Wissenschaft & Kunst

Als gewesener Wissenschaftler oder besser etwas kleiner, als Mensch mit wissenschaftlicher Ausbildung, sprechen mich diese Gedankengänge sehr an:

»Goethe hat in seinen naturwissenschaftlichen Schriften die Pflanze immer wieder poetisch-genial gesehen. Heute sprechen wir kaum noch von dem künstlerischen Prinzip, das in jeder Pflanze, in jeder Muschel verborgen ist. Dieser Zug ist vor allem der jüngeren Generation verlorengegangen. Das Zweckmäßige dominiert, man lebt ohne Imagination.
In unserem weiteren Gespräch ging der Doktor von der Erfahrung aus, daß jede Wissenschaft letzten Endes nicht nur unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Nutzanwendung, sondern auch unter den Voraussetzungen einer „sinnlich-sittlichen Wirkung“ in unser Leben eingreifen muss. Eine neue Harmonie, ein neues schwesterliches Verhältnis zwischen den beiden großen Erkenntnisbereichen der Menschheit, der Kunst und der Wissenschaft muss gefunden werden.

In Wissenschaft und Kunst wird die doppelte Prüfung des Menschen sichtbar. Wir dürfen das eine dem anderen nicht opfern. In allen beiden brennt der Funke nach Erkenntnis. Sie sind Schöpfungen des menschlichen Geistes, voller Aktivität, voller Aktion. Beide zusammen geben uns erst die große Einheit des Seins.«

Hanns Cibulka, Sanddornzeit, Tagebuchblätter von Hiddensee

Auflösungserscheinungen

Immer mehr Personal sucht das Weite. Vor allem die guten Leute, mit denen man sich auch mal unterhalten konnte, die Lebenserfahrung, Geist und einen Charakter haben – N. leider auch. Es bleiben die Kategorien: doof, faul und doof&faul. Monks und Monps – Menschen ohne nenneswerte Kenntnisse bzw. Persönlichkeit. Ich bleibe auch. Die oberste Heeresleitung reagiert, wie man es gewohnt ist zwischen versteinert, realitätsverweigernd und panisch. Ich glaube wir führen hier im kleinen Rahmen eine Idiotenversion von „Der Untergang“ auf.

FGA/II/11

FGA/II/11

Mahnmal auf dem ehemaligen sowjetischen Garnisonsfriedhof in Dresden.

»Ruhm und Dank den Helden der Sowjetunion, die im Kampf gegen den Faschismus gefallen sind.
Die Fahne, die sie uns brachten, nehmen wir auf. Fortan kämpfen wir gemeinsam mit allen fortschrittlichen Menschen für Frieden und Völkerfreundschaft.

Die Einwohner der Stadt Dresden
November 1957«

Katze

»Bei keinem anderen Tier findet man das Verschlossene, das Ahnungsreiche, das nach Hegel allen Tieren zu eigen ist, so ausgeprägt wie bei der Katze. Wer sie aufmerksam beobachtet, findet noch heute etwas Ägyptisches in ihr.«

Hanns Cibulka, Sanddornzeit, Tagebuchblätter von Hiddensee

Tagesgast

Drei Tage Fortbildung auf dem großzügigen Gelände der DGUV mit Reformschul-, Napola- und Russenkasernenhistorie. Und in zwei Wochen bin ich schon wieder dort. Das Beste daran, das Ganze nennen sie Arbeit. Hah! Ich muss allerdings darauf achten, dass man mich zukünftig wieder im Sommerhalbjahr dorthin schickt. Kann man die Umgebung viel besser erkunden. Das Belastende sind die unausweichlichen Sozialkontakte, die mir möglich sind, mich aber unverhältnismäßig viel Energie kosten. So viel nutzloses Geschwätz.