Noch unentschieden

Zu meinem Krankheitsbild gehört das immer wieder aufflammende und kaum zu kontrollierende Verlangen nach einer neuen alten Kamera. Nur noch die eine, dann ist es gut, sagt eine verführerische Stimme in meinem Kopf. Halt die Fresse, er hat genügend Kameras, sagt undiplomatisch die Vernunft. Halt selber die Fresse, du Erbsenzähler, das spielt doch keine Rolle, sagt dann die sanfte Stimme. Und immer so weiter …

Hätt ich mir nur nicht die Garten-Polaroids von Arno Fischer angesehen.

Neue Filter

B+W Gelbfilter für die Voigtländer Bessa III und die Fuji GW690 III besorgt. Die Orangefilter sind mir zum Teil in ihrer Wirkung zu stark. Vielleicht habe ich mich auch am Effekt satt gesehen. Der Kodak TriX-400 hat auch ohne Filter eine mir angenehme Umsetzung in Grautöne, sollte ich öfter mal wieder pur an den großen Formaten verwenden.
Bei der Gelegenheit gleich noch einen neuen B+W Skylight Filter für die Fuji GW690 III erworben. Diese werden von B+W nicht mehr hergestellt. Findet man noch einen neuen in der passenden Größe, muss man zuschlagen. Gedacht als Aufwärmer für die für meinen Geschmack etwas zu kühle Umsetzung der Farben des Fuji Provia 100f, von denen ich noch ein paar auf Eis liegen habe und die ich gerne im größten mir möglichen Format von 6×9 verarbeiten würde.
Bald gibt es ja auch wieder von Kodak einen neuen alten Diafilm, den Ektachrome E100 im 120’er Format. Die wärmere Kodakemulsion liegt mir mehr als die von Fuji. Muss ich unbedingt haben, wenn es soweit ist.

Kurz und knapp

Rational, sachlich mit einer gewissen Distanz zum Objekt, jedoch nicht ohne innere Anteilnahme – so versuche ich an meine Sujets heranzugehen. Sympathisch ist mir die Strömung der Neuen Sachlichkeit in der Fotografie und die New Topographics Bewegung, die ja durchaus Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Zuwider wie im richtigen Leben ist mir eine Überemotionalisierung, die heute so weit verbreitet ist und die ich als lächerliche Kindischkeit ansehe.

Rohrschatten (nicht Rorschach)

Zu Fuß und mit dem schweren Fotorucksack unterwegs auf der EUGAL-Trasse, die sich von der Ostsee kommend durch die sächsische Landschaft Richtung tschechischer Grenze narbt. Mein Hut ist noch nicht eingetroffen, weshalb ich ab und zu meinen Kopf im Schatten der Rohrsegmente herunter kühlen muss bevor der Liquor kocht. Derweil schreibe ich zum Zeitvertreib Dinge ins Internet.

N. gibt an, ihre archäologischen Grabungen entlang der Trasse ohne nennenswerte Funde beendet zu haben: ein paar Münzen aus der frühen Neuzeit, ein Steinbeil und anderer neolithischer Krimskrams – mehr nicht. Keine 2. Himmelsscheibe von Nebra oder vergleichbares. A. hingegen schweigt zurzeit sehr eindrücklich, was ich nicht recht einordnen kann und mich ein wenig traurig macht.

Liquor wieder ok. Weiter gehts.

Freizeitbeschäftigung

Ich bin ja ein ausgesprochener Impf-Befürworter, ich muss mich nur aufraffen. Habe meine Schwerfälligkeit nun endlich überwunden und mich zu einer FSME-Impfsession entschlossen, da mein bevorzugtes Streifgebiet jetzt ebenfalls zum FSME-Risikogebiet zählt und ich jedes Jahr mehrmals von hungrigen Zecken angefallen werde. So verbringe ich meinen Urlaub mit Zahn- und Hausarztbesuchen und mit Fotografieren natürlich, verstärkt wieder mit dem großen Besteck.

Pipeline-Bau

Gestern die Baustelle der EUGAL-Erdgasstrasse bei Brockwitz an der Elbe inspiziert. Im Vorfeld der Bauarbeiten hat N. bei archäologischen Grabungen mitgewirkt. Ein paar bronzezeitliche Funde wurden dort gemacht. Die EUGAL-Trasse verläuft in Sachsen weitgehend parallel zur OPAL-Trasse, die vor ein paar Jahren gebaut wurde. Mich interessiert vor allem die Elbquerung. Leider war gestern das Licht eher ungünstig und heute ist es noch schlechter.

Eine Blende mehr

Einen der frischen Fuji Pro 400H mit 200 ASA belichtet. Das scheint mir für diesen Film die am besten passende Empfindlichkeit zu sein. Bei 100 ASA werden die Farben schon sehr bonbonartig, das kann man in der Nachbearbeitung nur schwer wieder hinbiegen. Im Scan passt es bei Belichtung mit 200 ASA fast auf Anhieb. Der Film ist etwas körniger als der Kodak Portra 400 aber im Rollfilmformat immer noch akzeptabel.

Farbfilme

Unzufrieden mit den Scanergebnissen der beiden zu »Mein Film Lab« geschickten Fuji Pro 400H. Der Beschnitt zu groß, zwei bis drei Millimeter auf jeder Seite, das verändert den Bildeindruck vollkommen, vergleichbar einem Heranzoomen. Ich arbeite in der Regel formatfüllend, statt mit Beschnitt wäre es mir lieber mit Negativrand zu scannen. Und die Farbabstimmung viel zu neutral, rötliches Gestein wird zu grauem. Sieht jedenfalls alles falsch aus. Wahrscheinlich könnte man mit den Leuten reden, zumindest was die Farbabstimmung angeht. Mehr stört mich aber der Beschnitt und der wird als technisch bedingt verkauft.

Also doch wieder selbst gescannt und an den Farben gedreht, was ich mir gerne schenken wollte. Erstaunlicherweise hat mein Consumermodell von Scanner (Epson V700) keinerlei Probleme mit den um zwei Blenden überbelichteten Filmen, keine ausgebrannten Lichter. In der ersten Begeisterung gleich noch 5 Rollen vom Fuji Pro 400H bestellt. Trotzdem fühlt sich Farbe fremd für mich an. Wird die Ausnahme bleiben. Da ich noch ein paar Ilford XP2 Super auf Eis liegen habe, nutze ich erst mal diesen schwarzweißen Farbfilm in der Fuji GW690 III.