Glioblastom

Eine Bekannte hat nun einen Fall in der Familie. Optimistischste Prognose vielleicht ein dreiviertel Jahr. Nach allem was ich bisher gehört habe ist das klar übertrieben. Ich habe Herrndorf angesprochen, was vielleicht ein Fehler war. Sie ist etwas naiv aber ihr dämmert langsam, dass es kein schönes Ende nehmen und nicht mehr lange dauern wird. Herrndorfs fulminantes Tagesbuch »Arbeit und Struktur« immer noch online. Gleich wieder festgelesen.

5 Gedanken zu “Glioblastom

  1. Glioblastom. Erster Gedanke: Herrndorf. Erst vor ein paar Wochen wieder gelesen. Das Unglaubliche daran: jeder von uns kann ziemlich schnell verschwinden. Und was bedeutet das, zu verschwinden? Sind wir alle nur ein Windhauch? Das macht meinen Kopf ziemlich locker und dann beginnt da die never ending story der never endenden Fragen. Scheußlich schal. Härteste Stelle in Arbeit und Struktur: dass Herrndorf Psalm 88 las. Das zog mir echt den Stecker.

  2. Herrndorf war meine erste Begegnung mit dieser Erkrankung. Ich begann sein Tagebuch zu lesen ein paar Wochen vor seinem Suizid. Später hatten wir für kurze Zeit eine Frau in der Pflegefabrik mit dieser Diagnose – Endstadium, Finalpflege. Unfassbar wenn einem ein Tumor in ein paar Monaten das Hirn zerfrisst.

  3. Ja, er war auch meine erste Begegnung mit dem Monster. Ich las es schon recht früh, hörte dann aber auf. Ich konnte irgendwie nicht weiter – es kam mir so unwürdig vor, da am Bildschirm. Ich wollte es in Ruhe lesen, wenn er seine Ruhe gefunden hat. Von vorn bis hinten, keine großen Unterbrechungen. Das schien mir näher und richtiger. Für mich. Beim Lesen kam mir dann irgendwann am Ende der Gedanke, mal nach Berlin zu fahren. Im Deichgraf sitzen und an jemanden denken, den man nicht kannte. Lächerlich. Was so alles in den Köpfen der Menschen schwirrt.

  4. Ich habe jetzt eine schöne gebunde Herrndorf Gesamtausgabe im Schuber. Sein Tagebuch Arbeit und Struktur ist natürlich auch dabei. Wird alles der Reihe nach gelesen, wenn ich mit Bernhard durch bin, von dem noch Holzfällen, Frost und das was als seine Autobiographie bezeichnet wird: Die Ursache, Der Keller, Der Atem, Die Kälte und Ein Kind ansteht. Der oben bezeichnete Glioblastomfall hat überigens bereits ein Ende gefunden, viel rascher als vorhergesagt.

  5. Scheiß Krankheit. Ich musste meine Mutter vor wenigen Tagen verabschieden. Sie hatte sogar noch 18Monate. Ich bin mir sicher es würde länger gehen, wenn da nicht diese Pharmaindustrie und der starre konventionelle, zerstörerische Weg wäre. Leider.

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