Besserung

Mme. Lilli erholt sich langsam. Sie nimmt zu und die kahlen Stellen am Bauch und an den Vorderpfoten sind schon mit mehr als nur Flaum bedeckt. Ihr Appetit ist zur Zeit sehr gut und ich hoffe, dass es dabei bleibt. Vor allem ist die jetzige Fressspirale nicht mehr cortisoninduziert, was mich sehr freut.

Unlängst las ich von einem Katzenseniorenheim in Maxen, wo alte Miezen unterkommen können, deren Besitzer verstorben oder ins Pflegeheim gekommen sind. Ich finde es schön, dass sich jemand so gut um die alten Tiere kümmert.

Großes Blutbild

Nochmals Bluttest bei Mme. Lilli zum Ende der Antibiose. Ergebnis: Entzündungswerte deutlich gesunken und weit unterhalb des Grenzwertes. Sehr erleichtert. Eine Wiedervorstellung der Mieze ist zur Zeit nicht notwendig. Letztlich haben wir keine Ahnung, wo die Entzündung saß und was sie auslöste. Etwas unbefriedigend. Aber ich freue mich, dass es der alten Dame wieder besser geht. Jetzt muss sie nur ihren Appetit behalten, weiter zunehmen und mich durch ihre Anwesenheit erfreuen.

Und weiter mit Mme. Lilli

Viel lieber berichte ich von meiner Katze. Letzte Woche ergab die Auswertung der letzten Blutanalyse immer noch erhöhte Entzündungswerte. Es gab nochmals eine Cortison- und eine Antibiotikaspritze. Auch bekommt sie jetzt für 14 Tage eine orale Antibiose. Früh und abends je eine Tablette. Das klappt bisher erstaunlich gut. Es handelt sich um Amoxicillin als Breitbandantibiotikum plus Clavulansäure zur Unterstützung. Nächste Woche dann nochmals ein Bluttest, um die Entwicklung der Entzündungswerte zu beobachten.

Im Moment frisst sie mir die Haare vom Kopf. Sie ist so gierig, ich muss ihr das Futter in 50 Gramm Portionen alle drei Stunden zuteilen, sonst überfrisst sie sich. Sie hat auch schon gut zugenommen ist aber immer noch untergewichtig. Der extrem gesteigerte Appetit ist eine häufige Nebenwirkung von Cortison. Im vorliegenden Fall ist das sogar hilfreich, weil sie fast gar nichts mehr gefressen hat. Meine Sorge ist, dass sie nach dem Abklingen des Cortisons wieder schlecht frisst. Ich hoffe das Beste.

Entkraust

Heute nach 12 Tagen endlich die Halskrause entfernt. Sie roch schon etwas ranzig, nach Futter und Kotze. Mme. Lilli ist konsterniert, nicht panisch wie beim Anlegen, als sie überall dagegen rannte und den gesamten Weihnachtsdekokrimskrams umwarf, aber gepflegt verwirrt. Sie hält es für angebracht sich vorerst nur noch im Zeitlupentempo zu bewegen. Und arg gerupft sieht sie aus, der Unterbauch komplett kahl und beide Schienbeine der Vorderläufe haben Glatze auch am Hals fehlt Fell. Da die Mieze schwarz ist und ihre Haut schneeweiß sieht das sehr traurig aus. Ich spreche ihr Trost und Mut zu und versichere ihr, dass sie für mich immer die schönste Katze der Welt bleibt.

Fortschritte

Gestern früh nach einer Woche 10- bzw. 12-Stundennachtdienste heimgekommen, kurz geschüttelt und dann die Katze eingefangen, in die Transportkiste gesperrt und ab zum Tierarzt. Wundkontrolle und Fäden ziehen auf dem Plan. Ich hab gleich noch mal Blut zapfen lassen zur Kontrolle der Entzündungswerte, leider hielt Mme. Lilli nicht die ganze Zeit still dadurch verrutschte die Kanüle etwas. Gestern Abend hatte sie dann eine geschwollene Pfote, ich führe das auf ihr unkooperatives Verhalten zurück. Schmerzen hat sie keine, ich kann daran herumfummeln, alles frei beweglich und sie läuft auch normal. Heute schon besser. Wunde am Bauch sehr gut verheilt, Fäden konnten problemlos ohne Narkose gezogen werden. Die Halskrause lasse ich zur Sicherheit noch bis morgen dran, damit sie nicht gleich an der Wunde schleckt. Zu meiner Freude hat sie auch wieder ungefähr 100 Gramm zugenommen. Sie liegt jetzt mit Halskrause etwas über 2,4 kg. Sie war immer ein schlankes Mädchen aber das ist noch arg wenig.

Krankengeschichte

Die Katze hat ohne Zweifel die vorweihnachtliche Arschkarte gezogen. Weil die Entzündungswerte immer noch etwas erhöht waren und das Tier weiter abnahm, riet die Tierärztin zur stationären Aufnahme zwecks Röntgen und Sonografie des Bauchraumes. Im Röntgenbild nichts zu erkennen nur eine große Masse, keine Organe darstellbar. Sonografie kaum besser. Das konnte ein großer Tumor sein oder auch Luft oder Wasser. Kann man nur rausfinden, wenn man die Mieze aufmacht und nachsieht. Alternative: zu lassen und bisschen Cortison usw. ins Blaue hinein.

Ich entschied mich für Aufmachen, der Allgemeinzustand war schon so weit runter, dass mir jetzt die letzte Möglichkeit schien, dass sie das überstehen könnte. Vereinbart wurde, dass mich die Ärztin während der OP anruft, falls der Bauchraum vollkommen verkrebst wäre. Dann hätte ich Mme. Lilli einschläfern lassen. Der Anruf kam nicht bzw. erst nach der OP. Die Ärztin hat die Mieze einmal auf links gedreht und dabei keine tumorösen Veränderungen finden können, Organe alle ok. Nur im vorderen Bauchraum ein vergrößerter Lymphknoten und der Darm bisschen träge, sonst keine Auffälligkeiten. Biopsie des Lymphknotens ist erfolgt, gestern das Ergebnis: keine Tumorzellen nur aktivierte Immunabwehr. Leukose ist auch ausgeschlossen.

Also irgendeine Entzündung im Körper. Die Zähne scheiden schon mal aus, habe ich gleich mit checken lassen. Jetzt erholt sich die Mieze und hat am kahlen Bauch einen Riesenreißverschluss. Sie muss zu ihrem Verdruss bis zum Fäden ziehen nächste Woche eine Halskrause tragen. Die ersten Tage ein Drama, jetzt hat sie sich einigermaßen dran gewöhnt. Sie frisst wieder besser und ist auch aktiver. Gestern Wundkontrolle – alles einwandfrei. Ich bin um Jahre gealtert und die Rechnung wird bald vierstellig. Aber alles scheißegal. Hauptsache der Mieze geht es wieder gut.

Katzenausflug

Gestern Mme. Lilli in eine Transportkiste gesperrt und zum Tierarzt geschleppt. Die Katze sang die ganze Zeit ein herzzerreißendes Klagelied. Es ging aber doch besser als gedacht. Der Zustand des Tieres hatte sich in den letzten Tagen schon gebessert, kein Erbrechen mehr und wieder fitter, ich wollte sie aber doch gerne mal vorzeigen. Sie nahm die Untersuchung recht ruhig hin im Knebelgriff der Helferin. Nur einmal fauchte sie und schnappte nach dem Tierarzt, der aber gute Reflexe hatte. Sie bekam abschließend einen kleinen Verband ans Bein auf die Blutentnahmestelle, der entrüstete sie sehr und sie zupfte daran herum und schüttelte das Beinchen bis er endlich ab war. Die Laborergebnisse stehen noch aus aber Auskultation und Palpation schon mal weitgehend im grünen Bereich.

Katzenkotzeregen

Madame Lilli, die Katze, konnte ich mit einigen Taschenspielertricks dazu bringen, ihre Wurmkur zu sich zu nehmen. Ich glaube zwar nicht, dass sie Würmer hat aber nach *hust* 12 Jahren kann man schon mal eine Wurmkur machen, auch wenn es eine reine Drinnenkatze ist. Das häufige Erbrechen führe ich eher auf Heißhunger-Attacken zurück. Das edle Tier frisst dann zu viel auf einmal und kotzt es wieder aus, wenn es im Magen drückt. Besonders schön ist es, wenn sie sich auf der Treppe übergibt, dann gibt es einen Kotzeregen und großes Hallo, falls gerade ein Mensch die Treppe weiter unten benutzt. Ich hab jetzt das Futter umgestellt: früh und abends Nassfutter und mittags etwas Trockenfutter. Funktioniert ganz gut. Ansonsten gilt für uns beide: alt aber lieb und guter Dinge.

Malaisen

Migräne, dass die Schwarte knackt. Zum Glück abklingend. Der bewährte Versuch, sie einfach zu ignorieren. Halt die Fresse Gehirn und mach deine Arbeit.
Die Katze wird frech auf die alten Tage, klaut Käse und Wurst vom Tisch. Ansonsten erbricht sie mir etwas viel in den letzten Wochen. Eine Wurmkur und Schonfutter bestellt und einen großen Kanister des bewährten Kotzfleckenentferners. Die Teppiche zeigen mittlerweile interessante Muster.