Beschleunigung

»Vielleicht sind wir deshalb so unbeständig, so aggressiv, weil wir unsere innere Zeit mit der äußeren Beschleunigung nicht mehr in Einklang bringen können. Die innere Zeit des Menschen wird in Frage gestellt, degradiert, nicht mehr anerkannt. Das Leben stürzt viel zu schnell auf uns ein, es kann nicht mehr verarbeitet werden, bewegt sich nur noch an der Oberfläche fort, es wird auch nicht mehr zum Humus für kommende Generationen. Die Geschwindigkeit verwischt die Konturen, verkürzt den Blick. Aber auch unsere Sprache ist schneller geworden, das heißt: im Ausdruck kürzer, hektischer.«

Hanns Cibulka, Swantow – Die Aufzeichnungen des Andreas Flemming