Polaroid

Es ist Teil meines Krankheitsbildes, den Erwerb weiterer Kameras zunächst kategorisch auszuschließen, um dann doch zuverlässig wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Eine wirklich schlimme Krankheit ist das und mir fehlt zudem jegliche Krankheitseinsicht. Vielleicht kann mir Dr. Polaroid helfen! Eine wunderbar aufgearbeitete SLR 680, wie sie dieser kleine feine »Shop« anbietet, ist genau die Medizin, die mich zumindest für einige Zeit ruhig stellen würde, von heilen rede ich schon gar nicht mehr.

Die Polaroid Geschichte nimmt ja wieder Fahrt auf, was mich sehr freut. Die Qualität des Filmmaterials wird immer besser. Jetzt heißt Polaroid sogar wieder Polaroid! Wenn man dort jetzt noch daran denken würde, den Trennbildfilm vom Typ 100 wieder herzustellen, dann könnte man auch eine Land Camera ins Auge fassen… Ach Gott, es wird ein schlimmes Ende mit mir nehmen und ich freu mich.

Zwischenstand

Die Fuji GA645i macht bis jetzt viel Freude. Scharfstellung, Belichtungsmessung – alles funktioniert tadellos. Bisher zwei Filme belichtet, die Negative sind vollkommen in Ordnung. Zum Einsatz kommt die Neue wenn ich mit leichtem Gepäck reisen will und in bewohnten Gebieten unterwegs bin, die ich sonst gerne meide, Städte und solche Zumutungen zum Beispiel, die aber doch interessante Motive bieten können.

Kurzzeitig getrübte Stimmung

Gestern der erste ernstzunehmende Ausflug mit der Fuji GA645i. Der zweite Auslöser scheint nicht richtig zu funktionieren, d. h. er öffnet den Verschluss beim Durchdrücken aber beim Halbdurchdrücken erfolgt keine Scharfstellung und Belichtungsmessung, vielleicht mache ich auch was falsch. Der Hauptauslöser funktioniert problemlos, ich hätte nur für Querformat gerne den zweiten Auslöser eingesetzt, das wäre viel ergonomischer. Ein kleiner Wermutstropfen.

Dann habe ich gleich noch beim ersten Ausflug die Rändelmutter des kleinen Kugelkopfes vom neuen Einbeinstativ verloren, irgendwo im Herbstlaub des Heidefriedhofes muss sie liegen. Beeinträchtigt nicht die Funktion, ist aber ärgerlich. Als ich nach Hause kam, hatte ich Post. Mir wurde mein belichteter Film, den ich auf dem Weg nach Stuttgart zu Photostudio 13 wähnte, zugeschickt. Eine Fachkraft hatte die Briefmarke hinten aufgeklebt, gleich neben den Absender. Korrekterweise wurde mir der Brief dann zügig zugestellt. Idioten.

Neue gebrauchte Kamera

Die Fuji GA645i ist angekommen, wurde sogar nach Hause geliefert, Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer konnte ich an der Haustür bezahlen. Der Zustand ist fast neuwertig, kaum Gebrauchsspuren und erst 700 Auslösungen auf dem Buckel, bei 5.000 wird ein Service fällig, bei 10.000 Auslösungen ist der Zentralverschluss erledigt. Also noch viel Zeit bis dahin. Fehlendes Zubehör, wie eine originale Sonnenblende, Gurt und Okularschutzglas habe ich für gehobene Preise an anderen Stellen erworben. Im Überschwang habe ich noch ein kleines Einbeinstativ von Manfrotto mit integriertem Kugelkopf gekauft, ich werde auch nicht jünger und der Ruhetremor stärker. Die Kamera ruht sich jetzt im Schrank von der weiten Reise aus, denn leider ist zur Zeit kein Fotowetter.

Nachwuchs (gebraucht)

Lange habe ich mich zurückhalten können, letztlich habe ich dem unstillbaren Drang doch nachgeben müssen. In ein paar Tagen erreicht mich nun aus Japan eine sehr gut erhaltene Fuji GA645i. Gedacht für den schnelleren Einsatz aus der Hand vergleichbar der Nikon F90x aber im kleinsten Rollfilmformat 6×4,5 cm, was etwa der 2,7fachen Kleinbildfläche entspricht. Das 60mm Objektiv der Kamera ist an Kleinbild einem 37mm Objektiv vergleichbar also der von mir bevorzugten Reportagebrennweite. Ich wollte unbedingt eine „i“, den Nachfolger der Fuji GA645, weil diese einen zweiten Auslöser hat und etwas jünger ist. Ich hoffe, in einer Woche Post vom Hauptzollamt zu bekommen. Die Abläufe dort kenne ich ja schon.

Fotorucksack

Schon länger eine neue Transportmöglichkeit für mein Kamerazeugs gesucht. Bisher sah das so aus: eine Kameratasche mit Voigtländer Bessa III und Belichtungsmesser nebst Kleinkram in einer Tasche sowie die Stativtasche über Kreuz auf dem Rücken bzw. seitlich getragen. Vorne am Mann ein weiteres Kameratäschchen mit der Fuji GW690 III darinnen. Das sah etwas nach behängtem Weihnachtsbaum aus, war statisch aber eine stabile Konstruktion und da alle Komponenten etwa gleich viel wiegen auch recht gut über längere Strecken zu tragen.

Da Bessa-Tasche und Stativtasche langsam kollabieren nun etwas Neues. Es gibt so viele Kamerarucksäcke und alle haben irgendein Detail, das mir gefällt. Aber keiner erfüllt all meine Vorstellungen. Wichtig alles oben beschriebene soll reingehen ohne zu quetschen, darin herumklappern soll aber auch nichts, wetterfest soll es sein, gut zu tragen und wichtig eine mittige Stativbefestigungsmöglichkeit muss vorhanden sein wegen der besseren Gewichtsverteilung.

Am nächsten kam meinen Vorgaben der Lowepro Flipside 300 AW II. Fast hätte ich den Vorgänger bestellt aber dann noch rechtzeitig den Nachfolger entdeckt, der über ein paar wesentliche Verbesserungen verfügt. Das einzige, was mir Gedanken macht ist, ob die Befestigungsart mein mittelschweres Stativ von ca. 2,9 kg Gewicht auf Dauer aushält. Die Anschaffung eins kleinen und leichteren Statives ist möglich aber sinnlos. Stative müssen groß und schwer sein. Noch sieht alles gut aus.

Instant

Das für mich interessante an der analogen Instantfotografie ist das Fertige des entstandenen Bildes. Keine Beeinflussung des gemachten Fotos mehr möglich, wenn man von physischen Manipulationen absieht, die mich nicht interessieren. Man hat ein einziges Bild des fotografierten Sujets.

Vor einiger Zeit schon stieß ich auf die Garten-Polaroids von Arno Fischer. Auf der Homepage kann man sich eine Auswahl der Polaroids ansehen. So etwas Ähnliches schwebt mir vor. Vergängliches in einem einzigen Bild mit diesem unbeschreiblichen Polaroid-Schmelz festhalten.

Sofortbild

Die Sofortbildfotografie geistert mir immer wieder im Kopf herum (neben vielen anderen Dingen, über die der Autor schweigt). Abgesehen von der Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich damit zu befassen, zerfällt die Angelegenheit in zwei Stränge: Fuji Instax oder Impossible Project. Fuji ist mir farblich zu kühl, dafür aber einigermaßen langzeitstabil. Die Impossible Filme als Polaroid Wiedergänger gefallen mir farblich besser, sind aber alles andere als ausgereift. Spaßfaktor als einziger Antrieb ist mir zu wenig, es sollen brauchbare Bilder entstehen, die auch länger als ein paar Tage haltbar sind. Zur Zeit schwanke ich je nach Tagesform zwischen: das Projekt vergessen oder eine aufgearbeitete Polaroid SLR 680 mit allerlei sinnvollem Zubehör anschaffen. Richtig oder gar nicht.

E6

Der erste entwickelte Fuji Provia 100f ist eingetroffen. Auf der Leuchtplatte machen die Bilder einen sehr guten Eindruck. Mindestens neun von zwölf Aufnahmen verwendbar. Durch das Scannen verlieren die Bilder zwar deutlich, sie sind aber näher am Original, als ich das bisher je hinbekommen habe. Zufrieden. Kann man weiter verfolgen.