Folgerichtigkeit

„›Meine Zeit ist vergangen, so wie eine Zeit vergeht, die man nicht haben will. Ja, ich habe meine Zeit nie haben wollen. Die Krankheit ist die Folge der Interesselosigkeit an meiner Zeit, der Interesselosigkeit, der Arbeitslosigkeit, der Unzufriedenheit. Die Krankheit ist ja gerade da aufgetreten, wo nichts mehr war … meine Untersuchungen sind stehengeblieben, auf einmal habe ich gesehen: nein, diese Mauer übersteige ich nicht! Das war so: ich mußte einen Weg finden, den ich noch nicht gegangen bin … Die Nächte waren schlaflos, stumpf, grau … manchmal bin ich aufgesprungen: und sah langsam alles Erdachte falsch werden, wertlos werden, alles wurde nacheinander, folgerichtig, wissen Sie, sinn- und zwecklos … Und ich entdeckte, daß die Umgebung nicht haben will, daß man sie aufklärt.‹“

Thomas Bernhard, Frost