Neue gebrauchte Kamera

Die Fuji GA645i ist angekommen, wurde sogar nach Hause geliefert, Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer konnte ich an der Haustür bezahlen. Der Zustand ist fast neuwertig, kaum Gebrauchsspuren und erst 700 Auslösungen auf dem Buckel, bei 5.000 wird ein Service fällig, bei 10.000 Auslösungen ist der Zentralverschluss erledigt. Also noch viel Zeit bis dahin. Fehlendes Zubehör, wie eine originale Sonnenblende, Gurt und Okularschutzglas habe ich für gehobene Preise an anderen Stellen erworben. Im Überschwang habe ich noch ein kleines Einbeinstativ von Manfrotto mit integriertem Kugelkopf gekauft, ich werde auch nicht jünger und der Ruhetremor stärker. Die Kamera ruht sich jetzt im Schrank von der weiten Reise aus, denn leider ist zur Zeit kein Fotowetter.

Nachwuchs (gebraucht)

Lange habe ich mich zurückhalten können, letztlich habe ich dem unstillbaren Drang doch nachgeben müssen. In ein paar Tagen erreicht mich nun aus Japan eine sehr gut erhaltene Fuji GA645i. Gedacht für den schnelleren Einsatz aus der Hand vergleichbar der Nikon F90x aber im kleinsten Rollfilmformat 6×4,5 cm, was etwa der 2,7fachen Kleinbildfläche entspricht. Das 60mm Objektiv der Kamera ist an Kleinbild einem 37mm Objektiv vergleichbar also der von mir bevorzugten Reportagebrennweite. Ich wollte unbedingt eine „i“, den Nachfolger der Fuji GA645, weil diese einen zweiten Auslöser hat und etwas jünger ist. Ich hoffe, in einer Woche Post vom Hauptzollamt zu bekommen. Die Abläufe dort kenne ich ja schon.

Fotorucksack

Schon länger eine neue Transportmöglichkeit für mein Kamerazeugs gesucht. Bisher sah das so aus: eine Kameratasche mit Voigtländer Bessa III und Belichtungsmesser nebst Kleinkram in einer Tasche sowie die Stativtasche über Kreuz auf dem Rücken bzw. seitlich getragen. Vorne am Mann ein weiteres Kameratäschchen mit der Fuji GW690 III darinnen. Das sah etwas nach behängtem Weihnachtsbaum aus, war statisch aber eine stabile Konstruktion und da alle Komponenten etwa gleich viel wiegen auch recht gut über längere Strecken zu tragen.

Da Bessa-Tasche und Stativtasche langsam kollabieren nun etwas Neues. Es gibt so viele Kamerarucksäcke und alle haben irgendein Detail, das mir gefällt. Aber keiner erfüllt all meine Vorstellungen. Wichtig alles oben beschriebene soll reingehen ohne zu quetschen, darin herumklappern soll aber auch nichts, wetterfest soll es sein, gut zu tragen und wichtig eine mittige Stativbefestigungsmöglichkeit muss vorhanden sein wegen der besseren Gewichtsverteilung.

Am nächsten kam meinen Vorgaben der Lowepro Flipside 300 AW II. Fast hätte ich den Vorgänger bestellt aber dann noch rechtzeitig den Nachfolger entdeckt, der über ein paar wesentliche Verbesserungen verfügt. Das einzige, was mir Gedanken macht ist, ob die Befestigungsart mein mittelschweres Stativ von ca. 2,9 kg Gewicht auf Dauer aushält. Die Anschaffung eins kleinen und leichteren Statives ist möglich aber sinnlos. Stative müssen groß und schwer sein. Noch sieht alles gut aus.

Instant

Das für mich interessante an der analogen Instantfotografie ist das Fertige des entstandenen Bildes. Keine Beeinflussung des gemachten Fotos mehr möglich, wenn man von physischen Manipulationen absieht, die mich nicht interessieren. Man hat ein einziges Bild des fotografierten Sujets.

Vor einiger Zeit schon stieß ich auf die Garten-Polaroids von Arno Fischer. Auf der Homepage kann man sich eine Auswahl der Polaroids ansehen. So etwas Ähnliches schwebt mir vor. Vergängliches in einem einzigen Bild mit diesem unbeschreiblichen Polaroid-Schmelz festhalten.

Sofortbild

Die Sofortbildfotografie geistert mir immer wieder im Kopf herum (neben vielen anderen Dingen, über die der Autor schweigt). Abgesehen von der Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich damit zu befassen, zerfällt die Angelegenheit in zwei Stränge: Fuji Instax oder Impossible Project. Fuji ist mir farblich zu kühl, dafür aber einigermaßen langzeitstabil. Die Impossible Filme als Polaroid Wiedergänger gefallen mir farblich besser, sind aber alles andere als ausgereift. Spaßfaktor als einziger Antrieb ist mir zu wenig, es sollen brauchbare Bilder entstehen, die auch länger als ein paar Tage haltbar sind. Zur Zeit schwanke ich je nach Tagesform zwischen: das Projekt vergessen oder eine aufgearbeitete Polaroid SLR 680 mit allerlei sinnvollem Zubehör anschaffen. Richtig oder gar nicht.

E6

Der erste entwickelte Fuji Provia 100f ist eingetroffen. Auf der Leuchtplatte machen die Bilder einen sehr guten Eindruck. Mindestens neun von zwölf Aufnahmen verwendbar. Durch das Scannen verlieren die Bilder zwar deutlich, sie sind aber näher am Original, als ich das bisher je hinbekommen habe. Zufrieden. Kann man weiter verfolgen.

Banding-Workaround

Winterzeit ist Bandingzeit. Jedenfalls wenn Schnee liegt, man auf Farbnegativ- oder Schwarzweißnegativfilm fotografiert und einen Epson V700 Scanner zum digitalisieren verwendet. Banding, das sind diese verdammten Streifen in hellen (Schnee!), strukturarmen Bildflächen, die eine Reflexion des unbelichteten Negativrandes in eben diesen angrenzenden hellen Bildteilen darstellt. Das bekommt man mit Bildbearbeitung kaum weg. Besser ist es, das Banding von vornherein physisch zu vermeiden.

Es gibt verschiedene Vorschläge im Netz, wie das zu bewerkstelligen ist. Man müsste eine Abdeckung verwenden, die den unbelichteten Negativrand von der Lichtquelle des Scanners abschirmt. Diarahmen sind eine gute Idee, nur brauchte ich welche in 6×6 (gibt es), 6×7 und 6×9 (schon schwieriger) oder man bastelt sich selbst solche Rahmen aus dunklem Karton. Nichts für mich. Mir kam der Gedanke, dass es ausreichend sein müsste, wenn man die Negative so in den Negativhalter einlegt, dass die bandingempfindlichen Bereiche vom Halter selbst abgedeckt werden und zusätzliche zu den äußeren Seiten des Scanners weisen. Die zur Mitte des Scanners zeigenden Bereiche sind ohnehin nicht vom Banding betroffen und können mit Negativrand gescannt werden. Und es funktioniert. Auf diese Weise verliert man zwar beim Scannen ca. einen Millimeter des belichteten Filmes an der abgedeckten Seite aber das Banding tritt definitiv nicht mehr auf.

Winterlandschaft

Der Schnee, die Bäume, die Sonne oder auch die neblige, diesige Lichtstimmung, je nachdem. Zen-like atmosphere. Im Hinterkopf als Referenz die Hokkaido Bilder von Michael Kenna. Aus dem Gefrierfach zwei Fuji Acros 100 geholt. Format 6×6, lange nicht benutzt. Wegen der geometrischen Strenge hier unbedingt empfehlenswert. Schneeschuhe an und losgestapft. Gespannt auf die Ergebnisse.

Querfeldein

Heute wurden die Schneeschuhe geliefert, eher als gedacht. Am Nachmittag gleich ausgiebig im Gelände getestet. Ich bin bisher sehr zufrieden. Nur einmal bin ich umgefallen beim Übersteigen eines Weidezaunes. Meine Reichweite in verschneiter Landschaft abseits der Wege hat sich immens gesteigert und ich bin nicht halb so kaputt wie bislang. Einige gute Aufnahmen gemacht, hoffe ich.