Gut Gamig

Heute ebenda. Sitze auf alten Sandsteinstufen, die hinauf in den Schlosspark führen. Die Sonne scheint aber der Wind frischt auf und im Osten rumort ein Gewitter.

Das Gut Gamig ist ein altes Rittergut mit Schloss, großer Kapelle und etlichen Wirtschaftsgebäuden. Man kann Renaissance, ein bisschen Barock und Neostile des 19. Jahrhunderts erkennen. Die DDR hat auch Spuren hinterlassen.

Seit Jahren schon wird das Gut durch den Verein Gut Gamig e.V. im ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der Verein beschäftigt sich mit der Rehabilitation von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gefällt mir beides.

Graupa

Sitze im Park des Jagdschlosses Graupa unter alten Bäumen. Ein paar Meter neben mir toben drei Eichhörnchen im Laub herum und geben keine Ruhe – zwei fast schwarze und ein rotes. Sie suchen Futter, putzen sich und trinken ab und zu aus einem kleinen Weiher.

In Graupa verbrachte Richard Wagner 1846 seinen Urlaub und schrieb an der Oper Lohengrin. Im Jagdschloss und im sogenannten Lohengrinhaus, dem Haus in dem er damals wohnte, gibt es Ausstellungen zum Thema. Natürlich alles geschlossen wegen Corona. Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa ist übrigens Christian Thielemann.

Großer Spaziergang

Gestern seit langem wieder einmal mit N. auf Tour. Den ganzen Nachmittag in Freiberg und Umgebung unterwegs gewesen. Zeitzeugen der langen Bergbaugeschichte wurden besichtigt – Alte Elisabeth, Reiche Zeche, Herders Ruhe, Roter Graben und nebenbei eine Katze und ein Pferd gestreichelt. Keine Einkehr in eine Schänke wie sonst im Verlauf üblich, nur einen Power-Riegel aus dem Rucksack verzehrt. Weitgehend gute Gespräche. Ihre politische Naivität sehe ich ihr nach. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, das ist doch heute schon mal was.

Schlosspark

Durchstreife den Park des Hermsdorfer Schlosses im Rödertal. In der Sonne ist es angenehm warm aber der Ostwind weht noch kalt. Die Enten und Gänse auf dem Schlossteich führen ihre Küken aus – die Entenmama scheu und vorsichtig, die Gänsefamilie recht forsch und zutraulich.

Die alte Nikon mit dem 35’er Objektiv begleitet mich. Habe schon seit einiger Zeit wieder Lust auf Kleinbild. Man ist so schön flexibel.

Kiesgrubentour

In der riesigen Kiesgrube Ottendorf-Okrilla und dem umstrittenen Erweiterungsgebiet bei Würschnitz unterwegs gewesen. Der Wind sorgte infolge fehlender Vegetation zeitweise für einen kleinen Sandsturm – peeling by nature. Ärgerlicher waren die zahlreichen Motocross-Fahrer, die gleich mir die „Betreten verboten! Lebensgefahr!“-Schilder ignorierten und einen schönen Lärm veranstalteten. Erfreulicher die vielen Schmetterlinge im Wald – etliche Trauermäntel dabei. Sitze jetzt am Großteich Zschorna mit Blick nach Westen wo sich schon die Wolkenbänke zusammenschieben, genieße die Sonne, höre die Möwen auf ihrer Insel kreischen und bin ein sehr zufriedener Mann.

Hah! Und eben kam auch noch ein Mauswiesel vorbei. Nicht zu fassen.