Umbruchszeit

Lese seit einiger Zeit mit Gewinn »Die Besiegten« von Robert Gerwarth über die Zeit nach dem Ende des 1. Weltkrieges und die über den Waffenstillstand hinaus fortdauernden Gewaltexzesse besonders im Osten Europas. Die zerfallene Vorkriegsordnung, das dadurch entstandene Machtvakuum bzw. die aus Revolution und Niedergang geborenen schwachen Nachkriegssysteme als ideale Bedingungen für die Fortdauer der Gewalt. Viele spätere Entwicklungen werden durch die Beleuchtung dieser Zeit besser verständlich. Der Zerfall des Alten ist das eine, doch bis an dessen Stelle etwas stabiles Neues getreten ist, ist es ein langer Weg. Und wie dieses Neue dann aussieht ist noch eine ganz andere Frage. Durchaus sehr aktuell.

Seeluft

Cocooning geht auch sehr gut auf den Weltmeeren. Als geeignetes Hilfsmittel hierfür erscheint mir die Bering 77, eine robuste und doch sehr elegante Trawler-Yacht von 23,5 Metern Länge mit großer Reichweite und hoher Seefestigkeit. Sie kann mehrere Wochen auf See bleiben und hat bei einer Geschwindigkeit von 8 Knoten eine Reichweite von mehr als 4.000 Seemeilen. Dieses Boot brauche ich unbedingt für meinen Seelenfrieden. Hoffentlich gibt es so etwas auf Kassenrezept.

Weiterlesen

An der Rauhen Furt

Gestern wieder einmal die Wallburg Göhrisch gegenüber von Nieschütz an der Elbe besucht. Die Elbe macht hier einen Bogen und die Slawen legten im Bereich der Rauhen Furt einige Wallanlagen auf engem Raum an, zum Teil bestanden die Anlagen schon in der Bronzezeit. Auf dem Gelände beim Anblick der mit Bäumen bewachsenen Wälle und der im tiefen Licht der untergehenden Sonne gleißenden Elbe ein wenig über die Bedeutung von Zeit reflektiert.

Später noch etwas in der Umgebung herumgestrichen und im Eingangsbereich zum Tierpark Hebelei von zwei Katzen zu Zärtlichkeiten genötigt worden. Gut, besonders lange nötigen mussten sie nicht. Eine rote Katze sprang mir gleich auf den Schoß und hörte gar nicht mehr auf sich an mir zu schubbern und zu reiben. Als ich nicht mehr hocken konnte und sie wieder runter setzte, sprang sie mir auf den Buckel. Ihr getigerter Kamerad kugelte sich um meine Füße und begleitete mich später ein ganzes Stück des Weges.

Hilfeschrei

Zu meinem Bedauern muss ich feststellen, immer mehr zum Law and Order Mann und zum Anhänger einer Nulltoleranzstrategie zu werden. Das hat natürlich ausschließlich damit zu tun, dass ich ein verwirrter alter weißer Mann bin, der um den Verlust seiner Macht fürchtet, und nicht etwa mit der unerträglichen um sich greifenden Laissez-faire Einstellung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Diese meine sich entwickelnde falsche Einstellung muss unbedingt bekämpft werden durch den Einsatz mehrerer Sozialarbeiter*innen, ein oder besser zwei Psycholog*innen, um zu lernen über meine Gefühle zu sprechen – immer und immer wieder -, und des Weiteren durch häufig wiederkehrendes Köpfchenstreicheln durch zusätzliche dafür ausgebildete Fachpersonen.