Alles gut

Wieder einmal nachts einen Ehemann angerufen und ihm mitgeteilt, dass seine Frau verstorben ist. Routiniert in diesen Abläufen mittlerweile. Sie war noch nicht einmal besonders alt. Mit dem Tod und den Toten keinerlei Berührungsängste, unerträglich und empörend allerdings die abwesende Pflege und Betreuung als sie noch am Leben waren. Wortreich und blumig dargestellte Fake-Pflege zu stark überhöhten Preisen ist das was stattfindet. Weiß jeder, könnte jeder wissen. Interessiert keinen oder nur für die Zeit, in der die eigene Verwandschaft betroffen ist. Ein guter Kommentar, der es im Wesentlichen auf den Punkt bringt. Aber wie gesagt, es interessiert keinen.

Alte Zeiten

N. gräbt immer noch im Vorfeld der EUGAL-Trasse nach archäologischen Funden. Einiges aus dem Mesolithikum wurde schon entdeckt und auch ein Siedlungsplatz aus späterer Zeit mit menschlichen Knochenfunden wurde ausgegraben. Das Mysterium der Zeit interessiert mich sehr. Ihr Verrinnen ist beängstigend und tröstlich zugleich.

Spaziergang

Seit langem wieder einmal mit N. unterwegs gewesen. Ich genieße unsere langen Spaziergänge und Gespräche immer sehr. Wir streiften dieses Mal im Dresdner Süden umher, durch das Uni-Gelände, wo sich vieles verändert hat seit ich dort studiert habe, über die Südhöhe zum Fichtepark und wieder zurück zum Bismarckturm auf der Räcknitzhöhe. Der Turm war geöffnet und wir kletterten hinauf. Ich bin noch nie da oben gewesen. Selbst in der beginnenden Dämmerung und bei diesigem Wetter hatten wir einen schönen Rundblick über das gesamte Elbtal. Danach noch Einkehr in eine feine Kneipe und im Dunklen zurück zum Ausgangspunkt.

Futterspende

Lange habe ich mich darum gedrückt, doch vor ein paar Tagen habe ich das nicht mehr benötigten Katzenfutter und Katzenstreu endlich durchgesehen und zusammengestellt. Es wäre schade gewesen, wenn das Futter verfallen wäre und hätte entsorgt werden müssen. Vier Kisten sind es geworden – ich war selbst überrascht über die Mengen, die sich angesammelt hatten.

Heute habe ich alles nach Maxen in das Katzenseniorenheim geschafft und dafür von der Chefin eine kleine Führung durch die Anlage bekommen. Ungefähr 70 Katzen leben dort, die meisten älter aber auch ein paar jüngere aus Abbruchhäusern oder Gartensparten. Einige haben Gebrechen, nur ein Auge, eine hatte ein neurologisches Problem, eine nur drei Beine. Schon beim Betreten der Anlage kamen ein paar Katzen zur Begrüßung an und umschmusten die Beine, eine sprang gleich auf meinen Schoß.

Hat mir alles sehr gefallen. Und ich bin froh, dass Mme. Lillis Futter dort gerne angenommen wurde. Ich bin dankbar für die Arbeit, die dort geleistet wird und dass jemand den alten Miezen noch ein schöner Lebensabend bereitet.

Erwischt

Der vor zwei Monaten entflohene Hyazinth-Ara ist wieder eingefangen worden. Er trieb sich die meiste Zeit im Dresdner Süden herum und ernährte sich im Wesentlichen von Walnüssen, die es in diesem Jahr reichlich gibt. Einmal schaffte er es auch bis in Nachbars Garten. Dann stellte er sich regelmäßig im Garten einer älteren Dame ein, der es nun gelang ihn einzufangen. Die Nächte werden langsam kälter und feuchter und den Winter hätte er in der freien Wildbahn sicher nicht überlebt. So wie es aussieht, hat er seine zweimonatige Herbst-Tour aber gut überstanden.