Einstellungssache

Gestern Nachmittag ein starkes Gewitter von Osten. Der erste nennenswerte Regen seit langem für nicht einmal eine Stunde, heftiger Wind und Hagel am Anfang. Ein Sturzbach kam die Straße herunter. Kurze Zeit später ging die Sirene. Heute wieder brütende Hitze, vielleicht ein oder zwei Grad weniger als zuletzt. Im Dachgeschoss 29 °C. Ich schlafe seit Wochen schlecht egal ob tagsüber oder nachts.

Die Katze nimmt weiter zu, sie hat schon 300 Gramm zugelegt, bezogen auf den gemessenen Tiefstwert Ende Juni. Die erste T4-Kontrolle ergab Werte im unteren Bereich also wurde die Thyronormdosis etwas zurück gefahren. Sie bekommt jetzt 0,25 ml morgens und 0,5 ml abends. Ich war erst skeptisch und dachte, es wäre besser wenn sie früh und abends die gleiche Dosis bekäme. Es scheint aber auch so zu funktionieren, sie ist ruhig und ausgeglichen. Am 13. August erneute Kontrolle.

Alles wird gut

Gestern Sonografie des Bauchraumes bei Mme. Lilli. Alle Organe visuell in Ordnung nur im vorderen Bauchraum etwas vergrößerte Lymphknoten aber im Vergleich zu den Aufnahmen von vor einem reichlichen halben Jahr insgesamt keine Umfangsvermehrung, sondern sogar etwas kleinerer Durchmesser. Die sympathische Tierärztin – ich behalte mir vor, sie zu heiraten – hält ein Lymphom auch eher für unwahrscheinlich, denn dann wäre der körperliche Verfall im vergangenen Zeitraum größer. Genauso habe ich mir das auch zusammen gereimt. Mme. Lilli trägt jetzt wieder bauchfrei hat damit aber keinerlei Probleme. Eine schöne Katzendame kann nichts entstellen. Nächste Woche erneuter Bluttest zur T4 Bestimmung, in Abhängigkeit vom Ergebnis dann eventuell Dosisanpassung des Thyronorms. Das Lebermedikament erhält sie auch weiter, die auffälligen Werte werden beim übernächsten Bluttest mitbestimmt. Der Allgemeinzustand der Katze hat sich schon sehr gebessert, sie ist ausgeglichen, schreit kaum noch, frisst gut, kotzt selten, das Fell sieht besser aus und das Beste: sie hat in einer reichlichen Woche schon knapp 100 Gramm zugenommen.

Katzencontent

Mme. Lilli hat eine Hyperthyreose. Jetzt bekommt sie Thyronorm, ein flüssiges Schilddrüsenmedikament, früh und abends je 0,5 ml und weil ein paar Leberwerte unspezifisch auffällig sind auch etwas dagegen. Fast bin ich froh, dass es eine Schilddrüsenüberfunktion ist, bei Krebs wäre bald Ende der Fahnenstange gewesen. Nächste Woche trotzdem noch mal Sonografie des Bauchraumes und in ein paar Wochen Überprüfung der Blutwerte. Ich hoffe, dass die dürre Klapperkatze nun endlich wieder zunimmt. Sie soll sich keine Gedanken machen, spreche ich ihr Mut zu, alte Weiber haben immer irgendetwas. Es könnte schlimmer sein.

Schönheitspflege & Diagnostik

Der Katze wurden die Krallen gestutzt, die Zähne gecheckt und die Ohren geputzt. Herztöne klar ohne Nebengeräusche, Bauch weich und ohne Druckschmerz. Einziges Problem das fehlende Gewicht bei gutem Appetit. Also gleich nochmal Blutabnahme vornehmen und ein geriatrisches Blutbild erstellen lassen. Am Montag die Ergebnisse. Alles was den Gewichtsverlust erklären könnte: Gastritis, Pankreatitis oder Endoparasiten halte ich wegen sonst fehlender Symptomatik für unwahrscheinlich bzw. ausgeschlossen. Bleibt noch ein Schilddrüsenproblem bzw. eine krebsartige Entwicklung. Krebs glaube ich auch nicht recht, zum einen wurde Mme. Lilli vor einem halben Jahr ausgeweidet und alle Organe auf links gedreht mit einzigem Befund träge Darmperistaltik und vergrößerter Lymphknoten unklarer Genese im vorderen Bauchraum, zum anderen wäre wahrscheinlich der Verfall bei einer gravierenden Krebserkrankung über den Zeitraum stärker. Viel fällt mir nicht mehr ein. Vielleicht mal Dr. House fragen. Ich behandle symptomatisch weiter mit viel Liebe und Kraftfutter.

Generalüberholung

Die Katze Mme. Lilli frisst zwar wieder recht gut, sie ist aber immer noch recht knochig um die Hüften und die Rippen klappern um die Wette. Deshalb kommt jetzt hochkalorisches Spezialfutter auf den Tisch. Leider ist sie recht wählerisch und verwöhnt (keine Ahnung woher das kommt), eine erste Testdose hat sie aber sehr gut angenommen. Mal sehen wie es weiter geht.

Weil auch die festen Stoffwechselendprodukte zeitweise Probleme machten, gibt es seit einiger Zeit früh und abends je 1 Gramm »Movicol aromafrei« aufgelöst unters Futter und ballaststoffreiches Trockenfutter als Ergänzung zum Nassfutter. Beachtliche Erfolge stellten sich bereits ein und sie muss sich nicht mehr so anstrengen.

Mme. Lilli ist nicht mehr so aktiv wie in jungen Tagen, deshalb stelzt sie auf zu langen Krallen umher und bleibt damit überall hängen. Ich bin zu ungeschickt und mir fehlt auch die rechte Traute mit der extra angeschafften und extra teuren Krallenschere die Krallen fachgerecht zu kürzen. Man muss auch delegieren können. Morgen gehts also in die Tierarztpraxis für Krallen, Ohren und Zähne.

Besserung

Mme. Lilli erholt sich langsam. Sie nimmt zu und die kahlen Stellen am Bauch und an den Vorderpfoten sind schon mit mehr als nur Flaum bedeckt. Ihr Appetit ist zur Zeit sehr gut und ich hoffe, dass es dabei bleibt. Vor allem ist die jetzige Fressspirale nicht mehr cortisoninduziert, was mich sehr freut.

Unlängst las ich von einem Katzenseniorenheim in Maxen, wo alte Miezen unterkommen können, deren Besitzer verstorben oder ins Pflegeheim gekommen sind. Ich finde es schön, dass sich jemand so gut um die alten Tiere kümmert.

Großes Blutbild

Nochmals Bluttest bei Mme. Lilli zum Ende der Antibiose. Ergebnis: Entzündungswerte deutlich gesunken und weit unterhalb des Grenzwertes. Sehr erleichtert. Eine Wiedervorstellung der Mieze ist zur Zeit nicht notwendig. Letztlich haben wir keine Ahnung, wo die Entzündung saß und was sie auslöste. Etwas unbefriedigend. Aber ich freue mich, dass es der alten Dame wieder besser geht. Jetzt muss sie nur ihren Appetit behalten, weiter zunehmen und mich durch ihre Anwesenheit erfreuen.

Und weiter mit Mme. Lilli

Viel lieber berichte ich von meiner Katze. Letzte Woche ergab die Auswertung der letzten Blutanalyse immer noch erhöhte Entzündungswerte. Es gab nochmals eine Cortison- und eine Antibiotikaspritze. Auch bekommt sie jetzt für 14 Tage eine orale Antibiose. Früh und abends je eine Tablette. Das klappt bisher erstaunlich gut. Es handelt sich um Amoxicillin als Breitbandantibiotikum plus Clavulansäure zur Unterstützung. Nächste Woche dann nochmals ein Bluttest, um die Entwicklung der Entzündungswerte zu beobachten.

Im Moment frisst sie mir die Haare vom Kopf. Sie ist so gierig, ich muss ihr das Futter in 50 Gramm Portionen alle drei Stunden zuteilen, sonst überfrisst sie sich. Sie hat auch schon gut zugenommen ist aber immer noch untergewichtig. Der extrem gesteigerte Appetit ist eine häufige Nebenwirkung von Cortison. Im vorliegenden Fall ist das sogar hilfreich, weil sie fast gar nichts mehr gefressen hat. Meine Sorge ist, dass sie nach dem Abklingen des Cortisons wieder schlecht frisst. Ich hoffe das Beste.

Entkraust

Heute nach 12 Tagen endlich die Halskrause entfernt. Sie roch schon etwas ranzig, nach Futter und Kotze. Mme. Lilli ist konsterniert, nicht panisch wie beim Anlegen, als sie überall dagegen rannte und den gesamten Weihnachtsdekokrimskrams umwarf, aber gepflegt verwirrt. Sie hält es für angebracht sich vorerst nur noch im Zeitlupentempo zu bewegen. Und arg gerupft sieht sie aus, der Unterbauch komplett kahl und beide Schienbeine der Vorderläufe haben Glatze auch am Hals fehlt Fell. Da die Mieze schwarz ist und ihre Haut schneeweiß sieht das sehr traurig aus. Ich spreche ihr Trost und Mut zu und versichere ihr, dass sie für mich immer die schönste Katze der Welt bleibt.

Fortschritte

Gestern früh nach einer Woche 10- bzw. 12-Stundennachtdienste heimgekommen, kurz geschüttelt und dann die Katze eingefangen, in die Transportkiste gesperrt und ab zum Tierarzt. Wundkontrolle und Fäden ziehen auf dem Plan. Ich hab gleich noch mal Blut zapfen lassen zur Kontrolle der Entzündungswerte, leider hielt Mme. Lilli nicht die ganze Zeit still dadurch verrutschte die Kanüle etwas. Gestern Abend hatte sie dann eine geschwollene Pfote, ich führe das auf ihr unkooperatives Verhalten zurück. Schmerzen hat sie keine, ich kann daran herumfummeln, alles frei beweglich und sie läuft auch normal. Heute schon besser. Wunde am Bauch sehr gut verheilt, Fäden konnten problemlos ohne Narkose gezogen werden. Die Halskrause lasse ich zur Sicherheit noch bis morgen dran, damit sie nicht gleich an der Wunde schleckt. Zu meiner Freude hat sie auch wieder ungefähr 100 Gramm zugenommen. Sie liegt jetzt mit Halskrause etwas über 2,4 kg. Sie war immer ein schlankes Mädchen aber das ist noch arg wenig.