Hier drin

Vincent van Gogh soll über seinen Aufenthalt in der Irrenanstalt nicht unglücklich gewesen sein. Er schuf dort in knapp einem Jahr einhundertfünfzig seiner Werke.

„Ich bin glücklicher hier drin mit meiner Arbeit als ich es draußen sein könnte.“

Man stelle sich das einmal vor, was man erreichen könnte, wäre man befreit von den Anödungen des Alltages und den Zumutungen seiner Mitmenschen. Andererseits schärfen diese Zumutungen den Sinn für das wirklich Wesentliche – wenn sie ihn, was wahrscheinlicher ist, nicht abtöten.

2 Gedanken zu “Hier drin

  1. Ich hab das auch manchmal gedacht – gestern Nacht noch: Es waren und sind definitiv aber auch die stetigen, allgegenwärtigen Alltagsanforderungen. In der Psychiatrie konnte ich nicht nur bedingungslos so sein, wie ich war, ich musste mich auch um nichts, absolut nichts, null, nada kümmern. Nur Sein. Das war, ehrlich gesagt, ein gigantischer Luxus.

  2. Die Bewältigung des Alltages frisst 99 Prozent meiner Energie. Vollkommen unverhältnismäßig und unvertretbar. Ich kann mich nicht konzentrieren bei all dem Geschrei um mich herum und dem permanenten Ansturm der Banalitäten.

Hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s