Volk im Baum

Habe einen Schwarm Bienen auf dem Zentralfriedhof in Freiberg gefunden. Vor ein paar Stunden schwärmten sie noch wild um einen kleinen Baum herum, jetzt hängen sie als fußballgroße Traube in demselben und der Flugbetrieb ist nur noch moderat. Herrenlose Schwärme darf man behalten, habe ich gelesen. Wer noch einen braucht, kann ihn sich holen. Ich verstehe von der Imkerei rein gar nichts.

Ausflug

Mit N. in den Kammlagen des Osterzgebirges gewandert, rund um die Galgenteiche und auf den Kahleberg. Gegenüber dem Dresdner Umland sind die Temperaturen da oben wesentlich angenehmer. Auf dem Dammweg des Großen Galgenteiches auf einer Bank gesessen, unterhalten und dabei kleine Entchen beobachtet. Später auf den Kahleberg hinauf und die Aussicht über das Osterzgebirge bis nach Dresden genossen. Nur wenige Menschen da oben. Ganz wunderbar. Auf dem Rückweg in Bärenfels zu Abend gegessen und wieder zurück nach Dresden.

Leuchtende Nachtwolken

Gestern Morgen auf der Dachterrasse des Pflegeheimes kurz nach 3:00 Uhr zum ersten Mal leuchtende Nachtwolken gesehen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass jetzt Zeitpunkt und Witterung für das Auftreten der noctilucent clouds günstig seien. Unglaublich beeindruckend das Ausmaß und das silbrigblaue Leuchten vor dem Hintergrund des sonst noch fast dunklen Nordhimmels. Hier hat jemand die von mir gesehene Formation zu einem etwas späteren Zeitpunkt und von einem südlicher und höher gelegenen Standort aus aufgenommen.

Erwischt

Der vor zwei Monaten entflohene Hyazinth-Ara ist wieder eingefangen worden. Er trieb sich die meiste Zeit im Dresdner Süden herum und ernährte sich im Wesentlichen von Walnüssen, die es in diesem Jahr reichlich gibt. Einmal schaffte er es auch bis in Nachbars Garten. Dann stellte er sich regelmäßig im Garten einer älteren Dame ein, der es nun gelang ihn einzufangen. Die Nächte werden langsam kälter und feuchter und den Winter hätte er in der freien Wildbahn sicher nicht überlebt. So wie es aussieht, hat er seine zweimonatige Herbst-Tour aber gut überstanden.

Pipeline-Bau

Gestern die Baustelle der EUGAL-Erdgasstrasse bei Brockwitz an der Elbe inspiziert. Im Vorfeld der Bauarbeiten hat N. bei archäologischen Grabungen mitgewirkt. Ein paar bronzezeitliche Funde wurden dort gemacht. Die EUGAL-Trasse verläuft in Sachsen weitgehend parallel zur OPAL-Trasse, die vor ein paar Jahren gebaut wurde. Mich interessiert vor allem die Elbquerung. Leider war gestern das Licht eher ungünstig und heute ist es noch schlechter.

Zugeflogen

Der Dresdner Zoo vermisst einen neunzig Zentimeter großen Hyazinth-Ara. Er hat ein Loch in seine Voliere geknabbert und ist davon geflogen. Der Zoo bittet um Mithilfe bei der Ergreifung. Erste Sichtungen wurden aus dem Dresdner Süden gemeldet. Gestern als ich morgens vom Nachtdienst kam, saß er in der großen Eiche eines Nachbarn und krächzte komisch. Große Aufregung. Die Zooleute sagten, so lange er im Baum sitzt, kann man nichts machen. Wenn er Hunger hat und schwächer wird, komme er vielleicht auf den Boden herunter, dann solle man eine Decke über ihn werfen, das beruhige ihn. So weit ist es nicht gekommen, als ich aufstand war er fort.

Schnuppen gucken

Nachts, als gerade keiner schreit oder stürzt oder stirbt, sitze ich in einem Korbstuhl auf der Dachterrasse mit dem Kopf im Nacken. Im Norden flimmert die Stadt über mir die Sterne. Ich zähle drei Sternschnuppen. Keine sehe ich direkt. Der Himmelssektor, der von mir angestarrt wird ist just immer sternschnuppenfrei. Aber aus den Augenwinkeln erwische ich sie doch. Da ich nicht so viele Wünsche habe, bringe ich sie mehrfach vor um sicher zu gehen.

Einstellungssache

Gestern Nachmittag ein starkes Gewitter von Osten. Der erste nennenswerte Regen seit langem für nicht einmal eine Stunde, heftiger Wind und Hagel am Anfang. Ein Sturzbach kam die Straße herunter. Kurze Zeit später ging die Sirene. Heute wieder brütende Hitze, vielleicht ein oder zwei Grad weniger als zuletzt. Im Dachgeschoss 29 °C. Ich schlafe seit Wochen schlecht egal ob tagsüber oder nachts.

Die Katze nimmt weiter zu, sie hat schon 300 Gramm zugelegt, bezogen auf den gemessenen Tiefstwert Ende Juni. Die erste T4-Kontrolle ergab Werte im unteren Bereich also wurde die Thyronormdosis etwas zurück gefahren. Sie bekommt jetzt 0,25 ml morgens und 0,5 ml abends. Ich war erst skeptisch und dachte, es wäre besser wenn sie früh und abends die gleiche Dosis bekäme. Es scheint aber auch so zu funktionieren, sie ist ruhig und ausgeglichen. Am 13. August erneute Kontrolle.

Regendefizit

Der Regen der letzten Tage hat das inzwischen entstandene Defizit noch lange nicht wieder aufgefüllt. Bis zwei Meter tief soll die Trockenheit schon reichen, das bisschen Regen ging nach unterschiedlichen Angaben nur zwei bis vier Zentimeter ins Erdreich. Und jetzt geht es wieder sonnig und trocken weiter, höchstens mal ein Gewitterschauer. Der Wald macht stellenweise schon einen herbstlichen Eindruck, die Blätter gelb und braun manche Bäume bereits ganz kahl. Im Neubaugebiet in der Nachbarschaft ist jeder zweite gepflanzte Straßenbaum tot. Kein Mensch hat sie gewässert. Jedes zweite neue Haus hat dagegen eine Klimaanlage.