Archive for the 'Literatur' Category

Parallelen

13Mai08

Mir ist die Erzählung “Leibhaftig” von Christa Wolf in die Hände gefallen. Die erste Zeilen erinnern mich an Sequenzen des Filmes “Serpico”. Dabei haben beide inhaltlich nichts miteinander zu tun. Es ist die Eröffnungsszene.
Im Buch wird die Ich-Erzählerin im Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren. Im Film ist zu Beginn minutenlang die Sirene eines Polizeiautos zu hören, [...]

Über Wahlen und Meinungsumfragen:
Um zu echten Überzeugungen zu kommen, bedarf es zweier Voraussetzungen: adäquate Information und das Bewußtsein, daß die eigene Entscheidung wirkmächtig ist. Die Meinungen des machtlosen Zuschauers drücken nicht dessen Überzeugungen aus, sondern sind so unverbindlich und trivial, wie die Bevorzugung einer Zigarettenmarke. Aus diesen Gründen repräsentieren die in Umfragen und Wahlen geäußerten [...]

März

06Mai08

Wir haben da einen im Heim, der erinnerte mich immer an irgendwen. Heute fiel es mir ein, es ist der März. Das heißt, er erinnert mich an das äußere Bild, das ich mir von ihm gemacht habe.

Habe mir endlich die “Anmerkungen zu Hitler” von Sebastian Haffner bestellt. Eine längst überfällige Handlung. Habe mal irgendwo gelesen, dass Raimund Pretzel sein Pseudonym einerseits aus Verehrung von Johann Sebastian Bach und andererseits aus Liebe zu Mozarts Haffner-Sinfonie aus eben jenen Teilen zusammensetzte. Würde ich zu (Möchtegern-)Intellektuellen-Parties eingeladen, könnte ich das mal anbringen. Sieht aber [...]

Angefange Gedichte aus einem aufgehörten Leben
Wer doch den Mut zur Feigheit hätte,
denn Feigheit nennt man jenen Mut,
der die zu schwer gewordne Kette
des Daseins leise von sich tut.
Wer doch den Mut zur Feigheit hätte,
dem allem aus dem Weg zu gehn
und unerkannt, an fremder Stätte
allein im Nachtwind zu verwehn.
Es fragt sich nur, geht es nicht drüben [...]

Heute diese Zeile gehört. Bekannt vorgekommen aus dunkler Frühzeit oder weiß der Teufel. Vermuteter Ursprung: Gedicht. Nicht gewusst aus welchem Gedicht. Ganz ungehalten deshalb geworden. Gesucht und nur einen Roman gefunden und die Verfilmung des Romanes. Die benutzen aber auch nur das Zitat und sind nicht dessen Ursprung. Zu guter Letzt - Heureka - doch [...]

Gestern ein Buch bekommen und zwar dieses hier: Georg Schramm, Lassen Sie es mich so sagen…. Sehr darüber gefreut. Ich halte Georg Schramm für einen der besten zeitgenössischen politischen Kabarettisten, wenn nicht den besten. Gehn Sie mir weg mit den zahnlosen sogenannten Comedians, diesen lächerlichen und peinlichen Figuren, die glauben ihre Hampeleien hätten etwas mit [...]

Geliefert

17Dez07

Gerade klingelt’s an der Tür. Die Postbotin bringt mir ein Päckchen - eine Büchersendung. Am Sonnabend erst bestellt, heute schon in den Händen: Die Pest von Albert Camus und Haben oder Sein von Erich Fromm. Feine Weihnachtslektüre.

Sehr gelacht und zustimmend genickt bei der Lektüre von Die Essayisten. Eine der späten Arbeiten von Tucholsky, die mir sehr gut gefällt. Für eine einfache klare Sprache, den geschwollenen Adjektiven kalte Umschläge machen, gegen aufgeblasenes Geschwurbel und Phrasendrescherei - richtig so.

Dieser Satzanfang! Er geht mir schon tagelang nicht aus dem Kopf. Das Ende des Sommers, der Beginn des Herbstes - besser kann man das gar nicht ausdrücken.
Zum Nachlesen hier: Kurt Tucholsky, Das verzauberte Paris, 1927