Tiere

Eine Mehlschwalbenkolonie siedelt an der Staumauer der Talsperre Klingenberg. An der Luftseite der Mauer kleben jede Menge Nester, selbst über der Tür zu einem Inspektionsraum auf dem Mauerweg baut ein Pärchen an einem Nest. Immer wieder kommen sie abwechselnd angeflogen und fügen mit Spucke und Lehm eine weitere Schicht hinzu. Auf dem Rückweg rette ich eine winzige Ringelnatter vorm Überfahrenwerden. Dünn wie ein Bleistift, vielleicht zwanzig Zentimeter lang mit den typischen gelblichen Flecken am Kopf züngelt sie mich an. Sie sonnt sich mitten auf dem Fahrweg. Mit einem kleinen Stock zeige ich ihr den Weg zur Wiese.

Meles meles

Bei der drückenden Hitze kann man sich nur in die Berge flüchten. Ein paar hundert Meter weiter oben, im Kammgebiet des Osterzgebirges lässt es sich noch einigermaßen aushalten. Die blühenden Bergwiesen in Schellerhau, am Geisingberg und im oberen Teil des Tales der Kleinen Biela sind ein Traum. Einen halbwüchsigen Dachs konnte ich auch beobachten, der im Gras herumwirtschaftete vermutlich auf der Jagd nach Insekten, keine zwanzig Meter entfernt von mir. Der Wind stand günstig, er hat mich nicht bemerkt.

Flugwetter

Im Rolladenkasten wohnt ein Wespenstaat. Die Tiere fliegen emsig aus und ein und tun so, als ob noch Sommer wär. Ihre Geschäftigkeit rühre daher, weil sie spürten, dass ihr Ende naht und sie bald sterben müssten – las ich. Nur die begatteten Jungköniginnen verstecken sich und gründen im nächsten Frühjahr an anderer Stelle einen eigenen Staat.

Beobachtungen an der Elbe

Es ist unglaublich heiß. Eine Schafherde weidet auf den Elbwiesen an der Niederwarthaer Eisenbahnbrücke. Einige Tiere fressen, die meisten haben sich vor der Hitze in die Schatten der Pfeiler zurückgezogen und liegen wie tot, nur die Ohren wackeln manchmal. Vor allem die halbwüchsigen Lämmer untersuchen das Flussufer, schnuppern an den Steinen und scheinen sich über das fließende Wasser zu freuen. Sie springen ungelenk herum und blöken, die Alten blöken aus dem Schatten zurück. Hundebesitzer fahren mit ihren Autos soweit sie an den Fluss herankommen und laden ihre Hunde aus. Dann strenge Arbeitsteilung. Die Besitzer der Tiere beginnen Stöckchen und Bälle in den Fluss zu werfen, die Hunde holen sie wieder heraus. Am anderen Ufer baden Mädchen mit ihren Pferden. Sie reiten in den Fluss hinein, gleiten von den Rücken der Pferde und schwimmen mit ihnen wieder ans Ufer zurück. Und dann alles wieder von vorn. Eine Familie Nilgänse schwimmt ungeniert auf dem falschen Fluss.

Flugwesen

Gestern die ersten Mehlschwalben gesehen. Sie zirkelten über dem Regenrückhaltebecken herum, erst eine, dann zwei, zum Schluss vier. Des Weiteren anwesend jeweils ein Pärchen Stockenten und Krähen.

Kurz und klein

Meine eigene Kurzumtriebsplantage, eher klein und nur aus einer einzigen Korkenzieherweide bestehend, heute wieder auf den Stock gesetzt. Die so gewonnene Biomasse findet reißenden Absatz bei vorbei flanierenden älteren Damen, die sich die Zweige mit nach Hause nehmen, in Vasen stellen und sich daran freuen. Gute Geschäfte wären möglich, nur bin ich kein Kaufmann.

Indianertrick

Gestern Ausflug ins verschneite Gebirge. Der Schnee auf den Wegen immens, man sinkt immer noch bis mindestens zur Wade ein. Abseits der Wege steckt man wenigstens knietief im Schnee fest. Laufen mit Fotoausrüstung über längere Strecken auch bei guter Kondition kaum möglich. Um es mir etwas leichter zu machen, habe ich ein paar Loipen ruiniert. Immer Angst von Skifahrern deshalb Schläge angeboten zu bekommen. Es waren zum Glück keine unterwegs. Nachts im Internet dann Schneeschuhe bestellt, gehobene Mittelklasse, sehr gute Kritiken. Werden bestimmt zum Ende des Urlaubs bzw. pünktlich zur Schneeschmelze geliefert.

HRB Niederpöbel

Das Gebiet des Erzgebirges und speziell das Osterzgebirge wurde in historischer Zeit immer wieder von starken Hochwasserereignissen heimgesucht. Das Gebirge ist klein, das Gefälle der Fließgewässer sehr hoch. Im Kammstau langanhaltende und ergiebige Niederschläge gehen schnell in den oberirdischen Abfluss über. Nach dem Hochwasser 1897 begann man ein System von Talsperren an den größeren Flüssen zum Schutz vor Überflutungen der flussabwärts gelegenen Talbereiche zu errichten.

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Unterwegs

Ich erweitere mein angestammtes Streifgebiet auf Bereiche östlich der Müglitz. Bei meiner Wanderung durch den Trebnitzgrund wurde ich deshalb vermutlich als Initiationsritus von einer benommenen Wespe in den Bauch gestochen. Später oben auf den Höhenwegen in der Abendsonne entlang gelaufen. Die bewaldeten Hänge des Grundes färben sich schon langsam herbstlich. Kaum ein Vogel ist noch zu hören. Zumindest die Mehlschwalben sind aber noch da. Habe einen Trupp in Neudörfel in eine Unterhaltung vertieft auf der Stromleitung sitzen sehen.