Naturbetrachtungen

Im Garten eine Igelfamilie. Sie fressen in der Dämmerung die auf den Boden gefallenen Reste des Riesenmeisenknödels. Der Waschbär hat diese Tätigkeit eingestellt. Er wurde längere Zeit nicht mehr gesehen.

Mit N. unlängst auf der Deutschen und der Römischen Bosel unterwegs gewesen. Gespräche geführt und den Ausblick genossen. Keine Einkehr in eine Gaststätte, da N. ein ungeimpfter Paria ist. Ich dagegen geimpft doch Paria aus Überzeugung.

Schwarzes Kreuz

Am Osterzgebirgskamm unweit der Grenze inmitten von Bergwiesen in der Sonne sitzend. Ein leichter Wind weht, die Grillen zirpen und die Vögel singen. Kein Mensch weit und breit.

Der Fedora passt wie angegossen. Er bewahrt mich vor einem Sonnenstich und verleiht mir altem weißen Mann Stil und Würde, bin ich mir sicher. Vielleicht kaufe ich mir noch einen Spazierstock mit silbernem Knauf dazu.

Kamelienschloss

Heute mal überwiegend Planzliches: Azaleen, Rhododendren, Kamelien und Bonsais im Landschloss Zuschendorf wurden betrachtet. Durch das kalte Frühjahr blüht noch einiges, dessen Blütezeit eigentlich schon vorüber wäre. Und dabei kaum Leute im Park – sehr schön.

Unerwartet: In einem der weiter oben am Hang gelegenen Gewächshäuser dreht in einem darin befindlichen verkrauteten Wasserbecken eine vielleicht 80 Zentimeter lange Ringelnatter ihre Runden. Schon halb erwachsene Molche sind auch dabei. Draußen auf dem sonnigen Weg huscht eine Zauneidechse vorüber – grün die Flanken, grau gezeichnet der Rücken.

Gut Gamig

Heute ebenda. Sitze auf alten Sandsteinstufen, die hinauf in den Schlosspark führen. Die Sonne scheint aber der Wind frischt auf und im Osten rumort ein Gewitter.

Das Gut Gamig ist ein altes Rittergut mit Schloss, großer Kapelle und etlichen Wirtschaftsgebäuden. Man kann Renaissance, ein bisschen Barock und Neostile des 19. Jahrhunderts erkennen. Die DDR hat auch Spuren hinterlassen.

Seit Jahren schon wird das Gut durch den Verein Gut Gamig e.V. im ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der Verein beschäftigt sich mit der Rehabilitation von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gefällt mir beides.

Graupa

Sitze im Park des Jagdschlosses Graupa unter alten Bäumen. Ein paar Meter neben mir toben drei Eichhörnchen im Laub herum und geben keine Ruhe – zwei fast schwarze und ein rotes. Sie suchen Futter, putzen sich und trinken ab und zu aus einem kleinen Weiher.

In Graupa verbrachte Richard Wagner 1846 seinen Urlaub und schrieb an der Oper Lohengrin. Im Jagdschloss und im sogenannten Lohengrinhaus, dem Haus in dem er damals wohnte, gibt es Ausstellungen zum Thema. Natürlich alles geschlossen wegen Corona. Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa ist übrigens Christian Thielemann.