Wiedersehen

Letztens tauchte eine neue Insassin im Pflegeheim auf, deren Name mich sofort stutzig machte. Alter und Beruf passten auch. Ein späterer Kontrollgang brachte Gewissheit. Meine alte Erzieherin aus frühen Schulzeiten, Hortnerin hieß das damals. Sie hat mich, glaub ich, nicht erkannt.

Tierwelt

In einer Pfütze auf dem Weg drei oberseits dunkel, fast schwarz gefärbte Molche. Ich versuche sie mit einem Grashalm zu motivieren sich umzudrehen, weil ich mir ihre Bäuche ansehen will. Sie tun mir den Gefallen nicht. Nebenbei rette ich einen ertrinkenden Regenwurm. Später recherchiere ich, es müssen Bergmolche gewesen sein.

Farbe vs. Schwarzweiß

Zuletzt wieder einige 120’er Farbfilme probiert (Kodak Portra 160 und 400). Es funktioniert nicht recht. Die Ergebnisse sind fast immer anders als vorgestellt. Zum großen Teil liegt das wahrscheinlich an der nachgeschalteten hybriden Verarbeitung und meiner mangelnden Begabung dafür. Ich habe keine Geduld ewig am finalen Look herumzuschrauben, der dann doch fast immer unbefriedigend ist. Schwarzweiß (Kodak Tri-X 400) dagegen passt fast immer. Die letzte Box (5 Filme) gehört allerdings zu einer Charge, die Probleme machen kann. Ich lasse es darauf ankommen, falls die beschriebene Geisterschrift auftaucht, buche ich den Versuch als Experiment.

Ausguck

Mit der schönen A. den Sonnenaufgang vom Dach beobachtet. Dabei kurzer Exkurs meinerseits über Wolkenformationen unter besonderer Berücksichtigung der festgestellten Ausprägung der Cirruswolken und deren Aussagekraft hinsichtlich eines bevorstehenden Wetterumschwunges. In einer anderen Nacht von diesem Aussichtspunkt die Explosionen, den Feuerschein, das Geschrei der Anwohner und schließlich das Eintreffen der Feuerwehr im etwas entfernten Wohngebiet verfolgt.

Nachtdienst

Dauernachtdienst ist genau mein Ding. Er entspricht auf ideale Weise meinem „Krankheitsbild“, meinem übertrieben einzelgängerischen Wesen. Sich lieber in die Nacht zu flüchten als sich den sozialen Ansprüchen des Alltages auszusetzen, der mir nur unnötig Kraft raubt, ist der passende Lösungsansatz. Eines normalen Soziallebens unfähig ist das die konsequente Existenzform für mich. Das Zusammensein mit mehr als einer Person strengt mich unglaublich an. Mit Einzelnen hingegen ist das meist wunderbar. Gerade eben erst nacheinander mit zwei schönen und interessanten Frauen die Nachtdienste verbracht. Sie erzählen gerne, ich höre gerne zu. Ideal.