Hochsitz im Wandel

Mich interessieren Hochsitze, ich fotografiere sie immer wieder. Man findet sie auch an jeder Ecke des Waldes. Ein Wandel in der Architektur ist dabei unverkennbar. Vor-Wende-Modelle, die es kaum noch gibt, sind einfach gehalten, meist offen und aus vor Ort gewonnenen Stangen zusammen genagelt, häufig einfache Leitern mit Sitzbrett an Bäume angelehnt. Es dominiert der Eindruck des Provisorischen.

Nach-Wende-Modelle sind viel aufwändiger. Meist geschlossene Kabinen mit Fenstern, freistehend. Vorgefertigte Fabrikware. Sie machen den Eindruck eines Häuschens auf Stelzen. Bloßer Fortschritt oder ein weiteres Indiz für die fortschreitende Naturentfremdung?

Jason Vaughn, ein amerikanischer Fotograf, interessiert sich auch für Hochsitze, seine Serie »Hide« zeigt amerikanische Modelle.

Nachtrag:
Ein nachdenklichen Text über Hochsitze: »Der Hochsitz: Trügerische Sicherheit im Sitzen

2 Gedanken zu “Hochsitz im Wandel

  1. Dieses sitzen auf einem Hochsitz hat nichts mit der Jagd zu tun. es erfordert keine Geschicklichkeit, ja nicht eimal wirklich Geduld. Man ist nicht im Wald sondern in einer anderen Art von Wohnzimmer, weit abgeschnitten von der Realität dort draussen. Mit Dach und Festern sind alle Sinne außer dem Sehen abgeschaltet. Es bedarf nur minimaler Jagdkunst aufgelegt auf ein Stück Wild zu schießen und zu treffen. Aber ist das Jagd. Wieviel erregender ist es doch sich im Wald zu bewegen. Eins mit einem Baum, ja Teil dieses Baumes zu werden und dann mit allen Sinnen lauernd sich eine Chance erarbeiten und dann dorch so dämlich zu sein mit einem einzigen Fußtritt und einem Knacken eintes trockenen Astes alles zunichte zu machen. Trotz geht man befriedigt von der Jagd nach Hause. Hat ein Lächeln übrig. Für sich, Fortuna und das Leben.
    Diese Art von Jagd ist nicht sehr gesundheitsfördernd. Zu oft bekommt man einen nassen Arsch, kriecht einem der Nebel in die Hosenbeine, oder gleitet kalt durch den Hemdkragen auf Brust und Rücken. Aber all das ist aufgewogen, wenn man Erfolg hat.

    Natürlich ist man mit der Waffe nicht auf Augenhöhe. Aber man ist Teil des Waldes. Gegen Entdeckung genau so schutzlos wie das Wild. Nein es ist nicht fair. Aber nachdem wir alle anderen Raubtiere ausgerottet haben, sind wir das einzige Raubtier das übrig geblieben ist.

  2. Welche Vielfalt! Ich habe eine Schwäche für Hochsitze, kann an keinem vorbei gehen, ohne ihn zu erklimmen, aber so tolle Exemplare wie auf Vaughns Bildern zu sehen, sind mir in natura noch nicht begegnet…

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