Katze S.

Immer wieder fasziniert vom federnden Gang von S. Alle anderen mitarbeitenden Frauen im Bereich erscheinen im Vergleich zu ihr wie gehbehinderte Bauerntrampel. Wo lernt man so einen geschmeidigen, schwebenden Gang? Etwa angeboren? Ich schaue ihr gerne hinterher.

Parallelen

Der Kunstmaler Strauch aus Bernhards »Frost« erinnert mich in seinen Äußerungen an den Dichter März aus Kipphardts »März«. Der Dichter schizophren, der Maler in minderem Maße wahrscheinlich auch, vor allem depressiv. Die Verrückten sind die Hofnarren unserer Zeit. Sie dürfen – allerdings nicht ungestraft, sondern bei Strafe einer medizinischen Behandlung – der Gesellschaft unbequeme Aussagen an den Kopf werfen.

Alleinsein

„›Die Menschen, die einen neuen Menschen machen, nehmen doch eine ungeheure Verantwortung auf sich. Alles unerfüllbar. Hoffnungslos. Das ist ein großes Verbrechen, einen Menschen zu machen, von dem man weiß, daß er unglücklich sein wird, wenigstens irgendwann einmal unglücklich sein wird. Das Unglück, das einen Augenblick lang existiert, ist das ganze Unglück. Ein Alleinsein erzeugen, weil man nicht mehr allein sein will, das ist verbrecherisch.‹“

Thomas Bernhard, Frost