Kiesgrubentour

In der riesigen Kiesgrube Ottendorf-Okrilla und dem umstrittenen Erweiterungsgebiet bei Würschnitz unterwegs gewesen. Der Wind sorgte infolge fehlender Vegetation zeitweise für einen kleinen Sandsturm – peeling by nature. Ärgerlicher waren die zahlreichen Motocross-Fahrer, die gleich mir die „Betreten verboten! Lebensgefahr!“-Schilder ignorierten und einen schönen Lärm veranstalteten. Erfreulicher die vielen Schmetterlinge im Wald – etliche Trauermäntel dabei. Sitze jetzt am Großteich Zschorna mit Blick nach Westen wo sich schon die Wolkenbänke zusammenschieben, genieße die Sonne, höre die Möwen auf ihrer Insel kreischen und bin ein sehr zufriedener Mann.

Hah! Und eben kam auch noch ein Mauswiesel vorbei. Nicht zu fassen.

Es war einmal

S. erschien zufällig in meinem Garten als ich dort in schmutzigen Sachen und stinkend wie ein Tier gegen die erwachende Natur ankämpfte. In der Schule war sie eines der hübschesten Mädchen und hatte einen Freund nach dem anderen, ich dagegen den Status des vertrauten Wasserträgers. Die Kombination schüchterner Introvertierter ist wirklich übel in Bezug auf Frauen. Später haben wir uns etwas aus den Augen verloren. Vor einiger Zeit hörte ich, dass ihrem langjährigen Freund überraschend eingefallen ist, dass er eigentlich schwul ist. Eine herbe Erfahrung.

Vor vier Jahren hatte ich einmal zugesagt einen Kaffee mit ihr trinken zu gehen. Das wusste sie noch. Ich glaube, sie denkt, ich sitze immer noch auf der Reservebank. Das Versprechen des Kaffeetrinkengehens wurde erneuert, doch insgeheim preise ich den ewigen Lockdown – mit viel Glück hält er noch mal mindestens vier Jahre. Der Wasserträger hat jetzt andere Aufgaben.