Erste Hilfe

Gestern ein wenig rund um den Ochsenkopf in Glashütte spaziert. Ich war spät dran, es war kalt und ich etwas missgelaunt. Um sich abzulenken von Dingen, die man nicht ändern kann, sollte man sich mit etwas Schönem befassen. Glashüttes Karriere als Bergstadt ist schon länger Geschichte, die als Standort der Uhrenindustrie blüht wieder. In diesem kleinen Ort werden so schöne mechanische Uhren hergestellt, man glaubt es kaum. Mir gefallen besonders die einfach und elegant gehaltenen, die gleichzeitig mit höchster Präzision laufen. Will man es schwarz auf weiß, kommt man um ein Chronometer nicht herum. Wie es der Zufall will, liegt auf dem Ochsenkopf die Sternwarte Glashütte. Von Wempe wurde das verfallene Gebäude saniert und beherbergt seitdem die einzige Chronometerprüfstelle Deutschlands. Sollte ich mir irgendwann einmal eine Teutonia II Chronometer von Mühle kaufen, würde sie genau dort zertifiziert. Nach solcherart Überlegungen ging es mir sofort spürbar besser.

Ausflug im Nebel

Gestern einen Boselspaziergang unternommen. Die kurze Tour ähnelt der hier beschriebenen Route. Allerdings kein Fernblick möglich. Anfangs nur ein paar Nebelfetzen im Elbtal, die immer dichter wurden. Nach kurzer Zeit war alles komplett zugezogen. Das machte mir aber nichts. Ich laufe gern im dichten Nebel, das hat etwas von Endzeitstimmung. Kaum ein Mensch unterwegs.

Kleine Ausflüge

Gestern von Niederwartha elbabwärts bis zur Gauernitzer Elbinsel gewandert. Dort die von den Kormoranen beindruckend weiß geschissenen und zum Teil bereits abgestorbenen Bäume betrachtet. Sie leuchten schon von Weitem über den Elbstrom herüber. Vor kurzem wurde auf der Insel ein Denkmal saniert, das vor über zweihundert Jahren der damalige Besitzer des Gauernitzer Schlosses seiner Frau gewidmet hat. Kaum jemand wird das Denkmal je zu sehen bekommen, denn die Insel darf aus Naturschutzgründen nicht betreten werden. Mir gefällt der Gedanke außerordentlich. Der Geste und der Liebe tut das keinen Abbruch.

Heute hingegen zunächst am Meißner Winterhafen unterwegs und die an Land verbrachten Boote kontrolliert, dann bei strahlendem Sonnenschein die Katzenstufen hinauf nach Proschwitz. Sitze nun dort im Weinberg und schaue auf Meißen hinunter. Ein Mann mäht mit seinem Traktor das Gras zwischen den kahlen Rebreihen. Von Süden zieht es zu. Die Sonne ist weg, der Wind weht frischer. Kalt ist’s im Scriptorium – vor allem wenn es im Freien liegt. Ich muss weiter.

Spaziergang an der Elbe

Gestern im Elbtal von Niederwartha nach Gohlis unterwegs. Weidende Gänse auf bestellten Ackerflächen, verschiedene Arten von Enten am Ufer, zwei Grünspechte und jede Menge Krähen angetroffen, dafür nur wenige Radfahrer mit roten Gesichtern auf dem Elbradweg. Der kalte böhmische Wind hat auch mich fast eingefroren.

In Gohlis an jedem zweiten Haus in drei Metern Höhe die Hochwassermarke vom 17.08.2002. Die Deiche wurden infolge ertüchtigt, zum Teil erhöht zum Teil neu gebaut. Zur Elbe hin steht eine Flutmauer, die ein bisschen wie eine zu klein geratene Stadtmauer aussieht. Bis zur Gohliser Windmühle habe ich es geschafft, dann war ich erledigt.

TSP Lehnmühle

Rund um die immer noch spärlich gefüllte Talsperre Lehnmühle unterwegs. Die Brücke des überfluteten Ortes Steinbrückmühle ist zwar nicht zu sehen aber einige Relikte der Häuser und die Stümpfe der Bäume, die früher an der Straße standen, ragen aus dem Wasser. Ein paar Angler getroffen und ein Paar Spaziergänger. Im Wald Pilze gefunden aber stehen gelassen. Einige Fotos gemacht und später auf einer Bank gesessen. Zufrieden.

Parkansichten

Sitze verrotzt aber vergnügt auf einer Bank im Schlosspark von Pillnitz in der Sonne und beobachte Eichhörnchen, Mandarinenten und die wenigen Touristen. Von den Mitarbeitern der Parkverwaltung werden gerade die großen Kübelpflanzen eingesammelt und in die Orangerie verfrachtet. Die Kamelie wird sicher auch bald eingehaust, letzte Nacht war es schon Nahe null Grad. Jetzt tanzen Unmengen kleiner Insekten in der warmen Sonne und die Spinnweben fliegen. Ich liebe den stillen Herbst. Das Leben ist schön.

Tiere streicheln

Gestern einmal den kleinen Tierpark in der Hebelei besucht. Ich glaube, ich war der einzige Besucher. Mir gefiel das, für den Tierpark ist es wohl eher schlecht. Verschiedene Haustierrassen gibt es zu sehen, wer Spektakuläres erwartet ist hier falsch. Ich hingegen mag das Einfache und Geerdete. Die hysterische Kunstwelt da draußen nervt mich schon zu sehr. Da sind mir aufdringliche Ziegen, die alle unbedingt gestreichelt werden wollen, furzende Esel, der handtaschengroße Nachwuchs der Minischweine und die Begrüßungskatze am Eingang samt dem bodenständigen Personal wesentlich lieber.

Rundkurs

Gestern eine schöne Tour mit N. durch die Weinberge und an der Elbe entlang gemacht und dabei sehr gut unterhalten. Zufällig lief gerade die Weinernte im Weinberg. Ein paar Touristen, die uns für Mitarbeiter des Weinbaubetriebes hielten, habe ich hinsichtlich der diesjährigen Qualität der Trauben beraten und einen sehr guten 2019’er Jahrgang prognostiziert. Ich glaube recht fachkundig aufgetreten zu sein, obwohl ich keine Ahnung habe. Das ist aber nicht weiter aufgefallen. Später wunderbare Birnen von einen alten Streuobstwiese an der Abbruchkante zum Elbtal geerntet. Auf dem Rückweg beim ersten Einkehrversuch in einer Schänke gescheitert, weil es keine freien Plätze gab. Bei der nächsten Kneipe mehr Glück und bei schönem Blick auf die Elbe gut gegessen. Auf der Rückfahrt noch kurze Station im Stockfinsteren bei N.s alter Ausgrabungsstelle an der EUGAL-Trasse gemacht und über die Zeitläufte siniert.

Wasserstandsmeldung

Keine Probleme beim Wechsel vom Tag- in den Nachtbetrieb. Um so größere bei der Rückumstellung auf den üblichen Rhythmus – Migräne, Schlafstörungen und wüste Träume sind die Folge. Einer der wenigen Nachteile beim Dauernachtdienst. Für mich überwiegen dennoch die Vorteile.

An freien Tagen jetzt vielfach an der Elbe außerhalb der Städte unterwegs. Gestern zum Beispiel gegenüber von Kreinitz in geschichtsträchtiger Gegend auf einem Baumstamm im Schatten gesessen und Raubfische bei der Jagd beobachtet. Die Opfer – kleine fingerlange Schwarmfischlein – sprangen aus dem Wasser in alle Richtungen davon.

 

Zu Fuß (2)

Nochmals über das „Schwarzen Gut“ auf der Höhe hinunter ins Käbschütztal und dem Bach folgend bis zu seiner Mündung in den Ketzerbach bei Zöthain. Die Lommatzscher Pflege wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die wenigen Waldstreifen beschränken sich auf steilere Talflanken meist an Fließgewässern. Die Trockenhänge mit Waldresten und Trockenrasen entlang des Käbschütz- und des Ketzerbaches stehen deshalb unter Naturschutz.

In Zöthain gibt es eine „alte Schanze“ genannte Slawenburg. Man erkennt noch teilweise die Wallanlagen. Auf dem Rückweg über die Höhe traf ich meine Freunde die Bienenfresser wieder. Sie trieben sich auf einer alten Streuobstwiese und den frisch geeggten Feldern herum. Mit einer Handvoll Birnen von der aufgelassenen Streuobstwiese ging es wieder vorbei am geheimnisvollen „Schwarzen Gut“ zurück zum Auto.