Archive for the ‘Literatur’ Category
Gedicht
Stieß in der Erzählung von Christa Wolf auf Auszüge aus einem Mondgedicht. Kurz recherchiert. Es handelt sich um dieses hier: An den Mond von Goethe.
Parallelen
Mir ist die Erzählung “Leibhaftig” von Christa Wolf in die Hände gefallen. Die erste Zeilen erinnern mich an Sequenzen des Filmes “Serpico”. Dabei haben beide inhaltlich nichts miteinander zu tun. Es ist die Eröffnungsszene.
Im Buch wird die Ich-Erzählerin im Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren. Im Film ist zu Beginn minutenlang die Sirene eines Polizeiautos zu hören, das den angeschossenen Serpico ins Krankenhaus bringt. Die Sirene aus dem Film kam mir sofort beim Lesen der ersten Zeilen in Erinnerung.
Weil es scheißegal ist
Über Wahlen und Meinungsumfragen:
Um zu echten Überzeugungen zu kommen, bedarf es zweier Voraussetzungen: adäquate Information und das Bewußtsein, daß die eigene Entscheidung wirkmächtig ist. Die Meinungen des machtlosen Zuschauers drücken nicht dessen Überzeugungen aus, sondern sind so unverbindlich und trivial, wie die Bevorzugung einer Zigarettenmarke. Aus diesen Gründen repräsentieren die in Umfragen und Wahlen geäußerten Meinungen die niedrigste, nicht die höchste Ebene menschlicher Urteilsfähigkeit.
Erich Fromm, Haben oder Sein
März
Wir haben da einen im Heim, der erinnerte mich immer an irgendwen. Heute fiel es mir ein, es ist der März. Das heißt, er erinnert mich an das äußere Bild, das ich mir von ihm gemacht habe.
Buch- und Lektüresplitter
Habe mir endlich die “Anmerkungen zu Hitler” von Sebastian Haffner bestellt. Eine längst überfällige Handlung. Habe mal irgendwo gelesen, dass Raimund Pretzel sein Pseudonym einerseits aus Verehrung von Johann Sebastian Bach und andererseits aus Liebe zu Mozarts Haffner-Sinfonie aus eben jenen Teilen zusammensetzte. Würde ich zu (Möchtegern-)Intellektuellen-Parties eingeladen, könnte ich das mal anbringen. Sieht aber eher schlecht aus.
Komme derweil mit “Die Pest” gut voran, kann bis jetzt keine nennenswerten Längen feststellen. Gefällt mir bisher besser als “Der Fremde“, was mir auch schon zusagte, ist insgesamt reifer und runder. Es gibt übrigens eine kleine Anspielung am Anfang des Romans auf die Begebenheit, die in “Der Fremde” geschildert wird. Ein Mann erschießt am Strand anscheinend ohne jeden plausiblen Grund einen Araber.
Zum aktuellen Buch: Die Pest als Metapher für das Böse, den Zusammenbruch der bürgerlichen Ordnung und den Krieg, vor diesem Hintergrund die unterschiedlichen Verhaltens- und Handlungsweisen der Menschen. Wieder einmal frage ich mich, was hätte ich getan und kann keine Antwort finden. Ich kann nur hoffen, sollte ich einmal in eine derartige Situation geraten, nicht vollkommen menschlich zu versagen.
Begegnung mit Mascha Kaléko
Angefange Gedichte aus einem aufgehörten Leben
Wer doch den Mut zur Feigheit hätte,
denn Feigheit nennt man jenen Mut,
der die zu schwer gewordne Kette
des Daseins leise von sich tut.
Wer doch den Mut zur Feigheit hätte,
dem allem aus dem Weg zu gehn
und unerkannt, an fremder Stätte
allein im Nachtwind zu verwehn.
Es fragt sich nur, geht es nicht drüben weiter ?
Dann bleibt man auch im Tod noch Außenseiter.
Mascha Kaléko
“Kalt ist der Abendhauch…”
Heute diese Zeile gehört. Bekannt vorgekommen aus dunkler Frühzeit oder weiß der Teufel. Vermuteter Ursprung: Gedicht. Nicht gewusst aus welchem Gedicht. Ganz ungehalten deshalb geworden. Gesucht und nur einen Roman gefunden und die Verfilmung des Romanes. Die benutzen aber auch nur das Zitat und sind nicht dessen Ursprung. Zu guter Letzt - Heureka - doch noch gefunden: Matthias Claudius, Abendlied.
Dombrowski und andere
Gestern ein Buch bekommen und zwar dieses hier: Georg Schramm, Lassen Sie es mich so sagen…. Sehr darüber gefreut. Ich halte Georg Schramm für einen der besten zeitgenössischen politischen Kabarettisten, wenn nicht den besten. Gehn Sie mir weg mit den zahnlosen sogenannten Comedians, diesen lächerlichen und peinlichen Figuren, die glauben ihre Hampeleien hätten etwas mit Kabarett zu tun. Schlechte Pausenclowns sind das bestenfalls.
Georg Schramm ist Kabarettist der alten Schule, was für sich genommen schon ein Qualitätsmerkmal ist. Das der Scheibenwischer auf dem absteigenden Ast ist, liegt zum einen am Aufhören von Hildebrandt zum anderen am Weggang von Schramm. Absolut sehenswert: Neues aus der Anstalt - das (nicht mehr ganz) neue Fernsehbetätigungsfeld von Schramm nach dem Scheibenwischerschlussstrich.
Geliefert
Gerade klingelt’s an der Tür. Die Postbotin bringt mir ein Päckchen - eine Büchersendung. Am Sonnabend erst bestellt, heute schon in den Händen: Die Pest von Albert Camus und Haben oder Sein von Erich Fromm. Feine Weihnachtslektüre.
Kalte Umschläge
Sehr gelacht und zustimmend genickt bei der Lektüre von Die Essayisten. Eine der späten Arbeiten von Tucholsky, die mir sehr gut gefällt. Für eine einfache klare Sprache, den geschwollenen Adjektiven kalte Umschläge machen, gegen aufgeblasenes Geschwurbel und Phrasendrescherei - richtig so.

