Erwischt

Der vor zwei Monaten entflohene Hyazinth-Ara ist wieder eingefangen worden. Er trieb sich die meiste Zeit im Dresdner Süden herum und ernährte sich im Wesentlichen von Walnüssen, die es in diesem Jahr reichlich gibt. Einmal schaffte er es auch bis in Nachbars Garten. Dann stellte er sich regelmäßig im Garten einer älteren Dame ein, der es nun gelang ihn einzufangen. Die Nächte werden langsam kälter und feuchter und den Winter hätte er in der freien Wildbahn sicher nicht überlebt. So wie es aussieht, hat er seine zweimonatige Herbst-Tour aber gut überstanden.

Pipeline-Bau

Gestern die Baustelle der EUGAL-Erdgasstrasse bei Brockwitz an der Elbe inspiziert. Im Vorfeld der Bauarbeiten hat N. bei archäologischen Grabungen mitgewirkt. Ein paar bronzezeitliche Funde wurden dort gemacht. Die EUGAL-Trasse verläuft in Sachsen weitgehend parallel zur OPAL-Trasse, die vor ein paar Jahren gebaut wurde. Mich interessiert vor allem die Elbquerung. Leider war gestern das Licht eher ungünstig und heute ist es noch schlechter.

Zugeflogen

Der Dresdner Zoo vermisst einen neunzig Zentimeter großen Hyazinth-Ara. Er hat ein Loch in seine Voliere geknabbert und ist davon geflogen. Der Zoo bittet um Mithilfe bei der Ergreifung. Erste Sichtungen wurden aus dem Dresdner Süden gemeldet. Gestern als ich morgens vom Nachtdienst kam, saß er in der großen Eiche eines Nachbarn und krächzte komisch. Große Aufregung. Die Zooleute sagten, so lange er im Baum sitzt, kann man nichts machen. Wenn er Hunger hat und schwächer wird, komme er vielleicht auf den Boden herunter, dann solle man eine Decke über ihn werfen, das beruhige ihn. So weit ist es nicht gekommen, als ich aufstand war er fort.

Schnuppen gucken

Nachts, als gerade keiner schreit oder stürzt oder stirbt, sitze ich in einem Korbstuhl auf der Dachterrasse mit dem Kopf im Nacken. Im Norden flimmert die Stadt über mir die Sterne. Ich zähle drei Sternschnuppen. Keine sehe ich direkt. Der Himmelssektor, der von mir angestarrt wird ist just immer sternschnuppenfrei. Aber aus den Augenwinkeln erwische ich sie doch. Da ich nicht so viele Wünsche habe, bringe ich sie mehrfach vor um sicher zu gehen.

Einstellungssache

Gestern Nachmittag ein starkes Gewitter von Osten. Der erste nennenswerte Regen seit langem für nicht einmal eine Stunde, heftiger Wind und Hagel am Anfang. Ein Sturzbach kam die Straße herunter. Kurze Zeit später ging die Sirene. Heute wieder brütende Hitze, vielleicht ein oder zwei Grad weniger als zuletzt. Im Dachgeschoss 29 °C. Ich schlafe seit Wochen schlecht egal ob tagsüber oder nachts.

Die Katze nimmt weiter zu, sie hat schon 300 Gramm zugelegt, bezogen auf den gemessenen Tiefstwert Ende Juni. Die erste T4-Kontrolle ergab Werte im unteren Bereich also wurde die Thyronormdosis etwas zurück gefahren. Sie bekommt jetzt 0,25 ml morgens und 0,5 ml abends. Ich war erst skeptisch und dachte, es wäre besser wenn sie früh und abends die gleiche Dosis bekäme. Es scheint aber auch so zu funktionieren, sie ist ruhig und ausgeglichen. Am 13. August erneute Kontrolle.

Regendefizit

Der Regen der letzten Tage hat das inzwischen entstandene Defizit noch lange nicht wieder aufgefüllt. Bis zwei Meter tief soll die Trockenheit schon reichen, das bisschen Regen ging nach unterschiedlichen Angaben nur zwei bis vier Zentimeter ins Erdreich. Und jetzt geht es wieder sonnig und trocken weiter, höchstens mal ein Gewitterschauer. Der Wald macht stellenweise schon einen herbstlichen Eindruck, die Blätter gelb und braun manche Bäume bereits ganz kahl. Im Neubaugebiet in der Nachbarschaft ist jeder zweite gepflanzte Straßenbaum tot. Kein Mensch hat sie gewässert. Jedes zweite neue Haus hat dagegen eine Klimaanlage.

Dürre

Alles staubtrocken. Die Wiesen grau, im Wald ist es auch nicht besser. Die Felder fangen beim Versuch sie abzuernten Feuer und fackeln ab wie nichts. Keine Ahnung, wann es das letzte Mal richtig geregnet hat. In der Stadt ist es nicht auszuhalten. Die Klimaveränderungen sind eine große Herausforderung für die Stadtplanung. Ein Thema, das mich sehr interessiert.

Tiere

Eine Mehlschwalbenkolonie siedelt an der Staumauer der Talsperre Klingenberg. An der Luftseite der Mauer kleben jede Menge Nester, selbst über der Tür zu einem Inspektionsraum auf dem Mauerweg baut ein Pärchen an einem Nest. Immer wieder kommen sie abwechselnd angeflogen und fügen mit Spucke und Lehm eine weitere Schicht hinzu. Auf dem Rückweg rette ich eine winzige Ringelnatter vorm Überfahrenwerden. Dünn wie ein Bleistift, vielleicht zwanzig Zentimeter lang mit den typischen gelblichen Flecken am Kopf züngelt sie mich an. Sie sonnt sich mitten auf dem Fahrweg. Mit einem kleinen Stock zeige ich ihr den Weg zur Wiese.

Meles meles

Bei der drückenden Hitze kann man sich nur in die Berge flüchten. Ein paar hundert Meter weiter oben, im Kammgebiet des Osterzgebirges lässt es sich noch einigermaßen aushalten. Die blühenden Bergwiesen in Schellerhau, am Geisingberg und im oberen Teil des Tales der Kleinen Biela sind ein Traum. Einen halbwüchsigen Dachs konnte ich auch beobachten, der im Gras herumwirtschaftete vermutlich auf der Jagd nach Insekten, keine zwanzig Meter entfernt von mir. Der Wind stand günstig, er hat mich nicht bemerkt.