Freizeitbeschäftigung

Ich bin ja ein ausgesprochener Impf-Befürworter, ich muss mich nur aufraffen. Habe meine Schwerfälligkeit nun endlich überwunden und mich zu einer FSME-Impfsession entschlossen, da mein bevorzugtes Streifgebiet jetzt ebenfalls zum FSME-Risikogebiet zählt und ich jedes Jahr mehrmals von hungrigen Zecken angefallen werde. So verbringe ich meinen Urlaub mit Zahn- und Hausarztbesuchen und mit Fotografieren natürlich, verstärkt wieder mit dem großen Besteck.

Vollendet

Den Plattenspieler und die Aktivboxen eingerichtet. Passt wunderbar an den vorgestellten Platz und funktioniert hervorragend. Ein paar Platten gehört – den Klassiker Ella & Louis und einige Stücke von Franz Lehar. Selbst mit der installierten Standardnadel ein sehr schönes Hörerlebnis. Der Beschenkte freut sich und ich fast noch mehr. Am liebsten würde ich die ganze Anlage wieder abbauen und selber behalten.

Redebeitrag

Das Problem unserer Zeit und Gesellschaft: Man verkauft das Diskutieren über ein Problem schon für die Lösung dieses Problems – im Großen wie im Kleinen. Und neunzig Prozent der Deppen da draußen ist damit vollkommen zufrieden. In ihrer infantilen Naivität freuen sie sich sogar auch einmal „gehört“ worden zu sein.

Zurück in die Vergangenheit

Ein runder Geburtstag steht an. Ich hatte lange keine Geschenkidee. Dann fielen mir die vielen Schallplatten ein, die wir aus früheren Zeiten noch haben. Einen Plattenspieler dazu gab es nicht mehr. Ein neuer Plattenspieler nebst Aktivboxen mit Phono-Eingang erschien mir also als ein schönes Geschenk. Von den Preisen hatte ich anfangs nur diffuse Vorstellungen. Ich wollte auf alle Fälle Qualität. Damit schieden die billigen China-Dreher aus, die sich nur mit einem angekauften Markenlabel schmücken aber einen anfälligen Motor haben und von schlechter Verarbeitungsqualität sind. Nach einiger Recherche fand ich heraus, dass in St. Georgen im Schwarzwald immer noch Plattenspieler hergestellt werden. Das hatte ich nicht erwartet. Preislich zwar weit über meinen schwammigen Anfangsvorstellungen aber eben Qualität. Letztlich ist es der Dual CS 505-4 und das Magnat Multi Monitor 220 Aktivboxensystem geworden. Ich freu mich.

Alles so schön hier

Nicht nur rechtschaffen müde, sondern vollkommen erschöpft nach acht zehn- bzw. zwölfstündigen Nachtdiensten, in denen gefühlt unablässig gestorben oder durchgedreht wird. Dabei sind mir die Sterbenden viel lieber als die wahnhaften Psychotiker, sie schreien wenigstens nicht die ganze Zeit. Ich kann Geschrei kaum ertragen. Adäquat versorgen kann ich keine der genannten Gruppen.
Gegen gesundheitliche Probleme im Alter empfehle ich mittlerweile ungerührt einen Tod spätestens in den mittleren Jahren. Hundertprozentige Prophylaxe ist möglich. Oder als Alternative für die Zögerlichen eine Neuauflage des T4-Programmes. Natürlich ist das Käse, ich bin nicht halb so abgebrüht wie ich vorgebe zu sein. Aber meine Verdrängungsfähigkeit kommt an ihre Grenzen. Wenigstens habe ich über Weihnachten frei, das hatte ich seit Jahren nicht.

Alte Zeiten

N. gräbt immer noch im Vorfeld der EUGAL-Trasse nach archäologischen Funden. Einiges aus dem Mesolithikum wurde schon entdeckt und auch ein Siedlungsplatz aus späterer Zeit mit menschlichen Knochenfunden wurde ausgegraben. Das Mysterium der Zeit interessiert mich sehr. Ihr Verrinnen ist beängstigend und tröstlich zugleich.

Hitzeschutz

Ein T-Shirt durchgeschwitzt bei der zehnminütigen Montage einer Hitzeschutzmarkise am Dachfenster, die alte gab zur Unzeit den Geist auf. Die neue Markise lässt mehr Licht aber weniger Wärme durch als das Vorgängermodell. Das ist der Fortschritt! Ohne Hitzeschutz ist kein Leben möglich im Dachgeschoss.

HRB Niederpöbel

Könnte mein Geld auch als Baustellenführer auf der Großbaustelle des Hochwasserrückhaltebeckens Niederpöbel verdienen. Vermutlich aufgrund meiner vertrauenerweckenden Erscheinung und meines mitgeführten Equipments werde ich von verschiedenen Menschen angesprochen, die gleich mir am Feiertag illegal auf dem Baustellengelände herumkraxeln. Ich gebe einen Abriss der Hintergründe, die den Bau notwendig erscheinen lassen mit kleinem historischen Exkurs, anschließend einen Ausblick in die Zukunft und äußere zugleich mein Bedauern über die Zerstörung eines der letzten unverbauten Seitentäler mit wertvollem Baumbestand in den mittleren Lagen des Osterzgebirges. Hätte ich einen Hut gehabt, hätte ich ihn rumgehen lassen können. Über die Webcams kann man sich jederzeit ganz legal einen Einblick über den Baufortschritt machen.

Unterhaltung to go

In Pirna unterwegs sprach uns ein älterer Mann an. Zum Anlass nahm er die Umhängetasche von N., auf der Schweden- und Dänemarksticker aufgenäht waren. Er begleitete uns eine Zeit lang und erzählte in einem fort durchaus intelligente DDR-Witze. Er war harmlos aber ein wenig lästig. Er schien dem Typus des nach der Wende Gestrauchelten und nicht wieder auf die Beine Gekommenen zu entsprechen. Hätte mir aus anderen Gründen auch so gehen können. Als es uns schon etwas viel wurde, verabschiedete er sich höflich und kehrte für ein Bier in die Trollischenke [sic!] ein.

Eingelebt

Die kleinen Mädchen aus dem Kinderheim nebenan klettern auf der Grundstücksmauer herum. Sie versprechen nicht herunterzufallen. Jetzt schieben sie den frisch gefallenen Schnee zusammen und haben vor einen Schneemann zu bauen. Sie machen keinen unglücklichen Eindruck. Die älteren Mädchen lassen sich eher selten sehen, sind viel scheuer. Ihr Rucksack, den sie mit sich herumschleppen, scheint schon deutlich größer.