwei LKW dicht hintereinander. Wollte schön vorbeischnüren mit verbrauchsoptimierten 130 km/h. Da fliegt vom hinteren LKW eine riesige Eisplatte in schönem Bogen in die Luft nach hinten weg und zerplatzt auf der Piste in tausend handgroße Stücke. Während ich bremsend über die Reste rumple, fliegt eine zweite noch größere Platte in gleicher Weise nach hinten weg. Wieder mit hundert über die Reste gerumpelt.
Inzwischen hab ich einen fetten Jeep im Genick, der’s nicht so mit dem Bremsen hat. Also mit Schmackes vor der dritten Platte an den LKW vorbei und dabei versucht „Arschloch“ in Morsezeichen zu hupen. Man möchte ja nicht das alte Jahr mit einer kalten Platte auf dem Schoß beenden.
Steinpilz
Wortmeldung
Seit heute dürfen die einfachen Menschen nun wieder Silvesterknallkram kaufen. Das tun sie auch und hantieren gleich damit rum. Gegenüber lassen die Honks schon Raketen aus dem Fenster steigen. Hoffe, in den Notaufnahmen liegen Nadel und Faden bereit oder was man sonst so braucht, um abgesprengte Finger und Nasen wieder anzusticken. Das Prothesengewerbe hat auch noch Kapazitäten frei, hört man.
Den Rest des Jahres nun frei (das heißt nicht arbeiten gehen). Aus diesem Grund heute etwas herumgewandert. Kalt war es am Kopf, besonders an der sonnenabgewandten Seite. Spät am Abend ein neues Manfrotto-Stativ und einen Kugelkopf bestellt. Mein Weihnachtsgeschenk für mich. Nun wird alles besser, das weiß ich ganz bestimmt. Wollte noch mehr schreiben, habe aber wegen des billigen Rotweines und der Kopfschmerzen vergessen, was das war.
Verweile doch…
Müde
Fühle mich gemeinsam mit dem alten Jahr immer schwächer werden. Meine Müdigkeit ist grenzenlos. Zum Glück muss ich die Feiertage arbeiten, sonst würde ich gar nicht mehr aufstehen.
Altes Krematorium
Mehr Licht!
Es ist sonst so schwierig mit dem Bildermachen. Früh am Vormittag dunkel, nachmittags dunkel, in der Zwischenzeit Regen, Sturm und tausend Dinge zu erledigen. Aber die Tage werden nun wieder länger – ein Glück.
Gestern Nachmittag auf dem Johannis-Friedhof in Tolkewitz gewesen. Das alte Krematorium, ein Jugendstilbau von 1911, fotografiert. Im Wasserbecken davor eine rötliche Wolke bemerkt, die sich bewegt. Es war ein Schwarm Goldfische, der dort haust. Bleiben die über den Winter da oder wurden die vergessen?
Gleich vorn am Wasserbecken linker Hand das Grab vom Immelmann – „Adler von Lille“ steht darauf. Wie schön.
Besuch
Im Vogelhäuschen sitzt eine Türkentaube und frisst mit den Spatzen um die Wette. Mme. Lilli beobachtet die Szenerie durch die Scheibe und kann es nicht fassen, dass die Vogelbande ihren Protest – lautes Maunzen, an die Scheibe trommeln – einfach ignoriert.
Gestern kam eine fremde Katze und sah frech zur Terrassentür herein. Ich dacht Mme. Lilli explodiert. Meine Katze hat es nicht so mit Sozialkontakten. Sie passt perfekt zu mir.





