Archiv für Juni 2009
Blick zurück
Mein Auto
Der Marder, das Arschloch, hat in den Kühlschlauch meines Autos gebissen. Die Spuren wurden mir heute vom Kfz-Meister gezeigt. Nicht, dass es schon reichte, wenn der Marder mit seiner Frau auf meinem Auto des nachts Walzer tanzen würde. Walzer muss es nämlich sein, wie ich aus der Fußspurenlage fast jeden Morgen schließen kann.
Jetzt kommt also zu den anderen tausend Kleinigkeiten noch ein neuer Kühlschlauch hinzu. Sitze nun paralysiert vor dem verstaubten Telefon, in der Angst, der KfZ-Meister könnte anrufen und weitere gefundene und unbedingt zu behebende Kleinigkeiten vermelden. Übrigens war die Werkstatt schön menschenleer, was leider die Preise bisher nicht beeindruckt hat.
Weg
Zwei Dinge starben unlängst. Der Weltkulturerbetitel für Dresden und ein abgegessener Popbarde. Finde medial das eine zu wenig, das andere zu viel beweint.
Mal festgehalten
- Frauen mit kieksenden Piepsstimmen gehen mir auf die Nerven. Möchte ihnen immer Whiskey und Zigaretten anbieten.
- Viele können mit Kritik nicht umgehen. Ich kann mit Lob nicht umgehen, das ist viel schlimmer.
- Wurde gestern von einer Patientin als „Igel auf zwei Beinen“ bezeichnet. Finde mich treffend charakterisiert.
Lebensgefahr
Bruchstückhaftes
Heute mehrfach einsam gefühlt. Das Los aller großen Männer! Kleiner Scherz. Man muss sich dem Empfinden manchmal hingeben, nur nicht zu sehr. Sonst wird’s peinlich. Und Weinerlichkeit geht mir nicht nur bei anderen auf die Nerven.
Ich würde gerne etwas schreiben, nur geht das gerade nicht. Der Kopf ist leer. Und Befindlichkeitsbloggen ist grundsätzlich abzulehnen. Schlechter Stil.
Heute Nachmittag im Wald gewesen. Herumgestromert. Schön war es dort und vom Regen alles feucht. Die Hosen bis zum Knie und die Schuhe wurden nass. Ein mir unbekanntes Insekt stach mich bei Fotoaufnahmen in den rechten Zeigefinger. Ich habe es umgebracht.
Blick ins Grüne
Vergleichende Sozialforschung
Ein weiterer interessanter Aspekt der Arbeit in einem ambulanten Pflegedienst: Man kommt in Wohnungen und Familienverhältnisse hinein, zu denen man sonst niemals einen Zugang hätte. Was man da alles zu sehen und zu hören bekommt. Da freut sich der innere Amateursoziologe. Zugleich wächst die Gewissheit, meine eigenen Absonderlichkeiten und Störungen sind gar nicht so schlimm. (Als solche empfunden habe ich sie sowieso nie, nur ab und zu als etwas hinderlich.)
Vorbei
Die alte Frau ist nun auch gestorben, noch in der Kurzzeitpflege. So schnell kann alles vorbei sein. Und doch ist es gut so. Die zwei alten Leutchen gehören einfach zusammen.





