Zu Fuß

Tour durch die Lommatzscher Pflege entlang des Ketzerbaches beginnend in Zehren an der Mündung des Baches in die Elbe. Typisch für das Gebiet die kleinen Weiler, die oft nur aus ein paar Gehöften bestehen. In Prositz gibt es zu meiner Überraschung ebenfalls eine Kolonie Bienenfresser ebenso im Bereich der Seilitzer Kaolingrube. Sie finden dort an den Lößabbrüchen die Möglichkeit ihre Brutröhren anzulegen. Bei Wachtnitz sah ich kurz ein biberartiges Tier im Bach. Kann ein Biber gewesen sein oder eine Bisamratte. Ich konnte den Schwanz nicht erkennen. Zwei nicht besonders scheue Rehböcke traf ich auch.

Bei Zöthain verließ ich das Bachtal und wanderte über die Hochfläche zurück nach Zehren. Auf dem Weg lag ein Beobachtungsbunker Typ B und das verfallene einsam in den Feldern liegende „Schwarze Gut“ über das ich nichts herausfinden konnte. Bei diesem Namen, der abseitigen Lage und dem ruinösen und verwilderten Zustand muss es dort aber einfach spuken. Bei meiner Inspektion fanden sich jedoch weder Geister – wahrscheinlich war es noch zu früh – noch Leichenteile in Müllsäcken nur ein Falter, ein Admiral, wärmte sich auf den Mauerresten in der Abendsonne. Zum Schluss vorbei an der Seilitzer Tongrube, in der heute noch Kaolin abgebaut wird aus dem das Meißner Porzellan hergestellt wird.

Elbtalhänge

An den Elbtalhängen zwischen Zadel und Rottewitz unterwegs. Wo im Steilhang nahe Rottewitz eine Kolonie der harlekinesken Bienenfresser lebt, die seltsam rufend ihre Runden über den Weinbergen und dem Elbtal drehen. Auf dem Weg entlang einer Hecke in drückender Schwüle vor dem sich im Nordwesten schon aufbauenden Gewitter segelten in der Thermik handtellergroße Falter, die ich noch nie gesehen hatte – Segelfalter. Eine Weile haben wir uns beobachtet bis sie wieder hinter der Hecke verschwanden und ich weiter musste, denn das Gewitter kam näher. Auf der Rückfahrt nach Meißen dann eine kleine Sintflut mit Hagel und überschwemmter Straße.

Kirche, Weinberge und Bienenfresser

Schwer an einem sonnigen Vatertag ein Ausflugsziel zu finden, dass nicht von angesoffenen Halbstarken oder stiernackigen Brüllaffen beeinträchtigt ist. Das kleine Elbweindorf Zadel und dessen Umgebung wurde von diesen Kohorten zum Glück weitgehend verschont. Die weiße Kirche des Ortes hatte mich schon mehrfach von der anderen Elbseite herüber leuchtend zu einem Besuch gereizt.

Die Kirche offen und kaum jemand drinnen, wunderbar kühl und mit dem typischen Kirchenduft gesegnet. Auf der zweiten Empore eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Bauwerks, in der hölzernen Brüstung Einritzungen gelangweilter Kirchenbesucher vornehmlich aus den 1950’er Jahren, in einer Ecke eine ausgelöste Mausefalle ohne Maus aber noch mit Restköder. Ich stieg bis in den Kirchturm hinauf, in welchen ein froschgesichtiges angeblich slawisches Götzenbild unklarer Herkunft eingemauert ist. Unter den Schuhsohlen knirscht der Dreck der im Kirchendachstuhl wohnenden Fledermäuse.

Nach einer Runde über den Friedhof weiter durch die Weinberge an der Steilkante entlang Richtung Rottewitz. In der Ferne sieht man Meißen mit dem Burgberg. (Einen Eindruck der Landschaft gewinnt man durch diese Bilderstrecke eines Meißner Fotografen.) Kurz vor Rottewitz ein Trupp Menschen mit Ferngläsern und Fernrohr:  Im Steilhang über der Elbe nistet hier eine Kolonie Bienenfresser. Noch nie hatte ich diese bunten Vögel bisher in Natura gesehen. Schließlich durch die Felder der Hochfläche wieder zurück nach Zadel.