Sommerfest

Auf einem Sommerfest des Pflegeheimes lange am Eingang des Festzeltes gestanden und mit dem Rehäuglein unterhalten und auch mit H., die Spätdienst hatte und wegen des langen Quatschens mit dem Rehäuglein und mir prompt einen Anschiss bekam.

Mir sind solche Feste immer unendlich peinlich und die auftretenden halbseidenen Künstler tun mir leid. Sie haben meist kein dankbares Publikum oder eines, dass Dankbarkeit nicht zeigen kann oder will und im Übrigen fast vollkommen verrückt oder bereits halbtot ist. Es stiert und sabbert vor sich hin, gibt Tierlaute von sich oder versucht davonzulaufen, wenn die Fähigkeiten dafür noch ausreichen sollten. Es bleibt beim Versuch. Flüchtige werden eingefangen und wieder platziert oder nach erneuten Fluchtversuchen endlich doch geordnet abgeführt.

Und ich eigne mich nicht zum Einpeitscher und Stimmungskanonier, mir ist das alles unendlich peinlich. Ich bin dieses Mal, obwohl ich frei hatte, nur gekommen, um das Rehäuglein zu sehen, welches sich dort unbedingt zeigen wollte. So standen wir die ganze Zeit zusammen und redeten und zogen Unmut auf uns und gaben dem Gerücht, eine Affäre zu haben, weiter Nahrung.