Zu spät

Den Besuch der Ausstellung »Silberrausch und Berggeschrey« in Dippoldiswalde, welche die bisherigen Ergebnisse des ArchaeoMontan-Projektes zum mittelalterlichen Bergbau im sächsischen und böhmischen Erzgebirge vorstellt, ursprünglich ganz fest vorgenommen. Doch erst war noch so viel Zeit, dann war das Wetter zu schön, dann hatte ich keine Zeit, dann war wieder das Wetter zu schön und dann war es plötzlich zu spät. Deshalb freue ich mich, dass ich mir wenigstens den wunderbaren Begleitband zur Ausstellung gesichert habe, der nun auch schon wieder vergriffen ist.

Verfehltes Ziel

Meine Fotos hängen nicht an der Wand, habe heute nachgesehen. War enttäuscht aber nicht sehr lange. Einige der ausgestellten Arbeiten gefallen mir. Vor allem die, die auch meine fotografischen Interessen berühren. Wenn ich es richtig behalten habe, waren das die auf den Plätzen 4, 6, 7 und 10 gelandeten Beiträge.

Schade fand ich, dass unter den Abzügen nur der Name des Fotografen stand und nichts zur dahinterstehenden Intention. Ein gutes Foto wirkt zwar auch aus sich selbst heraus, da ich aber eher einen dokumentarische Sicht auf das Sujet habe, interessieren mich auch immer ein paar Fakten.

Teilnahme

Seit einiger Zeit schwanger — mit der Idee beim 1. Görner Fotopreis mitzumachen. Für und wider abgewogen und dann doch noch auf den letzten Pfiff einen Beitrag eingeschickt, am 5. Juli ist schließlich Bewerbungsschluss. Es geht mir nicht um einen Preis, ich möchte unter die ersten zehn kommen und meine Bilder an der Wand sehen.

Ausstellung im Rathaus

Vor ein paar Tagen wurde mir von an.na nahe gelegt die Foto-Ausstellung im Lichthof des Dresdner Rathauses zu besuchen. Gestern war ich in dieser Ausstellung.

In der Mitte des Lichthofes sind im Karree Stellwände aufgebaut. An der Außenseite hängen die Fotos auf denen die Portraitierten historische Kostüme tragen, auf den Fotos an den Innenseiten tragen sie moderne. Es sind vielleicht 25 Fotos, alle schwarzweiß. Im Zentrum des Karrees steht eine Vitrine mit zwei der verwendeten Kostüme und ein Tisch mit einem Gästebuch.

Die fotografierten Menschen sind Menschen mit Behinderungen. Bei der Inszenierung der Fotos wurden nach Aussage der Macher die persönlichen Vorlieben und Wünsche der Portraitierten berücksichtigt. Die Ausleuchtung der Szenen orientiert sich an alten Meistern wie Rembrandt, wenige Lichtquellen punktuell eingesetzt, oder bei den „modernen“ Bildern an Techniken der Modefotografie.

Herausgekommen sind Bilder mit einer großen Intensität. Bedingt durch die Lichtführung bleiben große Teile des Bildes dunkel. Die hellen Bereiche, die Gesichter, wirken um so mehr. Die Verletzbarkeit der Menschen wird sichtbar, ihre Schwäche und ihre Stärke. Die Fotos sind großartig.

Nur ein kleiner Kritikpunkt: die Glasabdeckungen der Fotos sind nicht entspiegelt. Das stört.