Düsterer Thriller

Am Montag Abend war ich todmüde, konnte aber nicht schlafen. Da kam im Fernsehen dieser Film: »No Country For Old Men«. Und wieder Tommy Lee Jones, den ich seit den
»Drei Begräbnissen des Melquiades Estrada« höher schätze. Hier spielt er nur eine Nebenrolle, eine wichtige, die des Sheriffs. Altersweise und lakonisch.

Und wieder spielt die Story im Grenzgebiet zwischen Texas und Mexiko, wie schon bei
»Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada«. Ein Mann, Llewelyn Moss, findet bei der Antilopenjagd ein paar Autos, daneben jede Menge tote Mexikaner und Gringos. Ein Geschäft zwischen Gangstern ist geplatzt. Das Heroin und 2 Millionen Dollar sind noch da. Das Geld nimmt Moss mit. Und damit fängt alles an.

Weiterlesen

Reservoir Dogs

Gestern »Reservoir Dogs«, einen frühen Tarantino–Film gesehen, in dem es oberflächlich um einen gescheiterten Diamantenraub, im Grunde jedoch um Loyalität, Verrat und Strafe geht. Ein etwas zwiespältiger Eindruck bleibt zurück. Sehr gut das Kammerspielhafte – die meiste Zeit wird in einem alten Lagerhaus verbracht – das Spiel mit den Rückblenden und die Dialoge; die Gewaltdarstellung dagegen wurde etwas übertrieben und in der Folterszene zum Selbstzweck.

Ich weiß nicht, immer wenn ich Tarantino sehe, der in diesem Film eine kleine Nebenrolle spielt, habe ich den Eindruck einen Psychopathen vor mir zu haben, der nur gerade noch so die gesellschaftlichen Konventionen einhalten kann. Vielleicht dreht er gewaltvolle Filme als Ersatzhandlung? Dann weiter so.

Außergewöhnlicher Western

Vor ein paar Tagen bin ich nachts vor dem Fernseher aufgewacht und da lief dieser Film. Ich kannte ihn nicht: „Three Burials – Die drei Beerdigungen des Melquiades Estrada“.

Ein illegaler mexikanischer Einwanderer wird aufgrund eines Missverständnisses von einem übereifrigen texanischen Grenzpolizisten erschossen und heimlich von ihm verscharrt. Coyoten graben ihn aus und er wird ein zweites Mal auf dem Armenfriedhof begraben. Die Aufklärung des Verbrechens interessiert niemanden. Bis auf den wortkargen Freund des Mexikaners, Pete – ein alternder Cowboy. Er entführt den Täter, zwingt ihn die Leiche auszugraben und mit ihm zusammen über die Grenze nach Mexiko in das Heimatdorf des Mexikaners zu bringen, um sie dort zu beerdigen.

Ich mag Tommy Lee Jones nicht. Ich habe Vorurteile ihm gegenüber. Er hat in zu vielen Hollywood-Bullshit-Filmen gespielt. Hier überzeugt er mich als einsamer alter Kauz, der sein gegebenes Versprechen seinem toten mexikanischen Freund gegenüber einhalten will, restlos. Auch die Nebenfiguren sind beeindruckend, die verheiratete Kellnerin, mit der Pete ein Verhältnis hat (und der Sheriff auch), die junge Frau des Grenzpolizisten, die sich langweilt in der öden Mobilhome-Siedlung, der in der Wüste zurückgebliebene blinde alte Mann, der mexikanische Radiosendungen hört und doch kein Wort versteht und der endlich sterben will … Einsamkeit, Melancholie und Vergeblichkeit. Und dann natürlich die grandiose Landschaft.

Die berührendste Szene? Die, in der Pete abends in einer mexikanischen Spelunke sitzt und die verheiratete Kellnerin anruft. Er bittet sie nach Mexiko zu kommen, um mit ihm zu leben. Sie sagt „Nein“ und legt auf.

Weiterlesen