Schnuppen gucken

Nachts, als gerade keiner schreit oder stürzt oder stirbt, sitze ich in einem Korbstuhl auf der Dachterrasse mit dem Kopf im Nacken. Im Norden flimmert die Stadt über mir die Sterne. Ich zähle drei Sternschnuppen. Keine sehe ich direkt. Der Himmelssektor, der von mir angestarrt wird ist just immer sternschnuppenfrei. Aber aus den Augenwinkeln erwische ich sie doch. Da ich nicht so viele Wünsche habe, bringe ich sie mehrfach vor um sicher zu gehen.

Einstellungssache

Gestern Nachmittag ein starkes Gewitter von Osten. Der erste nennenswerte Regen seit langem für nicht einmal eine Stunde, heftiger Wind und Hagel am Anfang. Ein Sturzbach kam die Straße herunter. Kurze Zeit später ging die Sirene. Heute wieder brütende Hitze, vielleicht ein oder zwei Grad weniger als zuletzt. Im Dachgeschoss 29 °C. Ich schlafe seit Wochen schlecht egal ob tagsüber oder nachts.

Die Katze nimmt weiter zu, sie hat schon 300 Gramm zugelegt, bezogen auf den gemessenen Tiefstwert Ende Juni. Die erste T4-Kontrolle ergab Werte im unteren Bereich also wurde die Thyronormdosis etwas zurück gefahren. Sie bekommt jetzt 0,25 ml morgens und 0,5 ml abends. Ich war erst skeptisch und dachte, es wäre besser wenn sie früh und abends die gleiche Dosis bekäme. Es scheint aber auch so zu funktionieren, sie ist ruhig und ausgeglichen. Am 13. August erneute Kontrolle.

Hitzeschutz

Ein T-Shirt durchgeschwitzt bei der zehnminütigen Montage einer Hitzeschutzmarkise am Dachfenster, die alte gab zur Unzeit den Geist auf. Die neue Markise lässt mehr Licht aber weniger Wärme durch als das Vorgängermodell. Das ist der Fortschritt! Ohne Hitzeschutz ist kein Leben möglich im Dachgeschoss.

Endzeiten

Die Band »Silly« habe die Musik zum Untergang der DDR gemacht, las ich in einem Artikel, sie drückten die Atmosphäre einer Endzeit aus. Ich habe die DDR nur in ihrem Niedergang, in ihrer Agonie erlebt, das war sehr prägend. Ich habe ein Faible für Endzeiten. Gerade lese ich Henry Millers »Der Koloß von Maroussi« zum ungezählten Male erneut, weil jemand danach in meinem Blog suchte und mich so wieder anfixte. Das Buch seiner Reise im Sommer 1939 am Vorabend  des 2. Weltkrieges durch Griechenland atmet auch diese Endzeitatmosphäre. Aber ich schweife ab, ich wollte nur auf ein Lied von »Silly« hinweisen: »So ’ne kleine Frau«.