Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’
Feierabend
Sehr betrübt, weil mein Drogeriemarkt nun bald schließt. Kaufe da seit 100 Jahren Duschbad, Klopapier und Kondome (ersteres häufiger). Muss mir nun auf meine alten Tage eine neue Verkaufsstelle suchen. Unerträgliche Zumutungen des Alltages. Die Mädels im Laden werden mir fehlen.
Schreibkram
Neue Notizbüchlein müssen sein, die alten sind bald vollgeschmiert. Stehe nun vor der Frage wieder teure chinesische Fake-Moleskines oder doch besser billige chinesische Anscheins-Moleskines anzuschaffen.
Verneige mich bei der Gelegenheit noch einmal vor unseren Wirtschafts- und Politikführern, die dem kleinen Mann seit Jahren so intensiven Kulturgutaustausch mit China ermöglichen.
Holy Crisis
Die Bank bittet zum Gespräch. Anlagestrategie überprüfen und so. Die haben Nerven. Werde versuchen ein seriöses Gespräch zu führen – von Pleitier zu Pleitier sozusagen. Nehme besser Taschentücher mit. Denn es wird sicher geweint werden.
Nachtrag 10.09.2009 20:09 Uhr:
Es wurde natürlich nicht geweint. Dafür sind wir zu alte und professionelle Hasen. Mal sehen, wer schneller auf die Beine kommt. Habe da so einen Verdacht.
Fenster auf!
„Wir müssen alle wütend werden!“ Aus dem Film Network von 1976.
Scheininnovation
Schlüsselbänder lehne ich ab. Warum muss man heute an jedem Schlüssel einen Meter Gurt in Form einer Schleife befestigen? Zum Umhängen? Kenne niemanden, der das macht. Macht niemand. Die Gurte hängen aus Hosentaschen, Einkaufstüten, werden zusammengeknüllt mitsamt Schlüssel in der Hand getragen, um den Hals nie. Wenn also niemand den Schlüssel um den Hals trägt, warum dann überhaupt der Gurt? Soll doch die Wirtschaft ihre Werbung woanders hindrucken.
Presse-Erzeugnis
Die Kündigung der Sächsischen Zeitung wurde akzeptiert, alles andere hätte ich nicht akzeptiert. Man wolle mein Schreiben weiterleiten, heißt es, um meine vorgebrachten Gründe zu… was weiß ich, das interessiert mich gar nicht mehr. Das Ding ist tot und geht mich nichts mehr an. Heute fiel mir der Begriff „Bummi-Zeitung“ als Synonym für die Wochenendausgabe ein. Das passt so schön: Unterhaltungskitsch für anspruchslose Erwachsene.
Schlussstrich
Habe mich endlich aufgerafft das Miniabo der Sächsischen Zeitung zu kündigen. Ich schrieb in der Kündigung etwas von mangelnder kritischer Auseinandersetzung mit Zeitthemen, vorherrschendem Infotainment und zu dominantem Veranstaltungsteil. Hat der Praktikant in der Poststelle was zu lesen. Wird ihn zwar nicht interessieren aber mir war es ein Bedürfnis dieses einmal zu Protokoll zu geben.
Wie man sehen kann, habe ich das Weblog neu eingekleidet. Das neue Theme gefällt mir recht gut, hell aber nicht vollkommen weiß, angenehmes Schriftbild. Es hat ein paar kleine Macken, die ich mit meinen Hausmitteln nur schwer korrigieren kann. Ich werde dennoch (vorerst) dabei bleiben.
Air-conditioned nightmare
Gut, der Titel ist geklaut vom Miller Henry. Aber er passt so gut. Und es ist doch so schön, dass der amerikanische Traum weitergeht. Als wäre nix gewesen. Jetzt ist alles wieder gut. Nur ein paar Schwache im Glauben haben sich das Köpfchen weggepustet (vorher der Mutti und den lieben Kleinen). Die anderen stehen in Treue fest zum amerikanischen Traum.
Bitte beruhigen Sie sich und gehen Sie auseinander mit frischem Mut. Alles ist gut. Fragen Sie einfach den Merz (nicht den März, das könnte zu falschen Schlüssen führen).
Danksagung
Wie war das? Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren? Nein, nein! Es ist ganz anders. Der Staat wird ja nun Anteilseigner und verdient künftig mit (vielleicht, mal sehen, wenn alles gut geht…) und, man erinnert sich – oldie but goody -, hätte er nicht interveniert, wäre alles noch viel schlimmer gekommen (wer beweist mir das mal fix?). Egal. Es wirkt. Ich habe wahnsinniges Vertrauen gefasst. In einfach alles.
Stop loss
Da ja nun eine Finanzkrise da ist, wie die Medien nicht müde werden zu berichten, habe ich heute meine Fondsanteile verkauft. Alle 32 Stück.
Bin mir übrigens sicher, sollte ich einmal der Pleite nahe sein, wird der Staat einspringen, denn würde er das nicht tun, wäre alles noch schlimmer. Man muss Vertrauen haben.

