Fortbildung

Man schickt mich zu einer dreitägigen Fortbildung. Ein weitläufiger Komplex am Waldrand mit baulich beeindruckendem Gebäudeensemble und eigenem Hotel. Ursprünglich ein Reformschulprojekt in den 1920’er Jahren, später eine nationalpolitische Erziehungsanstalt für den Nazinachwuchs, dann von der Roten Armee genutzt, erklärt uns der Seminarleiter.
Ich sitze neben einem ehemaligen polnischen Offizier, der als Psychotherapeut an einer Berliner Suchtklinik arbeitet und sich, wie er erzählt, in Polen ein Haus baut, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Ein ruhiger Typ, der die Nutzlosigkeit der Fortbildung auch gleich erkennt und in prägnante Worte fasst. Ich sehe es genauso: Aufgeblähte Leichtkost, die man an einem einzigen Tag abspulen könnte. Aber man wird dafür bezahlt, es sich drei Tage mit vielen und langen Pausen – die es einem ermöglichen, die Umgebung zu erkunden – anzuhören. Verpflegung und Unterkunft sind ausgezeichnet und inklusive, das Ambiente herrlich, die Reisekosten werden erstattet und man lernt interessante Leute kennen. Wurden Versichertengelder je besser angelegt?

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