H.

Der Versuch, die Sache mit H. doch noch im Keim zu ersticken, ist vollkommen misslungen. Ich habe mich um Kopf und Kragen geredet, es hat alles nichts genützt. Mit Erstaunen muss ich zur Kenntnis nehmen nun eine zwanzigjährige Geliebte zu haben. Die einzige gemeinsame Basis vom Beruf einmal abgesehen ist Sex. Dabei ist mir der gar nicht so wichtig. Aber auch das versteht sie nicht. Ich weiß nicht welchen Narren sie an mir gefressen hat. Es ist mir vollkommen unbegreiflich.

Ich höre auf darüber nachzudenken und nehme es einfach wie es ist. Das Spiel wird sich irgendwann totlaufen; sie wird das Interesse verlieren und mir wird es nicht besonders nahe gehen. Aber bis es so weit ist spiele ich meine Rolle. Das Klischee ist vollkommen. Ich will auch nicht undankbar sein, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir noch einmal im Leben eine so junge, vollkommen enthemmte Gespielin einfach so in den Schoß fällt? Gespräche und geistige Nähe sind auch nicht alles.

5 Gedanken zu “H.

  1. Lieber Ferdinand…
    lange schon in der Leseliste gespeichert und ab und an mal hier zu Besuch gewesen…aber erst jetzt, diesen, für die Blogger-Welt so untypisch „heissen“ und vor allem grund-ehrlichen Eintrag, zum Anlass genommen, dich ein wenig näher kennenlernen… *g* ich fühlte mich durch deine Zeilen, in das Jahr zweitausend-drei zurück katapultiert…hach, wie wunderschön, diese Zeit doch war…so wunderschönst…! da war ich die blutjunge (einundzwanzig-jährige) „Gespielin“ meines heutigen Ex-Mannes. er, mehr als doppelt so alt…! es war mit unter, eines der schönsten Zeiten, meines Lebens. die bis dahin Schönste sogar! ich nehme an, auch er, wird, wie d u jetzt, ähnliches gedacht haben…immer mit dabei, daß nagende Gefühl, es könnte seinem Gegenüber mit der Zeit langweilig werden…und er müsse mich ziehen-lassen, wenn diese dann gekommen sei… was soll ich sagen ?!? ich bin geblieben. vorerst. es hätte schöner nicht sein können! entgegen den Erwartungen aller, gründeten wir eine kleine Familie…unsere Tochter machte alles (fast) perfekt! tja und dann…wie das Leben eben so ist – wurde es mir doch irgendwann fad! immer öfter suchte ich das Weite. im wahrsten Sinne. denn, er nahm mir regelrecht die Luft zum atmen…! bei aller Liebe – ich musste gehen. und das taten wir dann irgendwann auch, meine/unsere Tochter und ich…

    heute glaube ich, dass es tatsächlich – auch wenn ich’s lange nicht wahr haben wollte – doch auch mit aufs Alter ankommt! oder, wir haben nicht genug gekämpft?!? …ich weiß es nicht… jedenfalls – hab Dank, für diese kurze „Auszeit von der Realität“… *g*
    genieße es einfach!

    liebst,
    Liv

  2. Hi… als ich 19 war, hatte ich – für drei Jahre – einen 30 Jahre älteren Geliebten. Ich fand es wunderbar, dass er eigenbrödlerisch, kauzig, älter, konturiert gewesen ist. Ich habe ihn schließlich (schweren Herzens, aber entschlossen) verlassen, weil er mir auf Dauer allzu vereinnahmend wurde; sogar eifersüchtig auf Freundinnen – dieses Problem wird H. ja nicht haben. ^^ Vor seinem Tod, viele Jahre später, sagte er, es sei so eine schöne Zeit gewesen. Ich wünsche dir auch eine schöne Zeit mit ihr, wie auch immer gestaltet und geartet.

    M.

  3. Danke für eure Beiträge. Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache. Dass ich am Ende als (alter) Arsch dastehen werde, macht mir nichts. Dass sie am Ende wirklich sehr verletzt sein wird, scheint mir jetzt schon sicher und tut mir jetzt schon leid. Ich weiß nicht, wie ich sie sanft entwöhnen könnte. Das Einfachste, es würde einfach einschlafen, das Wahrscheinlichere – Beendigung mit dem Holzhammer weil alles andere nicht funktioniert. Der folgende emotionale Vesuvausbruch lässt mir jetzt schon die Haare weiß werden, für meine schizoide Grundkonstitution das schiere Grauen. Ich rationalisiere und „denke“ meine Gefühle, kühl und klar – ihr vollkommen fremd. Sie ist ein kleines Gefühlspulverfass mit ultrakurzer Lunte.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.