Sommer adé

Die ausgedehnten Buchenbestände des Weicholdswaldes im oberen Osterzgebirge färben sich schon langsam gelb. Zwischen den einzelnen Schauern aus Nordwest scheint immer wieder für längere Zeit die Sonne und läßt die gelben Blätter leuchten. Auch unsere alte Linde im Garten in viel tieferer Lage weist im »Unterfell« bereits zahlreiche Gelblinge auf.

Unverständnis

Gestern endlich wieder einmal zum Fotografieren gekommen. Dabei muss alles passen: das Motiv, das Licht, meine Konzentration. Und die Konzentration fehlte in letzter Zeit häufig. Seit ein paar Tagen herrscht nun Funkstille zwischen H. und mir. Fast bin ich froh darüber. Sie wollte bei mir schlafen und das ertrage ich nicht.

Nun ist sie beleidigt wegen meiner Zurückweisung. Sie glaubt offensichtlich, ihre Eröffnung müsste das Größte für einen Mann sein und er kann nun gar nicht anders als glücklich sein. Mir hingegen stellen sich dabei die Nackenhaare auf. Meine Wohnung ist mein Rückzugsort von der Welt. Es reicht, wenn ich draußen die gesellschaftlich notwendige Farce mitspiele, hier drinnen ist mein Reservat. Wer da eindringen will, braucht einen sehr, sehr langen Atem.