Mutterliebe (II)

Die alte Frau fragt immer wieder, wann die Beerdigung ihres Sohnes sei. Seit er gestorben ist, geht es mit ihr weiter bergab. Er spricht mit ihr in ihren Träumen, erzählt sie. Was er sagt, kann sie nicht verstehen. Sie findet keine Ruhe, solange er nicht unter der Erde ist. Sie befürchtet, dass er aufgeschnitten wird um nachzusehen, woran er gestorben ist. Beim Versuch ihr das auszureden, versuche ich den Ausdruck »fehlendes öffentliches Interesse« zu vermeiden. Sich totsaufen, sich totrauchen, sein Leben vertun ist Privatsache. Dass ihre Welt dadurch untergeht, interessiert die Welt draußen nicht.

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