Bewußtlosigkeit

„Es war Mai und ich noch nicht aufgewacht aus der Bewußtlosigkeit, in die ich gefallen war im Januar, als mir meine damalige Frau sagte, sie habe bei mir nie etwas anderes gefunden als Schmerz.“

Aus Bernd Wagner, Schattenmorelle, Erzählungen – Mai

Einer von diesen Sätzen, die mich packen und nicht mehr loslassen. Dessen Zweideutigkeit kam mir erst beim zweiten Lesen in den Sinn.

Reflektion

Was einem wirklich zu schaffen macht, ist die Erkenntnis, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Man möchte den äußeren Umständen die Schuld geben aber man ahnt im Innersten, dass man selbst es ist, der zu schwach und ungenügend ist. Man will sein grundsätzliches Scheitern nicht eingestehen und macht immer weiter, man scheut die Kapitulation, die unausweichlich ist.