Böses Wetter

Jeder Morgen das selbe, blauer Terrorhimmel und „Gutelaunewetter“. Man könnte verrückt werden. Wie soll man denn da seine depressiven Verstimmungen dem einfachen Menschen verständlich machen? Dabei ist es gar keine depressive Verstimmung nur eine Art Nachdenklichkeit ohne nennenswerte Gedanken. Aber da kommt man schon wieder in die Erklärungsfalle hinein, was unbedingt zu vermeiden ist.

Also besser regnerisches Wetter mit tief und düster dahinjagenden Wolken, da brauchte man nur zum Himmel deuten und sagen: Ach das Wetter drückt mir aufs Gemüt. Das verstünde auch der letzte Hillbilly und stellte keine weiteren Hillbilly-Fragen.

Im Hospiz

Heute zieht er ins Hospiz ein. Das ging viel schneller als ich es für möglich hielt. Das wird nun seine letzte Station sein. Ein paar Dinge sind noch ungeklärt, zum Beispiel die Kostenübernahme durch die Krankenkasse und die Höhe der Zuzahlung.

Etwas ist mir unverständlich, es wird den Menschen eingeredet: Machen Sie eine Patientenverfügung, schreiben Sie hinein, was mit Ihnen passieren soll, wann sie welche Behandlung ablehnen und warum. Dann hat man so eine schöne Patientenverfügung, denkt, es sei alles geregelt und dann später im Krankenhaus interessiert das keine Sau. Aus Angst vor Sanktionen oder was weiß ich, ignoriert die Ärzteschaft das Papier, redet sich heraus mit angeblichen Ungenauigkeiten und fährt ihre Behandlungsstrategie stur weiter.

Zum Abschied vom Krankenhaus gibt es dafür nach nur drei Wochen Intensivstation den Ansatz eines Druckgeschwüres am Steiß mit auf den Weg.