Sich als Person vermarkten…

Starken Brechreiz löste die Lektüre eines Artikels der Wochenendausgabe der Sächsischen Zeitung aus. Den Artikel „Querdenker auf Erfolgskurs“ zu lesen, könnte vielleicht interessant sein, dachte ich, da ich ja selber nach einer „beruflichen“ Existenzmöglichkeit suche, die einen nicht spätestens nach ein paar Jahren in den Wahnsinn oder Selbstmord (gerne auch erweitert) treibt.

Aber was muss ich lesen? Ein Rhetoriktrainerin wird mit den Worten zitiert:

„Es gehe darum, eine individuelle Besonderheit zu entwickeln, mit der man sich als Person vermarkten kann und die einen unentbehrlich macht.“

Rhetoriktrainer? Das sind doch auch jene, die zum Beispiel den Politikern ihre stereotypen Fuchtelbewegungen beim Redenhalten und das Konstrukt: „Ein Satz, bedeutungsvolle Pause, stechender Rundblick ins Auditorium, der nächste Satz…“ beibringen.

Sich selbst vermarkten! – Ich kann es nicht mehr hören. Der Mensch hat nur einen Wert, wenn er einen Marktwert hat? Genau das scheint da wieder durch. Und wenn er keinen Marktwert hat? Darf man ihn dann rumschubsen, verarschen und demütigen? Darf man wenigstens seine Organe für die verwenden, die einen (höheren) Marktwert haben (Copyright Prof. Dr. Dr. h. c. Oberender)? Ich könnte kotzen!