Lektüre

„Lieblingsgestalten der Weltliteratur: Julien Sorel.“, schrieb Wolfgang Herrndorf am 24.9.2011. —
Auch eine meiner literarischen Lieblingsfiguren. Grund genug »Rot und Schwarz« noch einmal zu lesen. Nach den ersten Seiten der Eingewöhnung wieder der alte Sog des Romans und erneute Faszination für dieses hundertachtzig Jahre alte Buch.

Ruhe

Und immer die Angst, von misstrauischen Anwohnern verhauen zu werden. Schon Ansprachen, die über einen Gruß hinausgehen, strapazieren meine Nerven. Ich will nichts erklären müssen und besonders Diskussionen über die Panoramafreiheit töten jede Konzentration, die Stimmung sowieso. Am liebsten ist es mir, beim Fotografieren einfach ignoriert zu werden.

Assoziation

Vertrauensbeweis des Rehäugleins dergestalt, dass es mir erlaubt, ihr nachts, als wir allein sind, Drogen zu spritzen – Vitamin B12 jedenfalls. Kurzer abschweifender Gedankengang während der Injektion, welch ungewöhnliche Art das doch ist, in eine schöne junge Frau einzudringen. Es hätte gar nicht wehgetan, sagt sie.

Entwicklung

Übernächtigt und mit bohrendem Kopfschmerz, ein Nachklang der Nachtdienste, zur Wahl geschleppt. Dort festgestellt, dass ich keinen der Wahlhelfer mehr kenne, sind alles zugezogene enddreißiger Kirchenmütter, nur der Wahlschlitzzuhalter ist ein junger Schnösel im Konfirmandenanzug. Mich kennt auch keiner mehr, was mir recht ist.

Gestern lief ich die neue Trasse des als Umgehungsstraße verkauften Autobahnzubringers ab. Noch kann man dort Vögel zwitschern und Grillen zirpen hören und in Ruhe den grandiosen Ausblick auf Dresden genießen. Am 7. Oktober ist Eröffnung, dann ist nicht mal mehr Fahrradfahren dort erlaubt. Eine neue sinnlose Rennstrecke.