Schwarzes Kreuz

Am Osterzgebirgskamm unweit der Grenze inmitten von Bergwiesen in der Sonne sitzend. Ein leichter Wind weht, die Grillen zirpen und die Vögel singen. Kein Mensch weit und breit.

Der Fedora passt wie angegossen. Er bewahrt mich vor einem Sonnenstich und verleiht mir altem weißen Mann Stil und Würde, bin ich mir sicher. Vielleicht kaufe ich mir noch einen Spazierstock mit silbernem Knauf dazu.

Großer Spaziergang

Gestern seit langem wieder einmal mit N. auf Tour. Den ganzen Nachmittag in Freiberg und Umgebung unterwegs gewesen. Zeitzeugen der langen Bergbaugeschichte wurden besichtigt – Alte Elisabeth, Reiche Zeche, Herders Ruhe, Roter Graben und nebenbei eine Katze und ein Pferd gestreichelt. Keine Einkehr in eine Schänke wie sonst im Verlauf üblich, nur einen Power-Riegel aus dem Rucksack verzehrt. Weitgehend gute Gespräche. Ihre politische Naivität sehe ich ihr nach. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, das ist doch heute schon mal was.

Causa Thielemann

Den Vertrag von Christian Thielemann als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle nicht zu verlängern, halte ich für eine Dummheit sondergleichen, gleichwohl jedoch absehbar. Denn unbequeme und schwierige Charaktere wie Thielemann, die aber gleichzeitig für höchstes Niveau und Qualität stehen, haben es heute schwer. Die vorgeschobenen Gründe für die Nichtverlängerung des Vertrages halte ich für genau das: vorgeschoben. Man wollte den unbequemen Preußenverehrer Thielemann mit seiner „gestrigen“ Vorliebe für die romantische deutsche Musik des 19. Jahrhunderts einfach loswerden. Thielemann wird das nicht beschädigen. Aber für die sächsische Staatsregierung ist dieses Vorgehen ein Armutszeugnis. Man kann zu Thielemann stehen wie man will aber sein Arbeitsethos, seine Disziplin und seine Konzentration auf das Wesentliche bewundere ich sehr.

Hier ein schönes Interview mit Christian Thielemann:

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Dies und das

Der Waschbär, das Arschloch, gräbt in der Nacht mein Hochbeet um und killt die kleinen Pflänzchen, die ich mit Mühe dort angebaut habe. Ich plane mir eine Mütze aus dem Fell des Tieres zu machen – im Trapper Style.

Im Pflegeheim haben wir jetzt eine junge Frau. Sie war vollkommen gesund bis zum letzten Herbst. Dann hatte sie einen Reitunfall, seitdem ist sie ein Wrack durch üble Hirnschäden. Und man selbst glaubt manchmal man hätte Probleme.

Ohne einen Quality Drink zur Hand zu haben höre ich eine Whiskey Blues Mischung. Hat auch Nachteile das Trinken aufgegeben zu haben.

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Elegante Reduktion

Genügend Armbanduhren habe ich jetzt. Ja, ich gestehe, es ist noch eine Uhr mit hellem Ziffernblatt eingezogen. Doch bei den Einzeigeruhren von Meistersinger könnte ich schon wieder schwach werden. Das Konzept der Einzeigeruhr finde ich faszinierend. Heute wird bei Produkten häufig von dahinter stehender Philosophie geschwafelt. Hier ist das wirklich einmal zutreffend. Ein gelungener Versuch über die Zeit.

Vor allem die auf das nötigste reduzierten Ziffernblätter gefallen mir. Ein Zeiger und eine Skala – weniger geht nicht und ist auch völlig ausreichend. Die blaue Circularis mit eigens entwickeltem Werk und Doppelfederhaus spricht mich besonders an. Ich werde demnächst keine hochwertigen Armbanduhren kaufen aber wenn ich es täte, wäre es diese.