Eine Art Tagebuch…

Beobachtungen ¦ Fotos ¦ Notizen

Archiv für die Kategorie ‘Geschichte

Woran liegt das?

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Einer Anregung Frau Buschheuers folgend. Schulische Beurteilung des kleinen Bardamu vom Ende des ersten Halbjahres der ersten Klasse, 6. Februar 1981:

Bardamu ist ein stiller, gewissenhafter Schüler. Er ist sehr um gute Leistungen bemüht. Das gelingt ihm auch schriftlich besser als mündlich. Seine Mitarbeit im Unterricht könnte wesentlich besser sein. Oft weiß er die Antwort, hebt aber nicht die Hand. Bardamu, woran liegt das? Zuverlässig erfüllt Bardamu seine Dienste und ist stets hilfsbereit. Ins Kollektiv hat er sich gut eingefügt. Schwatze nicht mit S.¹!

[¹] S. war meine Sandkastenfreundin.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

23. September 2009 um 12:01

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Lebensgeschichte

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In einer fremden Wohnung. Ein alter Mann erzählt mir aus seiner Jugend: Rußlandfeldzug, Einnahme von Kiew, zwei ältere Brüder gefallen. Später Westfront, Raum von Callais, Gefangennahme. Jahre der Gefangenschaft, zwei Jahre in den USA – Pennsylvania und Virginia. Dann auf’s Schiff nach Europa – gelandet in Amsterdam. Eine Woche Hoffnung auf Freiheit. Vergebens. Nach England gebracht für weitere zwei Jahre.

Dann nach Hause gekommen. Fremd gefühlt nach 10 Jahren Abwesenheit. Sagt, er kann über die Erlebnisse nicht sprechen, nur Zeitangaben machen. Nicht gewusst, was tun. Jemand lädt ihn zu einem Maskenball ein. Nur widerwillig hingegangen. Noch fremder gefühlt, ganz stark. Konnte gar nicht tanzen, herumgesessen, getrunken. Dann Damenwahl, eine Frau will ihn holen. Sagt, macht nichts, dass er nicht tanzen kann. Die hat er dann geheiratet.

Jetzt sitzt sie im Bad und wird von meinem Compagnon gewaschen, weil das alleine nicht mehr geht. Der Mann erzählt mir inzwischen sein Leben, er zeigt mir die Wohnung, in der sie seit den 50′er Jahren wohnen. Auch das Kinderzimmer, das nicht gebraucht wurde. Fehlgeburt, sagt er. Jetzt ist es Abstellraum für die Pflegeutensilien seiner Frau. Er sagt, er kann sie nicht mehr versorgen, die Wohnung nicht mehr in Schuss halten. Er sei zu alt und zu schwach. Er ist jetzt 88 Jahre. Er liebt seine Frau sehr, das sieht man, als sie endlich hereingeführt wird. Sie werden bald gemeinsam in ein Heim ziehen.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

8. April 2009 um 19:34

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Napoleon

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Im Mallorcabuch von George Sand findet sich eine ähnliche Napoleonverehrung wie bei Stendhal. Napoleon als Zerstörer der alten Ordnung und als Begründer eines neuen Frankreichs und Europas, der Gedanke begeistert mich auch (im Rahmen meiner Möglichkeiten). Wobei sich mir ab und zu die Frage stellt, hat Napoleon die Revolution nun verraten oder sie vollendet? Bin da etwas unentschieden.

Aber man kann nicht die Welt verändern und dabei den Grundsatz verfolgen niemandem wehzutun. Die Frage ist: Rechtfertigt das große Ziel die zu erbringenden Opfer oder nicht. Eine Frage die sich unsere lächerliche Konsens-Gesellschaft, die am Ende ja nicht mal eine ist, gar nicht mehr stellt.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

19. November 2008 um 10:51

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Reformatoren

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Martin Luther wird mir ab dem Punkt unysmpathisch, an dem seine Lehre beginnt ins Dogmatische umzukippen. Also etwa ab 1525. Das gleiche bornierte Keifen, wie bei der katholischen Inquisition. Wahrscheinlich ist was dran an der Aussage, dass man dem, was man bekämpft, mit der Zeit immer ähnlicher wird.

Bei Thomas Müntzer fand ich übrigens dieses:

„Die Herren machen selber, daß ihnen der arme Mann feind wird.“

Heute ist das zum Glück alles ganz anders.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

5. September 2008 um 10:18

Veröffentlicht in Geschichte, Literatur, Zitate

Alt gegen neu

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Ich sah letztens ein paar Bruchstücke einer Dokumentation über Pierre und Marie Curie. Als bemerkenswert empfand ich, dass Pierre Curie, der mit seinem Kopf in der Zukunft steckte, die Radioaktivität erforschte, dass dieser Forscher letzten Endes ganz profan von einer Pferdedroschke überfahren und zu Tode gebracht wurde. Das 19. Jahrhundert schlug noch einmal zurück. Bei aller Tragik auch sehr komisch.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

7. Januar 2008 um 19:56

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Feuer im Stallhof

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Das Dresdner Schloss wurde angesengt beim Brand des historischen Weihnachtsmarktes im Stallhof heute Morgen. Noch mal Glück gehabt.

Nachtrag:
Nun bringt auch DNN eine kleine Meldung.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

17. Dezember 2007 um 11:15

Veröffentlicht in Geschichte, Notizen

Luther vs. Tetzel

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Dabei fällt mir ein, der Tetzel, Martin Luthers Hauptgegner in der Ablassgeschichte, der wurde hier um die Ecke in Pirna geboren. Im Jahr 1465 war das, was ich allerdings nachschlagen musste.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

18. November 2007 um 11:27

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GEO-Magazin: Martin Luther

mit einem Kommentar

In der aktuellen Novemberausgabe des GEO-Magazins findet sich unter dem Titel „Wer weiß, ob es wahr ist“ ein interessanter Beitrag über Martin Luther. Es werden Linien von den Erkenntnissen Luthers bis zu den Entdeckungen von Freud und Heisenberg in der Psychologie und Physik gezogen. Manchmal etwas bemüht, wie ich finde.

Nichtsdestotrotz gefällt mir der Vergleich der Lutheraussagen mit den Aussagen der Heisenberg’schen „Unschärferelation“, dass man ein Objekt rein durch die Beobachtung schon in seinem Verhalten beeinflusst. Die so gemachten Beobachtungen also kein reales Bild des Objektes zeigen, sondern nur durch die Beobachtung selbst schon verfälscht sind.

Hah, ich verzettel mich. Was ich sagen will, mir gefällt Luthers Forderung nach mehr Passivität, das Geschehenlassen. Statt unentwegt aktiv nach Gründen, Beweisen und der Wahrheit zu suchen, erkennt man nichts, weil man sich selbst mit seinen Ansprüchen und seinem Eifer die Sicht auf die Dinge verstellt.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

15. November 2007 um 17:36

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Simplicissimus online

mit 3 Kommentaren

Die Thüringer Blogzentrale machte mich darauf aufmerksam, im Internet ist jetzt neben dem Kladderadatsch auch der Simplicissimus frei verfügbar.

Bei Tucholsky las ich schon einiges über den Simplicissimus – meistens allerdings nichts Gutes, vor allem über den nationalistischen Ton in der Satirezeitschrift während der Zeit des 1. Weltkrieges. Bis dahin war der Simplicissimus eine Institution gewesen, der Abstieg begann mit dem Krieg. Gut, wenn man sich nun selbst ein Bild machen und in den alten Ausgaben stöbert kann.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

16. August 2007 um 20:11

Veröffentlicht in Geschichte, Internet

Ein Webfundstück

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Eine schöne Entdeckung habe ich im Internet gemacht, etwas zum Stöbern für verregnete Sonntage, aber nicht nur. Eine Web Gallery of Art, ein virtuelles Museum europäischer Malerei und Plastik der Zeit von 1100 bis 1850.

Meinen Henri IV von Frankreich, der als Skulptur in Pau auf der Place Royale steht, und von dem Tucholsky in seinem Pyrenäenbuch sagt:

Und im Jahr 1843 bekamen sie nun ihren guten Heinrich, „Lou noustre Henri“, wie es im Dialekt heißt. Er steht noch auf dem Platz, aber ich habe ihn gut gekannt: er ist nicht getroffen.

Den habe ich auch da im virtuellen Museum gefunden. Und noch viel mehr, seine zweite Frau zum Beispiel, die er nicht liebte aber welche die Thronfolge sicherte und ihre Landung in Marseilles.

Das allein ist schon Grund genug, die Seite auf meine Blogroll zu setzen.

Geschrieben von Ferdinand Bardamu

29. Juli 2007 um 13:09

Veröffentlicht in Geschichte, Internet, Literatur, Zitate