HRB Niederpöbel

Das Gebiet des Erzgebirges und speziell das Osterzgebirge wurde in historischer Zeit immer wieder von starken Hochwasserereignissen heimgesucht. Das Gebirge ist klein, das Gefälle der Fließgewässer sehr hoch. Im Kammstau langanhaltende und ergiebige Niederschläge gehen schnell in den oberirdischen Abfluss über. Nach dem Hochwasser 1897 begann man ein System von Talsperren an den größeren Flüssen zum Schutz vor Überflutungen der flussabwärts gelegenen Talbereiche zu errichten.

Spätestens das Hochwasserereignis von 2002 hat gezeigt, dass der Schutz nicht umfassend ist und sein kann. Nach diesem Hochwasserereignis wurden in Sachsen Hochwasserschutzkonzepte erarbeitet. Zum Einen wollte man den Flüssen mehr Raum geben, die Flussquerschnitte naturnah gestalten, um die Hochwasserwelle zu minimieren und zu strecken, zum Anderen wurde dem technischen Hochwasserschutz größere Aufmerksamkeit gewidmet. Man begann Hochwasserrückhaltebecken (HRB), die kleinere Schwester der Talsperre, zu bauen bzw. bestehende zu vergrößern. Mein subjektiver Eindruck ist, dass diese technischen Maßnahmen gegenüber den naturnahen eine gewisse Priorisierung erfahren haben, was durchaus problematisch ist, denn es handelt sich jeweils um massive Eingriffe in die Gesamtökologie eines Tales (Kaltluftabfluss etc.).

Die Errichtung des Hochwasserrückhaltebeckens Niederpöbel am Pöbelbach, einem linken Nebenfluss der Roten Weißeritz, oberhalb von Schmiedeberg wurde 2013 begonnen. Die Betonarbeiten sind weitgehend beendet, ab nächster Woche beginnt die Aufschüttung des Dammes. Das Material dafür wird einige hundert Meter oberhalb des Sperrbauwerkes in einem eigenen Steinbruch gewonnen. Auf der Baustelle gibt es zwei Webcam-Standorte, über die man den Fortgang der Arbeiten verfolgen kann.