Begegnungen

Wie gerädert. Therapie: Sich kräftig schütteln und weiter machen.

Ich habe gestern die sterbende Frau besucht. Physisch noch stabil, psychisch sehr angeschlagen, ruhelos und voller Angst. Sie wollte mir etwas sagen, hat mehrfach angesetzt, es aber nicht heraus bekommen. Ich habe ihre Hand gehalten und weiter nichts.

Später sah ich eine unglaublich kleine Maus auf einem Feldweg sitzen, der Körper vielleicht drei Zentimeter lang, der Schwanz einen Zentimeter. Ich hätte sie fast zertreten. Sie blieb sitzen mit geschlossenen Augen, bewegte sich kaum und atmete still vor sich hin.

3 Gedanken zu “Begegnungen

  1. Was ist wertvoller als Gesundheit?
    Und wenn ich mir was wünschen könnte, dann ein Sterben wie es meine Oma hatte…abends gut gelaunt ins Bett und nicht mehr aufwachen.
    Oder meine Tante, umkippen und dann totsein.
    Medizin ist nicht immer ein Segen.

    Schön, dass du sie besucht und ihre Hand gehalten hast. Trost spenden statt viele Worte ist auch eine Form der Kommunikation.

  2. Auch Kerngesunde sterben irgendwann. Die einzige Sache vor der wirklich niemand davonlaufen kann.

    Ich wollte ihr gerne sagen, dass man vor dem Sterben keine Angst haben muss, das ist nichts Schlimmes, davon bin ich wirklich überzeugt, aber ich ich habe es auch nicht herausbekommen.

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